Das Bauhaus Museum Dessau steht am Rand des Stadtparks, mitten in der Stadt und etwa anderthalb Kilometer vom historischen Bauhausgebäude entfernt. Es ist ein Neubau aus dem Jahr 2019, gebaut für die Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau. Auf meiner Wanderung von Roßlau nach Dessau bin ich in der Nähe vorbeigekommen, nach der Tour bin ich noch einmal hierher zurückgegangen.
Steckbrief
Architekt*in
addenda architects, Barcelona
Gebaut
2017 bis 2019, eröffnet am 8. September 2019
Ort
Mies-van-der-Rohe-Platz 1, Dessau-Roßlau
Nutzung heute
Museum der Stiftung Bauhaus Dessau
Nächste Haltestelle
Bauhausmuseum (Straßenbahn)
Ein Wettbewerb mit 831 Entwürfen
Ende 2015 entschied ein offener internationaler Wettbewerb über den Neubau. Unter 831 Einreichungen aus der ganzen Welt gewann der Entwurf von addenda architects, einem jungen Büro aus Barcelona. Beim Wettbewerb trat das Team noch unter dem Namen González Hinz Zabala an. Bund und Land Sachsen-Anhalt trugen die Kosten je zur Hälfte, die Stadt Dessau-Roßlau stellte das Grundstück im Stadtpark.
Gebaut wurde ab Mai 2017, knapp zweieinhalb Jahre lang. Eröffnet wurde das Museum am 8. September 2019, im Jahr, in dem das Bauhaus 100 Jahre alt wurde. Zur Eröffnung kam Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Haus im Haus
Von außen ist das Museum ein langer, flacher Kasten aus Glas, 105 Meter lang, 25 Meter breit und 12 Meter hoch. Die Glashülle läuft auf allen vier Seiten um das Gebäude herum. Die Architekt*innen nennen sie eine Art Wintermantel aus Glas.
Im Obergeschoss steckt in dieser Hülle ein geschlossener Riegel aus Stahlbeton, die Black Box, etwa 100 Meter lang und 18 Meter breit. Er ruht auf zwei Treppentürmen und ragt an beiden Enden weit über sie hinaus, deshalb sieht er aus, als würde er schweben. In der Black Box gibt es kein Tageslicht, damit empfindliche Stücke vor Licht und Klimaschwankungen geschützt sind. Darin liegt die Dauerausstellung auf 1.500 Quadratmetern.
Das Erdgeschoss darunter ist offen und hell. Hier sind die Museumskasse, das Café und der Shop, außerdem eine Fläche für Veranstaltungen, die Offene Bühne.
Eine Sammlung, die 1976 anfing
Die Sammlung ist älter als das Museum. Sie begann 1976 in der DDR, als das Wissenschaftlich-Kulturelle Zentrum im frisch wiederhergestellten Bauhausgebäude einzog. Am 1. November 1976 stellte die Leipziger Galerie am Sachsenplatz der Stadt Dessau 148 Arbeiten von Bauhäusler*innen in Rechnung, für zusammen 145.000 Mark. Das war der Grundstock.
Heute umfasst die historische Sammlung der Stiftung über 50.000 Objekte. Ihr Schwerpunkt sind die Dessauer Jahre des Bauhauses von 1925 bis 1932, dazu kommen seine Wurzeln, Einflüsse und seine Wirkung in der Welt bis heute. Die Dauerausstellung heißt „Versuchsstätte Bauhaus. Die Sammlung“ und zeigte zur Eröffnung mehr als 1.000 Stücke: Stahlrohrmöbel von Marcel Breuer und Ludwig Mies van der Rohe, Leuchten und Geschirr von Marianne Brandt, Holzschnitte von Gerhard Marcks, dazu Zeichnungen, Skizzen, Fotos und Filme.
Gut zu wissen
Das Museum hat dienstags bis sonntags geöffnet, von März bis Oktober von 10 bis 18 Uhr, von November bis Februar von 10 bis 17 Uhr. Montags ist geschlossen. Für die Ausstellung gibt es Tickets mit Zeitfenster. Vom Hauptbahnhof sind es etwa 750 Meter über den Ausgang Ost in Richtung Stadtzentrum, die Straßenbahnhaltestelle Bauhausmuseum liegt 40 Meter vom Haupteingang entfernt. Zum historischen Bauhausgebäude an der Gropiusallee fährt der Bauhausbus, Linie 10.
Am Weg
Das Museum liegt an meiner Tour Von Roßlau nach Dessau.
Weitere Orte in Dessau stehen auf der Seite Wandern in Sachsen-Anhalt.
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
