Unterwegs zu Fuß

Haus des Reichs in Bremen

Sandsteinfassade des Haus des Reichs mit Fensterreihen am Rudolf-Hilferding-Platz in Bremen

Das Haus des Reichs in der Bremer Bahnhofsvorstadt ist ein Kontorhaus aus den Jahren 1928 bis 1930. Gebaut wurde es für einen Wollkonzern, seinen Namen bekam es erst, als das Deutsche Reich einzog.

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Steckbrief

Ort

Rudolf-Hilferding-Platz 1, Bahnhofsvorstadt, Bremen

Haltestelle

Herdentor und Hauptbahnhof/ZOB

Zustand

Erhalten, Kulturdenkmal seit 1978

Geschichte

Das Haus entstand von 1928 bis 1930 für die Norddeutsche Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei, kurz Nordwolle. Die Architekten waren Hermann und Eberhard Gildemeister. Die Nordwolle hatte rund 20 Tochterfirmen in Europa und Südamerika. Das Haus bietet etwa 18.500 Quadratmeter Nutzfläche, der Konzern selbst brauchte nur die Hälfte davon. Den Rest vermietete er als Kontorfläche.

Die Nordwolle ging 1931 in Konkurs. 1933 kam das Haus an das Deutsche Reich, 1934 zogen Reichsbehörden ein. Daher der Name Haus des Reichs. Seit 1978 steht es unter Denkmalschutz.

Rundgang um das Haus

Das Haus ist eine Vierflügelanlage mit durchschnittlich sechs Geschossen, die oberen beiden springen zurück. Unter den Fassaden steckt ein Stahlbetonskelett. Die Straßenfassaden bestehen aus Obernkirchener Sandstein, der Hof ist verputzt und mit Werkstein und Terrakotta gegliedert. Die Hauptschauseite hat einen Vorfahrtbalkon, einen siebenachsigen Erker über dem ersten und zweiten Geschoss und Skulpturenschmuck.

Der Bauschmuck stammt von mehreren Bildhauern. Ludwig Kunstmann schuf die Schäfergruppe an der Ecke Richtweg und Auf dem Rövekamp sowie die Portale, Heinz Lange den Merkur am Eckerker zur Langenstraße, Richard Kuöhl weitere Bauplastik. Im Inneren sind ein großzügiges Treppenhaus und die Direktionsräume im ersten Obergeschoss erhalten. Im Sitzungssaal gibt es eine Stadtansicht von Alfred Lichtenford in Holzintarsie.

Gut zu wissen

  • Die Fassaden lassen sich von den vier umgebenden Straßen ansehen: Rudolf-Hilferding-Platz, Auf dem Rövekamp, Richtweg und Schillerstraße.
  • Vom Hauptbahnhof aus ist es zu Fuß gut zu erreichen.

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