Unterwegs zu Fuß

Branitzer Park in Cottbus

Der Branitzer Park im Cottbuser Ortsteil Branitz ist ein Landschaftsgarten, den Hermann Fürst von Pückler-Muskau ab 1846 anlegte. Zu ihm gehören das Schloss, zwei begrünte Erdpyramiden und weite Wasserflächen. Seit Februar 2021 ist die gesamte Anlage Einzeldenkmal des Landes Brandenburg.

Ort

Branitz, Cottbus

Angelegt

ab 1846

Zustand

Einzeldenkmal des Landes Brandenburg seit Februar 2021

Bahnanschluss

RE 2 bis Cottbus Hbf, von dort Bus 10 bis „Branitz Schloss“

Zugang

Park ganzjährig geöffnet

Geschichte

Der Park entstand ab Mai 1846, nachdem Pückler die Standesherrschaft Muskau hatte verkaufen müssen. Er war damals 60 Jahre alt. Die Anlage umfasst 620 Hektar, ihre Gestaltung wird von außen nach innen dichter: Auf den Außenpark folgen Innenpark und Pleasureground, am dichtesten ist sie rund um das Schloss. Die beiden Erdpyramiden erinnern an Pücklers Orientreise von 1834 bis 1840.

Pückler starb am 4. Februar 1871 und wurde im Tumulus beigesetzt. Nach seinem Tod wurde der Park weitergeführt und 1888 vollendet. 1945 wurde die Familie Pückler enteignet, Schloss und Park dienten in der DDR als Museum.

Der Tagebau Cottbus Nord senkte später das Grundwasser ab und gefährdete die künstlichen Gewässer. Ab den 1980er Jahren wurde deshalb ein 2,5 Kilometer langer Wassergraben angelegt, der Wasser aus der Spree in den Park leitet. Seit 2005 wurde die Anlage im Rahmen der IBA Fürst-Pückler-Land instand gesetzt, mit Wegen, Blickachsen und freigestellten alten Bäumen.

Rundgang

Landpyramide

Die Landpyramide ist eine Stufenpyramide nach dem Vorbild der Bauten von Meroë. Sie entstand um 1862/63 aus dem Aushub des Tumulussees. Zum 175. Jubiläum der Parklandschaft stellten die Parkgärtner 2021 die zwölf historischen Rasenstufen nach Pücklers Plänen wieder her.

Seepyramide

Pückler entschied sich 1856 für ein Grab als Erdpyramide in einem künstlichen See. Die Seepyramide, auch Tumulus genannt, ist vollständig mit Wein überrankt. Seit 1871 ist sie Pücklers Grabstätte, 1884 wurde auch Lucie hierher umgebettet. Der Tumulus wurde 2014/15 restauriert.

Schloss und Pergola

Das Schloss ließ der Großvater des Fürsten Anfang der 1770er Jahre unter Einbeziehung eines Vorgängerbaus errichten. Ab 1846 baute Pückler es um, das Gebäude erhielt eine umlaufende Terrasse. Heute zeigt das Museum im Schloss historische Wohnräume und eine Ausstellung zu Pückler, dazu die Cottbuser Carl-Blechen-Sammlung. Die Orienträume, die Pückler zwischen 1851 und 1865 gestaltete, wurden am 13. Mai 2022 nach fünfjähriger Restaurierung wiedereröffnet.

Östlich des Schlosses ließ Pückler 1847/48 zwischen Marstall und Cavalierhaus eine Mauer bauen, die den Wirtschaftsbereich abschirmte. Daran wuchs eine Pergola mit Weinreben, davor lag der Pergolagarten mit dem Venusbeet, dessen Mitte die 1850 gekaufte Venus Italica bildet. Marstall und Cavalierhaus sind barocke Nebengebäude, die im englischen Landhausstil umgebaut wurden.

Gut zu wissen

Der Park ist ganzjährig geöffnet. Das Schloss ist von April bis Oktober von Mittwoch bis Montag von 10 bis 17 Uhr geöffnet, im November und Dezember nur samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr. Schloss und Besucherzentrum zusammen kosten 11 Euro, ermäßigt 8 Euro.

Vom Cottbuser Hauptbahnhof fährt der Bus 10 bis „Branitz Schloss“. Zur Einkehr gibt es das Cavalierhaus direkt am Schloss und das Pückler-Café „Goldene Ananas“ bei der Schlossgärtnerei.

Weitere besondere Orte stehen auf Entdecken.

Unterwegs war Sebastian. Mehr über mich