Unterwegs zu Fuß

Weltkulturerbe Rammelsberg in Goslar

Tagesanlagen des Rammelsbergs mit Schornstein vor bewaldetem Hang

Der Rammelsberg liegt am Rand von Goslar. Hier wurde über Jahrhunderte Erz gefördert, bis die Preussag das Bergwerk 1988 schloss. Heute ist der Berg Museum und Besucherbergwerk und gehört seit 1992 zum Welterbe.

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Steckbrief

Ort

Bergtal 19, Goslar (Niedersachsen)

Nutzung

Museum und Besucherbergwerk

Zugang

Täglich geöffnet, von April bis Oktober 9 bis 18 Uhr, von November bis März 9 bis 17 Uhr, am 24. und 31. Dezember geschlossen. Unter Tage geht es mit Führung.

Zustand

Erhalten, seit 1988 kein Erzabbau mehr

Haltestelle

Bergbaumuseum (Stadtbus 803 ab Bahnhof Goslar)

Geschichte

Im Rammelsberg lagen Kupfer-, Blei- und Zinkerze, dazu etwas Silber. Goslarer Silbermünzen waren schon im späten 10. Jahrhundert im Umlauf. Ab dem 15. Jahrhundert wurde vor allem Bleierz abgebaut, in den letzten Jahrzehnten kamen Zinkerz und Schwerspat dazu.

Um 1800 ließ Oberbergmeister Roeder wesentliche Betriebsverbesserungen durchführen. Einige davon sind noch heute zu besichtigen. Seit 1906 wurde das Werk elektrifiziert, Dampf- und Wasserkraft wurden abgelöst.

Von 1935 bis 1942 entstanden neue Übertageanlagen mit der Erzaufbereitung als Kernstück. Sie stammen von den Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer, deren Bauten das Bild des Berges bis heute prägen.

Am Ende gehörte das Bergwerk der Preussag. Nach der Schließung 1988 verhinderte eine Bürgerinitiative den Abriss, so konnte der Berg als Besucherbergwerk wieder geöffnet werden. Insgesamt wurden schätzungsweise 27 Millionen Tonnen Erz gefördert.

1992 nahm die UNESCO den Rammelsberg zusammen mit der Altstadt von Goslar in die Welterbeliste auf, 2010 kam die Oberharzer Wasserwirtschaft dazu. Zu den Denkmälern des Bergwerks zählen der Rathstiefste Stollen aus dem 12. Jahrhundert, das Feuergezäher Gewölbe aus dem 13. Jahrhundert und der Maltermeisterturm aus dem 15. Jahrhundert.

Rundgang

Über Tage

Die Erzaufbereitung ist in Stufen den Hang hinaufgebaut. Dunkle Holzgebäude und Bruchsteinmauern bestimmen das Bild, ein hoher Schornstein überragt die Anlage, weiter oben steht ein Fördergerüst. Zum Angebot gehört eine Führung durch die Aufbereitung.

Ein restaurierter Schrägaufzug fährt in einem offenen Wagen 43 Meter den Hang hinauf und gibt den Blick auf die Anlage von oben frei. Daneben führt eine Treppe am Hang entlang.

Kaue und Waschkaue

In der Kaue wechselten die Bergleute ihre Kleidung, die Arbeitskleidung hängt dort an Ketten unter der Decke. Die Waschkaue hat gekachelte Wände und Duschrohre unter der Decke. An einer Kachelwand hängt ein alter Zigarettenautomat, auf dem noch ein Preis in D-Mark steht.

Unter Tage

Zwei Dauerführungen und eine Abenteuertour führen mit Führung ins Bergwerk. Die Führung durch den Roeder-Stollen folgt dem Wasser, das einst die großen Räder unter Tage antrieb.

Über dem Mundloch des Roeder-Stollens steht auf einer Tafel, dass Roeder den Wasserlauf samt neuen Einrichtungen im Berg entworfen und ausgeführt hat. Begonnen wurde 1798, vollendet 1805. Weiter drinnen sind die Stollen teils mit Netzen gesichert, in anderen liegen Gleise.

Maschinen und Technik

Aus der elektrischen Zeit ist viel Technik erhalten: Schaltanlagen, Maschinen in einer langen Halle, ein Getriebe mit dem Schriftzug DEMAG und eine grüne Elektrolok mit der Nummer 1.

Gut zu wissen

  • Unter Tage herrschen gleichbleibend 12 Grad, an einigen Stellen tropft es. Festes Schuhwerk und eine Jacke werden empfohlen.
  • Für Führungen unter Tage gilt ein Mindestalter von vier Jahren, die Teilnehmerzahl ist begrenzt. In der Hauptsaison bittet das Museum um Voranmeldung.
  • Der Stadtbus 803 fährt alle 30 Minuten vom Bahnhof Goslar zum Bergbaumuseum.

Unterwegs war Sebastian. Mehr über mich