Tour in Bremen · Alle Touren und Wege
Die Runde durch Bremen ist 13,6 Kilometer lang und beginnt und endet am Hauptbahnhof. Sie führt durch das Ostertor- und das Steintor-Viertel in die Altstadt mit Dom, Rathaus und Roland, durch Böttcherstraße und Schnoor an die Weser und am Fluss entlang bis zum Hohentorshafen. Zurück geht es über die Stephanikirche und das Gewerbehaus zum Bahnhof.
Gelaufen bin ich die Tour am 14. September 2022, einem Mittwoch.
Inhalt dieser Tour
Steckbrief
Strecke
13,6 km
Gehzeit
2:47 h
Art
Rundweg
Start
Bremen Hauptbahnhof
Ziel
Bremen Hauptbahnhof
ÖPNV
Zug bis Bremen Hauptbahnhof
- Mit der Bahn erreichbar
Gelaufen am 14. September 2022
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Darum lohnt sich die Tour
- Rathaus und Roland am Marktplatz gehören seit 2004 zum UNESCO-Welterbe, Dom, Schütting und Liebfrauenkirche liegen in unmittelbarer Nähe.
- Die Böttcherstraße entstand überwiegend zwischen 1922 und 1931, mit dem Roseliushaus von 1588 steht dort ein deutlich älteres Haus.
- Der Weg folgt der Weser von der Schlachte bis zum Hohentorshafen, einem ehemaligen Sicherheitshafen.
- Dazwischen liegen die Großgarage Hinsch von 1927 bis 1929 und das Wandbild „Lothar, der freundliche Parkwächter“ von 1989.
Anreise
Hin
Mit dem Zug nach Bremen Hauptbahnhof, ich bin von Hamburg-Harburg angereist
Zurück
Die Rückfahrt beginnt am Hauptbahnhof, dort endet auch die Runde
Die Route
Die Runde führt zuerst vom Bahnhof durch Wall und Ostertor an die Weser. Danach liegen Gericht, Dom, Markt, Böttcherstraße und Schnoor dicht beieinander. Von der Schlachte geht es am Fluss nach Westen bis zum Hohentorshafen und über Stephani und das Gewerbehaus zurück zum Bahnhof.
Hauptbahnhof und Haus des Reichs
Der Hauptbahnhof entstand von 1886 bis 1891 nach einem Entwurf von Hubert Stier und steht unter Denkmalschutz. Seine Fassade besteht aus rotem Backstein mit steinernen Bauplastiken.


Ein Stück weiter, am Rudolf-Hilferding-Platz, steht das Haus des Reichs. Es wurde von 1928 bis 1930 als Verwaltungsgebäude der Norddeutschen Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei gebaut, kurz Nordwolle, und stammt von Hermann und Eberhard Gildemeister. Die Nordwolle ging 1931 in Konkurs, 1933 fiel das Haus an das Deutsche Reich, und 1934 zogen die Bremer Reichsbehörden ein. Daher der Name.

Eigener Beitrag
Haus des Reichs
- Lage Rudolf-Hilferding-Platz 1, Bahnhofsvorstadt
- Bau 1928 bis 1930
- Zustand Erhalten, Kulturdenkmal seit 1978
Hinter dem Haus des Reichs verlässt die Runde das Bahnhofsumfeld. Der Weg führt zu den Wallanlagen und von dort ins Ostertor.
Ostertor und Steintor
Die Wallanlagen waren früher der Befestigungsgürtel der Stadt und wurden ab 1802 zu Grünanlagen umgebaut. Der Weg führt an ihnen entlang bis ins Ostertor-Viertel.
Im Ostertor und am Steintor gehen Wohnstraßen mit älteren Häusern in Straßen mit Läden über.


Weiter südlich führt der Weg in die Kreuzstraße, deren Bebauung die Denkmalpflege als Ensemble ausweist. Dort steht eine Großgarage aus den 1920er Jahren.
Kreuzstraße, Weser und Kunsthalle
In der Kreuzstraße 43A bis 51B steht die Großgarage Hinsch. Carl Grabau plante den Bau, der von 1927 bis 1929 entstand. Schon 1922 und 1923 ist dort eine Vorgänger-Autohalle dokumentiert. Die Anlage steht seit 1973 unter Denkmalschutz.

Kennzeichnend ist der Garagenhof im Inneren, den dicht gereihte grüne Holztore säumen und ein lichtdurchlässiges Dach überspannt. Danach geht es an die Weser.
Auf dem Werder steht der Wasserturm, ein neugotischer Bau. Er wurde von 1871 bis 1873 nach Plänen von Friedrich Berg und Johann Georg Poppe gebaut und war bis 1983 in Betrieb. Bekannt ist er als „Umgedrehte Kommode“, und im Dezember 2025 wurde eine Baugenehmigung für seine Umnutzung erteilt.

Am Wall steht die Kunsthalle. Der erste Bau von 1847 bis 1849 stammt von Lüder Rutenberg, zwischen 1898 und 1902 bauten Eduard Gildemeister und Albert Dunkel ihn um. Er steht auf einer Fläche in den Wallanlagen, die die Stadt dafür zur Verfügung gestellt hatte.

Hinter der Kunsthalle beginnt der Teil der Runde, der durch die Altstadt führt. Als Nächstes kommt ein Gebäudekomplex mit Türmen und Verbindungsbrücken.
Gericht und Dom
An der Domsheide steht das Gerichtsgebäude mit dem früheren Untersuchungsgefängnis. Ludwig Klingenberg und Hugo Weber entwarfen den Komplex, gebaut wurde er in zwei Phasen, 1891 bis 1895 und 1902 bis 1906. Die Adressen reichen von der Domsheide über die Ostertorstraße und die Buchtstraße bis zur Violenstraße.
Die Fronten sind historistisch gestaltet und aus der französischen Renaissance entwickelt, heimische Künstler und Handwerker haben sie reich dekoriert. Im Inneren ist der Grundriss nüchtern auf die Bedürfnisse der Justiz zugeschnitten, nur Treppenhaus und Schwurgerichtssaal sind aufwendiger gestaltet. Das Untersuchungsgefängnis umschließt zwei Binnenhöfe. Seit 1992 steht der Komplex unter Denkmalschutz. Zum Komplex gehören Türme und Brücken, die über die angrenzenden Straßen führen.



Gleich dahinter liegt der St.-Petri-Dom. Er ist über viele Jahrhunderte gewachsen, vom Mittelalter bis zu einer historistischen Wiederherstellung, und deshalb sind nicht alle sichtbaren Teile gleich alt.

Eigener Beitrag
St.-Petri-Dom
- Lage Am Dom 1, Altstadt
- Anfänge 789
- Zustand In Nutzung, Kulturdenkmal seit 1973
Vom Dom geht es auf den Marktplatz. Dort stehen Rathaus, Roland und Schütting dicht beieinander.
Marktplatz mit Rathaus und Roland
Das Rathaus und der Roland gehören seit 2004 zum UNESCO-Welterbe. Das gotische Rathaus wurde Anfang des 15. Jahrhunderts gebaut und im 17. Jahrhundert im Stil der Weserrenaissance umgestaltet.
Neben dem Rathaus stehen die Bremer Stadtmusikanten, eine Bronzeplastik von Gerhard Marcks. Sie wurde 1951 hergestellt und 1953 aufgestellt. Der Roland von 1404 ist eine 5,5 Meter hohe Steinfigur vor dem Rathaus.

Eigener Beitrag
Rathaus und Roland
- Lage Am Markt, Altstadt
- Welterbe Seit 2004
- Zugang Marktplatz frei, Rathaus mit Führung
Dem Rathaus gegenüber steht der Schütting, das Haus der Bremer Kaufmannschaft. Er wurde 1537 und 1538 von Johann dem Buschener gebaut, die heutige Marktfront geht vor allem auf Umbauten von 1895 bis 1899 zurück. Nach schweren Kriegsschäden wurde er von 1947 bis 1955 wiederaufgebaut.
Hinter dem Markt steht Unser Lieben Frauen Kirche. Der Südturm von etwa 1100 ist der älteste erhaltene Teil, die Hallenkirche entstand ab dem 13. Jahrhundert.

Von der Kirche geht es weiter in die Langenstraße. Dort hängt an einem Parkhaus ein großes Wandbild.
Langenstraße, Böttcherstraße und Schnoor
Das Wandbild am Parkhaus Langenstraße heißt „Lothar, der freundliche Parkwächter“ und stammt von Jub Mönster. Es entstand 1989 und ist 6 mal 20 Meter groß.
Ein Stück weiter, in der Langenstraße 13, steht die Stadtwaage, das frühere städtische Waagehaus. Lüder von Bentheim baute sie 1587 und 1588. Ganz original ist die Ansicht nicht mehr: Sie wurde von 1952 bis 1953 wiederhergestellt, die Rückfassade entstand von 1959 bis 1960 neu.


Am Eingang der Böttcherstraße hängt das vergoldete Relief „Lichtbringer“ von Bernhard Hoetger, auf 1936 datiert. Der Straßenzug mit seinen Backsteinbauten entstand überwiegend zwischen 1922 und 1931. Älter ist das Roseliushaus, ein Backsteingiebelhaus von 1588. Ab 1928 diente es als Museum für niederdeutsche Kunst. Nach der Zerstörung 1944 wurde es bis 1954 annähernd originalgetreu wiederaufgebaut.

Eigener Beitrag
Böttcherstraße
- Lage Böttcherstraße 1 bis 9, Altstadt
- Entstanden überwiegend 1922 bis 1931
- Zugang Straße frei, Museen Dienstag bis Sonntag
Danach führt der Weg durch den Schnoor, das Quartier mit den engen Gassen und kleinen Häusern. Das Concordenhaus ist ein Wohnhaus von 1630, das um 1950 umgebaut wurde.

Vom Schnoor geht es an die Weser. Dort beginnt die Schlachte.
Schlachte
Die Schlachte ist die Uferpromenade an der Weser. Hier liegt St. Martini direkt am Fluss, und auf dem Teerhof in der Nähe die Weserburg. Die Kirche wurde 1229 erstmals urkundlich erwähnt.
Die Weserburg geht auf Packhäuser zurück. 1893 übernahm die Zigarrenfabrik Ad. Hagens die Anlage, 1923 folgte eine Kaffeerösterei, und 1991 eröffnete dort das Museum Weserburg.

Ab hier folgt der Weg dem Fluss nach Westen, bis zu einem alten Hafenbecken.
Hohentorshafen und Weserufer
Der Hohentorshafen ist ein ehemaliger Sicherheitshafen. Er entstand 1840, als der westliche Teil des Neustadtgrabens vertieft wurde, und hieß zunächst Sicherheitshafen. 1873 wurde er erweitert, seit 1900 heißt er Hohentorshafen. Der frühere Umschlag ist weitgehend einer anderen Nutzung gewichen: Am Becken sitzen Reedereien, dazu kommt Werftnutzung.

Am Ufer liegt der rote Dreimaster „De Liefde“. Er wurde 1941 als Holzfrachter bei Groningen gebaut und kam 2003 nach Bremen.
Von hier geht es zurück in Richtung Innenstadt. Dort liegt die Stephanikirche.


Stephani und Gewerbehaus
Die Stephanikirche liegt im westlichen Teil der Altstadt am Stephanikirchhof. Die Denkmalpflege führt mittelalterliche Bausubstanz, Veränderungen von 1888 bis 1891 und den Wiederaufbau von 1947 bis 1959 nach schwerer Zerstörung auf.
An der Ansgaritorstraße steht das Gewerbehaus. Es wurde ab 1619 als Haus der Wandschneiderzunft gebaut, am Prunkportal stehen die Figuren Justitia, Minerva und Herkules. Nach der Zerstörung im Krieg wurde es von 1948 bis 1959 wiederaufgebaut, heute sitzt die Handwerkskammer darin.



Vom Gewerbehaus sind es noch gut einen Kilometer zurück zum Hauptbahnhof, wo die Runde endet.
Gut zu wissen
- Den Track findest du bei Komoot.
- Bleib auf öffentlichen Wegen und betritt keine Gebäude oder Flächen.
- Die Öffnungszeiten der Kunsthalle stehen auf der Seite der Kunsthalle.
- Am Hohentorshafen werden Flächen noch gewerblich genutzt, bleib dort auf den öffentlichen Wegen.
Fazit
Dom, Marktplatz, Böttcherstraße und Schnoor liegen in der Altstadt dicht beieinander. Davor führt die Runde durch Wohnviertel und am Wall entlang, danach ein langes Stück an der Weser.
Weitere Touren
Weitere Wandertouren findest du unter alle Touren.
