Unterwegs zu Fuß

Kaiserpfalz Goslar

Kaiserpfalz Goslar: Palas mit Reiterstandbildern

Die Kaiserpfalz steht am Rand der Goslarer Altstadt. Der heutige Palas entstand zwischen 1040 und 1050 unter Kaiser Heinrich III. Im Kaisersaal erzählen 68 Gemälde von den mittelalterlichen Kaisern, seit 1992 gehört die Pfalz zum Welterbe.

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Steckbrief

Ort

Kaiserbleek 6, Goslar (Niedersachsen)

Nutzung

Museum und Veranstaltungsort, im Kaisersaal wird jährlich der Kaiserring verliehen

Zugang

Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr, letzter Einlass 16.30 Uhr

Zustand

Erhalten, im 19. Jahrhundert restauriert

Geschichte

Die Pfalz war über mehr als 200 Jahre ein Machtzentrum des Reichs. Die erste Reichsversammlung fand 1009 statt, bis 1253 hielten sich deutsche Könige und Kaiser immer wieder in Goslar auf. Der heutige Palas wurde zwischen 1040 und 1050 unter Heinrich III. errichtet.

Im 19. Jahrhundert wurde der Saalbau restauriert. Der Düsseldorfer Kunstprofessor Hermann Wislicenus malte den Kaisersaal zwischen 1879 und 1897 mit 68 Gemälden aus, sie zeigen mittelalterliche Kaiser von Karl dem Großen bis Konradin.

Rundgang

Palas und Reiterstandbilder

Vor dem Palas stehen auf der Wiese zwei Reiterstandbilder auf hohen Sockeln. Von dort ist die lange Fassade mit ihren Arkaden und Rundbogenfenstern zu überblicken.

Fassade und Tafel

Am Palas sitzen Rundbogenfenster mit Säulen, daneben ein Turm und eine Treppe an den Arkaden. An einer Mauer hängt eine Schiefertafel mit einem Relief der Anlage. Sie nennt erste Bauten um 1005 bis 1015 und den heutigen Palas unter Kaiser Heinrich III. um 1050.

Domvorhalle

Die Domvorhalle aus dem 12. Jahrhundert gehörte zur Stiftskirche St. Simon und Judas, dem Goslarer Dom. Die Kirche wurde zwischen 1819 und 1822 abgerissen, die Vorhalle blieb stehen. Heute verbindet sie Altstadt und Pfalzbezirk.

Der Goslarer Krieger von Henry Moore

Hinter der Pfalz liegt an einer ruhigeren Stelle des Geländes der „Goslarer Krieger“ von Henry Moore. Die Bronze zeigt einen überlebensgroßen Körper, der am Boden liegt. Arme fehlen, ein ausgestrecktes Bein trägt einen großen Schild. Moore bekam 1975 als erster Preisträger den Kaiserring der Stadt Goslar. Der Preis geht seither jährlich an eine*n Künstler*in der Gegenwart.

Im Inneren

Der Kaisersaal misst 47 mal 16 Meter und ist 7 Meter hoch. In den Gewölben des Wintersaals sind die Armlehnen des Goslarer Kaiserstuhls aus der Zeit zwischen 1065 und 1080 ausgestellt, dazu eine Warmluft-Fußbodenheizung aus dem 12. Jahrhundert.

Unter der Pfalzkapelle St. Ulrich liegt in einer Krypta aus dem 12. Jahrhundert die Grabplatte Heinrichs III. aus dem 13. Jahrhundert. Der Überlieferung nach ruht sein Herz noch darunter.

Gut zu wissen

  • Am 24. Dezember und am 1. Januar bleibt die Pfalz geschlossen, an den übrigen Feiertagen ist geöffnet.
  • Einen Audioguide gibt es für 2,50 Euro.

Unterwegs war Sebastian. Mehr über mich