Unterwegs zu Fuß

Italienischer Ehrenfriedhof im Waldfriedhof Zehlendorf

Gedenkanlage mit Bronzefigur auf dem Italienischen Ehrenfriedhof

Der Italienische Ehrenfriedhof, eingeweiht 1958.

Der Italienische Ehrenfriedhof liegt auf dem Waldfriedhof Zehlendorf in Nikolassee. Er wurde 1953 angelegt und wurde am 21. Dezember 1958 eingeweiht. Hier liegen mehr als 1.100 italienische Soldaten, die meisten Kriegsgefangene und Militärinternierte, teils Unbekannte.

Eine Wiese im Kiefernwald

Der Waldfriedhof an der Adresse Wasgensteig 30 wurde 1945 in einen bestehenden Kiefernwald hinein geplant. Der Nordwestteil entstand 1946 und 1947 nach Plänen von Herta Hammerbacher. Mit 375.000 Quadratmetern ist er der größte und zugleich jüngste landeseigene Friedhof im Bezirk. Der Friedhof hat überwiegend den Charakter einer Waldlandschaft, Hecken zwischen den Grabreihen gibt es nicht. Der Kiefernbestand war bei der Anlage teils schon rund 50 Jahre alt und musste ausgelichtet werden. Bis 1954 erweiterte M. Dietrich den Friedhof, heute sind dort rund 40.000 Menschen bestattet.

Der Ehrenfriedhof setzt sich davon ab: Er liegt auf einer weitläufigen, baumlosen Wiesenfläche. Ursprünglich reihten sich dort 1.166 kleine Kissensteine. Die Steine waren nur zum Teil belegt.

Die Gräber

Bestattet sind italienische Soldaten, die meisten von ihnen Kriegsgefangene, die in Berlin und Brandenburg starben. Italien hatte nach dem 8. September 1943 Hunderttausende seiner Soldaten in Deutschland interniert, viele starben an den Entbehrungen der Gefangenschaft oder durch nationalsozialistische Gewalt. Ihre Toten lagen zunächst in Dallgow und kamen ab 1955 nach Zehlendorf. Eine zweisprachige Tafel nennt 1.177 Bestattete, 1.062 davon namentlich bekannt, bei den übrigen ist die Identität unbekannt. Die Anlage heißt auch Cimitero Militare Italiano, die italienische Botschaft nennt sie so. Sie hat einen eigenen Seiteneingang, ein Steinkreuz und einen Altar. Anfang November lädt die Botschaft zu einer Kranzniederlegung am Altar ein. Die Kapellenanlage des Waldfriedhofs entstand 1956 bis 1958 nach einem Wettbewerbsentwurf von Sergius Ruegenberg und Wolf von Möllendorff.

Auf dem Waldfriedhof liegen außerdem 44 Ehrengräber des Landes Berlin.

Ort

Waldfriedhof Zehlendorf, Wasgensteig 30, Nikolassee

Angelegt

1953, eingeweiht 1958

Bestattete

Mehr als 1.100 italienische Soldaten, überwiegend Kriegsgefangene und Militärinternierte, teils unbekannt

Zustand

Teil des Waldfriedhofs, Wiesenfläche mit Kissensteinen

Nächste Haltestelle

Waldfriedhof Zehlendorf (ca. 280 m), Studentendorf Schlachtensee (ca. 350 m)

Am Weg

Ich bin hier auf meiner Tour durch Nikolassee vorbeigekommen: Nikolassee.

HWaldfriedhof ZehlendorfHStudentendorf Schlachtensee
Der Standort ist nur ungefähr eingezeichnet. Die H markieren die nächsten Haltestellen.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

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