Unterwegs zu Fuß

Mäusebunker in Lichterfelde: Tierlabor der Freien Universität

Der Mäusebunker in Berlin-Lichterfelde: Stahlbetonbau mit schrägen Wänden, blauen Lüftungsrohren und Schornsteinen auf dem Dach

Die ehemaligen Zentralen Tierlaboratorien der Freien Universität in Lichterfelde, gebaut 1971 bis 1982.

Der Mäusebunker steht in Berlin-Lichterfelde an der Krahmerstraße, direkt neben dem Institut für Hygiene und Mikrobiologie. Offiziell hieß das Gebäude Zentrale Tierlaboratorien der Freien Universität Berlin, später gehörte es als Forschungseinrichtungen für Experimentelle Medizin zur Charité. Gebaut wurde es von 1971 bis 1982, seit 2023 steht es unter Denkmalschutz.

Geschichte

Die Freie Universität brachte hier die Zucht und Haltung ihrer Labortiere unter, dazu kamen Versuche an lebenden Tieren. Bauherr war der Senator für Bau- und Wohnungswesen, der im Auftrag der Universität baute. Entworfen haben das Haus Gerd und Magdalena Hänska, Kurt Schmersow arbeitete als Architekt mit. Der Bau begann im Juli 1971, von 1976 bis 1977 ruhten die Arbeiten, im Februar 1982 wurde das Haus eröffnet.

Im Juli 2020 zogen die letzten Tiere aus. Danach räumte die Charité die Ausstattung aus.

Der Bau

Der Mäusebunker ist ein langgestreckter Stahlbetonbau mit schrägen Außenwänden. Im Querschnitt gleicht er einem Pyramidenstumpf, er ist rund 117 Meter lang, 37 Meter breit und etwa 23 Meter hoch. Die Fassade besteht aus geschosshohen, vorgefertigten Betonplatten, der Beton bleibt sichtbar. Aus den Technikgeschossen ragen blau gestrichene Rohre, durch sie kommt die Zuluft ins Haus. Auf den Nutzgeschossen sitzen Gauben in Form von Tetraedern, ihre Fenster zeigen nach Norden.

Gleich nebenan steht das Institut für Hygiene und Mikrobiologie von Hermann Fehling und Daniel Gogel, gebaut von 1969 bis 1974. Auch dieser Sichtbetonbau ist als Gesamtanlage ein Baudenkmal.

Denkmal und Zukunft

Das Landesdenkmalamt hat den Mäusebunker 2023 unter Schutz gestellt und nennt ihn ein herausragendes Beispiel für Brutalismus. Die Unterschutzstellung gehörte zum Modellverfahren Mäusebunker, das das Landesdenkmalamt 2021 gemeinsam mit der Charité und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen gestartet hat. Rund 60 Fachleute und Vertreter*innen der Zivilgesellschaft haben darin Vorschläge für eine neue Nutzung erarbeitet.

Welche Nutzung folgt, steht noch nicht fest. Das Haus steht derzeit leer. Einige Fotos stammen von einem früheren Besuch im Jahr 2021.

Architekt*in

Gerd und Magdalena Hänska

Ort

Krahmerstraße 6 bis 12, Berlin-Lichterfelde

Gebaut

1971 bis 1982

Zustand

leerstehend, Baudenkmal seit 2023

Nächste Haltestelle

Krahmer Straße/Stockweg (ca. 150 m), Bäkestraße (ca. 280 m), Boothstraße (ca. 310 m)

HKrahmer Straße/StockwegHBäkestraße
Der Standort ist nur ungefähr eingezeichnet. Die H markieren die nächsten Haltestellen.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Unterwegs war Sebastian. Mehr über mich