Unterwegs zu Fuß

Eberswalde zu Fuß: Gedenkorte, Plattenbauten, Kirchen

Märchenvilla in Eberswalde, gelb verputzte Villa mit Figuren auf der Balustrade und Brunnen im Garten

Tour in Brandenburg · Alle Touren und Wege

Die Runde durch Eberswalde ist 24,9 Kilometer lang und beginnt und endet am Bahnhof Eberswalde. Unterwegs liegen sowjetische Gedenkorte, ein Plattenbauviertel und die Backsteinkirchen der Innenstadt. Zum Start kommst du mit dem RE 3 von Berlin.

Gelaufen bin ich die Tour am 11. April 2021, einem Sonntag.

Inhalt dieser Tour

Strecke

24,9 km

Gehzeit

4:44 h

Art

Rundweg

Start

Bahnhof Eberswalde

Ziel

Bahnhof Eberswalde

ÖPNV

RE 3 nach Eberswalde, Start und Ziel am Bahnhof

  • Mit der Bahn erreichbar

Gelaufen am 11. April 2021

Karte: Rundtour durch Eberswalde ab und bis Bahnhof EberswaldeRundtour vom Bahnhof Eberswalde im Uhrzeigersinn über das Brandenburgische Viertel, den Norden und die Altstadt zum Waldfriedhof und durch die Innenstadt und das Schwärzetal zurück, 24,9 km, mit elf nummerierten Orten. Die Pfeile zeigen die Gehrichtung.1234567891011Start und Ziel:Bahnhof Eberswalde1 km
Rundtour vom Bahnhof Eberswalde durch die Stadt und ihre Randgebiete, 24,9 km. Die Pfeile zeigen die Gehrichtung, die Nummern führen zu den Abschnitten der Route.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Darum lohnt sich die Tour

  • Die Runde führt zu zwei sowjetischen Gedenkorten: dem Garnisonsfriedhof und dem Ehrenmal auf dem Waldfriedhof.
  • Die Epochen reichen vom Plattenbauviertel der DDR bis zur Hospitalkapelle, deren Dachwerk kurz nach 1381 datiert wird.
  • In der Innenstadt liegen drei Backsteinkirchen und die Märchenvilla dicht beieinander.
  • Das Danckelmann-Denkmal, das Haus „Der deutschen Waldarbeit“ und der Forstbotanische Garten stehen für die Forstgeschichte der Stadt.

Anreise

Hin

RE 3 ab Berlin bis Eberswalde, der Zug fährt stündlich

Zurück

Ab Eberswalde mit dem RE 3 nach Berlin, der Zug fährt stündlich

Start und Ziel liegen am Bahnhof, unterwegs brauchst du keinen Bus. Verbindungen findest du in der Fahrinfo des VBB.

Die Route

Vom Bahnhof geht es zuerst zu den sowjetischen Gräbern nördlich der Gleise und dann nach Westen ins Brandenburgische Viertel. Danach folgen Industriegelände im Norden, Kupferhammer und die Altstadt. Von dort führt der Weg über den Waldfriedhof in die Innenstadt, zum Haus „Der deutschen Waldarbeit“ und durch das Schwärzetal zurück zum Bahnhof.

Sowjetischer Garnisonsfriedhof

Vom Bahnhof bin ich nach Norden gelaufen. Nach rund 700 Metern liegt an der Heegermühler Straße der Sowjetische Garnisonsfriedhof. Er wurde 1946 angelegt, zwischen 1949 und 1967 wurden dort 855 Sowjetbürger beigesetzt. 2008 und 2009 wurde die Anlage rekonstruiert.

Kurz vor dem Friedhof trug eine Wand ein sowjetisches Wappen als farbiges Relief. An der Gedenkmauer standen auf schwarzen Tafeln Namen. Von hier geht es nach Westen, gut drei Kilometer bis zum Brandenburgischen Viertel.

Brandenburgisches Viertel

Das Brandenburgische Viertel ist ein Plattenbauviertel im Westen der Stadt. Es wurde von 1977 bis 1989 in vier Bauabschnitten in industrieller Bauweise errichtet, überwiegend mit sechsgeschossigen Blöcken. Anlass war die Inbetriebnahme des Schlacht- und Verarbeitungskombinats Eberswalde, durch das viele Menschen in die Stadt zogen. Bis 1993 hieß das Viertel Wohnsiedlung Max Reimann. Wegen des hohen Leerstands begann um die Jahrtausendwende der Rückbau.

An einer Giebelwand war eine blaue Taube aufgemalt, darunter standen Willkommensgrüße in vielen Sprachen. Nördlich des Viertels beginnt Industriegelände.

Industriegelände und eine Gedenktafel

Im Norden der Stadt führt der Weg an Industriegelände mit Wasserturm und Backsteinschornsteinen vorbei. In Eberswalde stehen zahlreiche Industrieanlagen in der Denkmalliste des Landes.

Am Weg liegt die Mahn- und Gedenktafel für Amadeu Antonio. In der Nacht vom 24. auf den 25. November 1990 wurde er in Eberswalde von einer Gruppe Neonazis angegriffen. Am 6. Dezember 1990 starb er an den Folgen.

Kupferhammer

Von hier geht es nach Osten nach Kupferhammer. Am Weg informiert eine Tafel über das Hüttenwerk Kupferhammer, Reste des Werks führt die Denkmalliste auf.

Wenig später liegt der Friedhof Kupferhammer. Seine kleine Backsteinkapelle steht am Ende einer Allee aus gekappten Bäumen. Bis zur Hospitalkapelle sind es von hier noch gut zwei Kilometer.

Hospitalkapelle und Altstadt

Die Hospitalkapelle St. Georg in der Breite Straße 133 ist ein gotischer Backsteinbau. Das Dachwerk wurde dendrochronologisch auf kurz nach 1381 datiert, ein Altar der Kapelle ist schon 1359 erwähnt. Heute ist sie leer und nicht zugänglich.

Rund zwei Kilometer weiter liegt die Stadtschleuse am Finowkanal, die 1831 gebaut wurde. Wenig später kommt der Weg am Alten Rathaus in der Breite Straße 42 vorbei. Das Haus wurde 1775 als Wohnhaus des Tuchfabrikanten Heller gebaut und wird seit 1825 als Rathaus genutzt. Am Markt steht der Löwenbrunnen von 1836.

Waldfriedhof und Sowjetisches Ehrenmal

Der Waldfriedhof ist 18,4 Hektar groß und hat etwa 15.000 Grabstellen. Auf dem Gelände steht das Sowjetische Ehrenmal, eine Gedenkstätte für 328 gefallene Soldaten der Roten Armee. Es wurde 1985 zuletzt überarbeitet und eingeweiht.

Ein Stück weiter steht die Trauerhalle, ein runder Backsteinbau mit silberner Kuppel. Danach führt der Weg zur Luthereiche.

Lutherstein

Bei der Luthereiche steht ein Findling mit einer Bronzetafel. Sie nennt Martin Luther mit Geburts- und Sterbedatum und trägt die Inschriften „Eiche 1882 gepflanzt“, „Stein 1892 enthüllt“ und „1983 erneuert“.

Nach rund einem Kilometer erreichst du die Innenstadt. Die Kirchen dort liegen dicht beieinander.

Kirchen in der Innenstadt

Die Maria-Magdalenen-Kirche in der Kirchstraße 6 ist eine gotische Backsteinbasilika. Die heutige Kirche entstand ab 1333, 1876 wurde sie erneuert. 1542 fand hier der erste evangelische Gottesdienst statt. Im Stadtpark am Weidendamm steht das Bronzedenkmal für Bernhard Danckelmann (1831 bis 1901), der seit 1866 die Forstakademie leitete. Den Entwurf machte Fritz Heinemann, enthüllt wurde das Denkmal 1905.

Die katholische Kirche Sankt Peter und Paul in der Schicklerstraße 7 wurde 1876 und 1877 gebaut. Im Backsteingiebel sitzt eine Rosette. Ein Stück weiter folgt die evangelische Johanniskirche in der Ludwig-Sandberg-Straße 5, deren Grundstein 1892 gelegt wurde. Eingeweiht wurde sie am 3. Oktober 1894.

Märchenvilla

Von der Johanniskirche sind es gut fünfhundert Meter bis zur Märchenvilla in der Brunnenstraße 9. Das Landhaus wurde 1833 und 1834 gebaut, 1866 erweitert und 1878 aufgestockt. Der Park mit den Skulpturen „Pantherjagd“ und „Luchsjagd“ und dem Neptunbrunnen gehört zum Denkmal. Seit dem 1. November 2004 sitzt hier das Standesamt.

Wenige hundert Meter weiter liegt in der Brunnenstraße 25 das Haus „Der deutschen Waldarbeit“. Danach biegt der Weg ins Schwärzetal ab.

Haus „Der deutschen Waldarbeit“

Im Giebel des Hauses steht „Der deutschen Waldarbeit“. Dazu gehören gekreuzte Äxte und ein Hirschkopf.

Das Gebäude gehörte zum Institut für forstliche Arbeitswissenschaft, kurz IFFA. Träger war die Gesellschaft für Forstliche Arbeitswissenschaft, die am 23. Juni 1927 gegründet worden war und das Institut in Eberswalde einrichtete. Der zweistöckige Neubau stammt aus den 1930er Jahren, das Reichsforstamt bezahlte ihn. Ab 1943 wurde die Arbeit unterbrochen, 1945 gab die Gesellschaft sie in Eberswalde ganz auf.

Heute ist hier das Wald-Solar-Heim, ein Ort der Umweltbildung. Das ehemalige Institut steht unter Denkmalschutz.

Schwärzetal

Vom Haus führt der Weg ins Schwärzetal im Südwesten der Stadt, ein Landschaftsschutzgebiet. An der Zainhammer Mühle wurden seit 1779 Zaine hergestellt, lange, dünne Metallstäbe für die Messerschmiedefabrik. Später war sie Knochen- und Getreidemühle, heute nutzt sie ein Kunstverein.

Der Forstbotanische Garten, 1830 als Lehreinrichtung gegründet, liegt ebenfalls im Tal. Von dort bin ich die letzten gut anderthalb Kilometer zum Bahnhof gelaufen.

Gut zu wissen

  • Den Track findest du bei Komoot.
  • Zwischen den Stationen im Westen und Norden liegen mehrere Kilometer, in der Innenstadt folgen sie dicht aufeinander.
  • Die Kirchen, die Märchenvilla und das Haus „Der deutschen Waldarbeit“ siehst du von außen. Die Hospitalkapelle ist leer und nicht zugänglich.
  • Auf den Friedhöfen gelten die Regeln der Friedhofsverwaltung.
  • Bleib auf öffentlichen Wegen und betritt keine Gebäude oder Flächen.
Der Große Schwarze See im Buchenwald am Rand des Grumsin

Mehr vom Weg

Rundwanderweg Schorfheide

  • Strecke rund 146 km in sieben Etappen
  • Start und Ziel Hauptbahnhof Eberswalde
  • Gelaufen 8. bis 18. Mai 2021
Gesamtbericht lesen

Weitere Touren

Unterwegs war Sebastian. Mehr über mich