Unterwegs zu Fuß

Goslar zu Fuß: Altstadt, Stadtbefestigung und Kaiserpfalz

Kaiserpfalz Goslar von der Wiese aus, Abendhimmel über dem Palas

Tour in Niedersachsen · Alle Touren und Wege

Die Runde durch Goslar ist 11,7 Kilometer lang und beginnt am Schuhhof in der Altstadt. Der Weg führt am Bahnhof vorbei zu Georgenberg und Neuwerk, in einem weiten Bogen um den Norden und Osten der Stadt, am Breiten Tor und am Zwinger vorbei zur Kaiserpfalz und über den Frankenberg zurück zum Markt. Altstadt und Rammelsberg sind seit 1992 UNESCO-Welterbe.

Gelaufen bin ich die Tour am 18. November 2021, einem Donnerstag.

Inhalt dieser Tour

Strecke

11,7 km

Gehzeit

2:24 h

Art

Rundweg

Start

Schuhhof, Goslar

Ziel

Schuhhof, Goslar

ÖPNV

Bahnhof Goslar, von dort Stadtbus 809 in die Altstadt

  • Mit der Bahn erreichbar

Gelaufen am 18. November 2021

Karte: Rundweg durch GoslarRundweg ab Schuhhof durch die Altstadt von Goslar, im Norden bis zum Bahnhof und zum Neuwerk, im Osten entlang der Stadtbefestigung, im Süden an Zwinger und Kaiserpfalz vorbei und im Westen bis zum Frankenberg, 11,7 km, mit acht nummerierten Abschnitten. Die Pfeile zeigen die Gehrichtung.12345678Start und Ziel: Schuhhof1 km
Rundweg ab Schuhhof in Goslar, 11,7 km. Die Pfeile zeigen die Gehrichtung, die Nummern führen zu den Abschnitten der Route.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Darum lohnt sich die Tour

  • Die Altstadt gehört seit 1992 zum UNESCO-Welterbe, und die Runde führt durch das Jakobiviertel, das Stephaniviertel, den Frankenberg und das Marktviertel.
  • Die Kaiserpfalz aus dem 11. Jahrhundert liegt direkt am Weg.
  • Breites Tor und Zwinger gehören zur Stadtbefestigung, die in mehreren Bauabschnitten entstand.
  • Am Frankenberg stehen kleine Bergarbeiterhäuser neben den Häusern wohlhabender Handwerker.

Anreise

Hin

Mit der Bahn bis Goslar, vom Bahnhof mit dem Stadtbus 809 zur Haltestelle Marktstraße

Zurück

Mit dem Stadtbus 809 oder 803 zurück zum Bahnhof Goslar

Die Runde kommt bei Kilometer 1,7 selbst am Bahnhof vorbei. Wenn du mit dem Zug anreist, kannst du sie also auch dort beginnen. Aus Berlin steigst du meist einmal um, zum Beispiel in Braunschweig oder Magdeburg. Verbindungen findest du in der Fahrplanauskunft der Bahn.

Die Route

Die Runde beginnt am Schuhhof in der Altstadt und läuft zuerst nach Norden bis zum Bahnhof und zum Georgenberg. Von dort schlägt sie einen weiten Bogen nach Osten, kommt durch die Unterstadt zurück in die Altstadt und führt im Süden an der Befestigung entlang zur Kaiserpfalz. Über den Frankenberg geht es zum Markt und zum Schuhhof zurück.

Schuhhof und Jakobiviertel

Der Schuhhof gehört zu den alten Plätzen der Altstadt. Von hier geht es nach Norden ins Jakobiviertel, dessen Mittelpunkt die Jakobikirche bildet. In der Jakobistraße stehen noch Handwerkerhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Auf dem Jakobikirchhof steht seit September 2026 ein Gedenkstein für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. Er wurde 1961 auf dem jüdischen Friedhof aufgestellt und am 7. September 2026 an den Kirchhof versetzt. Bei meiner Runde 2021 stand er dort noch nicht.

Bahnhof, Georgenberg und Neuwerk

Bei Kilometer 1,7 kommt der Weg am Bahnhof Goslar vorbei, von dem aus der Stadtbus in die Innenstadt fährt. Dahinter wird es ruhiger. Auf dem Georgenberg liegen die Reste der Stiftskirche St. Georg, die bei Grabungen 1883 bis 1885 und 1963 und 1964 untersucht wurden. Ihr Zentralbau wird in die Zeit um 1025 datiert.

Ein Stück weiter steht die Neuwerkkirche, eine romanische Klosterkirche am Rand der Altstadt. An der Bismarckstraße steht außerdem das Denkmal für Otto von Bismarck von 1902, gut hundert Meter abseits der Route.

Nord- und Ostbogen

Hinter dem Neuwerk verlässt die Runde die Altstadt. Knapp vier Kilometer läuft der Weg außerhalb der alten Stadt in einem weiten Bogen nach Norden und Osten, bis er am Breiten Tor wieder auf die Befestigung trifft. Der Abschnitt ist kurz erzählt: Er verbindet die Quartiere im Norden mit denen im Osten.

Breites Tor und Stephaniviertel

Das Breite Tor ist ein erhaltenes Tor der Stadtbefestigung. Zusammen mit der Torburg und dem Zwinger bildet es ein Ensemble, das in mehreren Bauabschnitten entstand. Der Weg führt direkt daran vorbei in die Unterstadt.

Das Stephaniviertel ist die historische Unterstadt, ihre Hauptachsen waren die Breite Straße und die Kornstraße. Innerhalb der Wälle lagen hier bis ins 18. und 19. Jahrhundert noch unbebaute Gartenflächen. Im Jahr 1728 zerstörte ein Brand große Teile des Viertels, darunter die alte Stephanikirche. Die heutige Kirche St. Stephani entstand danach: Der Grundstein wurde 1729 gelegt, eingeweiht wurde sie 1734, der Turm war 1736 fertig.

Zwinger und Jägerdenkmal

Im Süden der Altstadt begleitet der Weg die Wallanlagen. Der Zwinger ist ein erhaltener, turmartiger Teil der Befestigung. Als Feuerwaffen aufkamen, reichten die mittelalterlichen Mauern nicht mehr aus, und die Stadt verstärkte sie mit Erdwällen, Gräben und Artillerietürmen.

An der Wallstraße steht das Denkmal der Goslarer Jäger. Der Bildhauer Kurt Elster schuf es 1926, auf dem Sockel steht „Den gefallenen Goslarer Jägern“.

Von hier sind es gut dreihundert Meter bis zur Kaiserpfalz. Sie ist die nächste große Station der Runde und liegt unmittelbar am Weg.

Kaiserpfalz und Domvorhalle

Die Kaiserpfalz entstand im 11. Jahrhundert unter Kaiser Heinrich III. Im 19. Jahrhundert wurde sie umfassend restauriert, im Reichssaal malte Hermann Wislicenus Wandbilder. Die Pfalz gehört zum Welterbe der Altstadt.

Frontansicht der Kaiserpfalz Goslar mit den beiden Reiterstandbildern

Eigener Beitrag

Kaiserpfalz Goslar

  • Lage Kaiserbleek 6
  • Palas 1040 bis 1050
  • Nutzung Museum und Veranstaltungsort
Ortsporträt lesen

Neben der Pfalz stand bis ins 19. Jahrhundert die Stiftskirche St. Simon und Judas, der Goslarer Dom. Sie wurde abgebrochen, erhalten blieb nur die Domvorhalle.

Am Liebfrauenberg stehen viele Häuser mit Schieferverkleidung, wie sie für Goslar typisch sind.

Von dort geht es nach Westen zum Frankenberg.

Frankenberg

Der Frankenberg war das Viertel der Bergleute. Von hier führte der Weg zum Rammelsberg, dem Erzbergwerk, von dem die Stadt wirtschaftlich abhing. Der Rammelsberg selbst liegt knapp anderthalb Kilometer südlich der Runde und gehört nicht zur Strecke.

Tagesanlagen des Rammelsbergs mit Schornstein vor bewaldetem Hang

Eigener Beitrag

Weltkulturerbe Rammelsberg

  • Lage Bergtal 19
  • Nutzung Museum und Besucherbergwerk
  • Welterbe seit 1992
Ortsporträt lesen

Im Viertel, vor allem in der Peterstraße, stehen kleinere Fachwerkhäuser der Bergarbeiter. Daneben finden sich Häuser wohlhabender Handwerker und Unternehmer, und auch das Stammhaus der Familie Siemens steht hier.

Auch die Kettenstraße und die Beekstraße waren Wohnstraßen der Bergleute.

Auf dem Frankenberger Plan steht eine Brunnenfigur mit Brunnenschale, die Georg Fürstenberg 1951 geschaffen hat. Von ihm stammt auch das Bergfenster von 1968 in der Frankenberger Kirche.

Die Frankenberger Kirche St. Peter und Paul ist eine romanische Pfeilerbasilika, mit dem Bau wurde um 1120 begonnen. Im Viertel galt sie als Kirche der Bergleute. Am Platz liegt außerdem das Kleine Heilige Kreuz, eines der mittelalterlichen Hospitäler der Stadt. Von hier geht es zurück in die Mitte der Altstadt.

Hoher Weg, Markt und Rathaus

Im Hohen Weg steht das Brusttuch, ein Haus von 1521 mit reich geschnitzter Fassade. Nicht weit davon liegt das Große Heilige Kreuz, ein weiteres erhaltenes Hospital aus dem Mittelalter.

Der Markt war der Mittelpunkt von Handel und Verwaltung. Hier stehen das Rathaus mit dem spätgotischen Huldigungssaal und die Kaiserworth, das Gildehaus der Fernhandelskaufleute, mit Arkaden und figürlich geschmückter Fassade.

Die Marktkirche St. Cosmas und Damian gehört zu den fünf kirchlichen Mittelpunkten der Altstadt und prägt das Marktviertel.

Vom Markt sind es noch knapp zweihundert Meter zum Schuhhof, wo die Runde nach 11,7 Kilometern endet.

Gut zu wissen

  • Den Track findest du bei Komoot.
  • Öffnungszeiten und Zugang von Kaiserpfalz und Kirchen stehen auf den Seiten der Betreiber.
  • Zum Rammelsberg fährt der Stadtbus 803 bis zur Haltestelle Bergbaumuseum.

Weitere Touren

Unterwegs war Sebastian. Mehr über mich