Die Raststätte Dreilinden, eröffnet 1973.
Dreilinden ist der Südrand von Nikolassee, wo die Transitautobahn von West-Berlin nach Westdeutschland ihren Kontrollpunkt hatte. Der amerikanische Teil hieß Checkpoint Bravo. Die Anlage an der Potsdamer Chaussee 61A bis 63 steht als Gesamtanlage unter Denkmalschutz.
Der Kontrollpunkt
Die Auffahrten des Autobahnkleeblatts waren 1940 fertig. Die DDR beschloss 1968 eine neue Autobahnführung, deshalb gab sie den älteren Kontrollpunkt bei Albrechts Teerofen bis 1969 auf. Der neue Kontrollpunkt wurde 1968 bis 1972 gebaut. Checkpoint Bravo war einer von drei amerikanisch genutzten alliierten Kontrollpunkten und bis 1989/90 einer der wichtigsten Übergänge von West-Berlin aus.

Das H-förmige Kontrollgebäude mit Brückenbauteil entwarf Hans-Joachim Schröter vom Bauamt Nord der Oberfinanzdirektion, die Flachbauten sind mit weißem Keramikmosaik verkleidet. Zur Anlage gehören ein großer Stauraum-Parkplatz, zwei Tankstellen und Rampen zur Verplombung von Lkw, die 1972 erweitert wurden. Nach dem Viermächteabkommen verlor die Anlage Ende der 1970er Jahre an Bedeutung. Ihre Struktur ist bis heute weitgehend unverändert.

Auf der anderen Seite der Autobahn lag der DDR-Übergang, die Grenzübergangsstelle Drewitz. Sie wurde 1993 abgerissen, nur der Kommandantenturm blieb. Dort betreibt der Verein Checkpoint Bravo eine Erinnerungs- und Begegnungsstätte, die Ausstellung eröffnete 2009. Vom Mauerweg aus sind die denkmalgeschützten Gebäude des West-Kontrollpunkts von der Königswegbrücke zu sehen, eine Infotafel zeigt historische Bilder.
Die Raststätte
Rainer G. Rümmler von der Senatsverwaltung für Bau- und Wohnungswesen entwarf die Raststätte Anfang der 1970er Jahre als Gegenpol zum DDR-Abfertigungsgebäude und als Aushängeschild West-Berlins. Auffällig ist der Kopfbau mit blauem Turmaufsatz und drehbarem gelben R. Die Formensprache orientiert sich laut Denkmaldatenbank an der Neuen Sachlichkeit und an einer Avus-Raststätte von 1935/36. Die Raststätte eröffnete im Frühjahr 1973.
Sie war wirtschaftlich von Anfang an erfolglos, mehrere Betreiber scheiterten. Um 1978 richtete ein Imbiss sich für Fernfahrer ein. 2002 zog der Zoll aus, seitdem steht das Gebäude leer.
Die beiden Tankstellen sind baugleich, entstanden 1968/69 als Stahlskelettbauten mit großem Dach und roter Kante und sind lange außer Betrieb. Nahe den Tankstellen steht auf einem Granitsockel der Berliner Bär von Renée Sintenis aus dem Jahr 1956, er winkt den Einreisenden zu.

Eigentümer und Pläne
Nach der Wende fanden sich lange keine tragfähigen Pläne. Ein Hotel mit Disko und American Diner scheiterte 2010 trotz Baugenehmigung mangels Betreibern. 2012 wurde das Gelände für 535.000 Euro ersteigert. Der Eigentümer wollte unter anderem Baumaschinen zeigen, Natursteine verkaufen und einen Vergnügungspark bauen, das lehnten Bezirk und Denkmalschützer ab. 2018 genehmigte das Bezirksamt ein Autohaus mit Oldtimer-Pavillon, umgesetzt wurde es nicht.
2023 ging das Gelände an die Gotthard König GmbH, die als Autohaus König bekannt ist. Sie plante dort Gastronomie, einen Treffpunkt für Autofans sowie Büro- und Eventräume. Anfang 2025 berichtete der Tagesspiegel, die Fassade sei denkmalgerecht saniert, im Inneren liefen die Arbeiten. Das Autohaus hatte Ende November 2024 den Bauantrag zurückgezogen, weil die Zufahrt über Flächen der Autobahn GmbH führt und dafür eine Durchfahrtserlaubnis nötig ist. Das Gelände ist Privatbesitz und darf nicht betreten werden.

Steckbrief
Architekt*in
Hans-Joachim Schröter (Kontrollgebäude), Rainer G. Rümmler (Raststätte und Tankstellen), Bildhauerin Renée Sintenis (Bär)
Ort
Potsdamer Chaussee 61A bis 63, Nikolassee
Gebaut
1968 bis 1973, Bär 1956
Zustand
Gesamtanlage unter Denkmalschutz, Raststätte leerstehend
Nächste Haltestelle
Isoldestraße (ca. 460 m)
Am Weg
Ich bin hier auf meiner Tour durch Nikolassee vorbeigekommen: Nikolassee.
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Weitere Orte im Bezirk: Die frühere Grenze an der Autobahn beschreibt auch die Etappe 5 des Berliner Mauerwegs. Alle Ortsteile von Steglitz-Zehlendorf stehen auf der Seite Steglitz-Zehlendorf.
