Das Museum Berlin-Karlshorst in der Zwieseler Straße 4.
Das Museum Berlin-Karlshorst steht in der Zwieseler Straße 4 im Ortsteil Karlshorst. Hier unterzeichnete die Wehrmacht in der Nacht vom 8. zum 9. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation, und der Saal dafür ist erhalten. Heute zeigt das Haus, was der deutsche Krieg gegen die Sowjetunion bedeutete, und der Eintritt kostet nichts.
Vom Offizierskasino zum Kapitulationssaal
Das Haus gehörte zur Pionierschule I der Wehrmacht. Gebaut wurde ab 1936, der Lehrbetrieb begann am 1. April 1937. Ausgebildet wurden Offiziere und Unteroffiziere der Pioniere, und das Gebäude an der Zwieseler Straße war das Offizierskasino.
Am 23. April 1945 besetzte ein sowjetisches Bataillon das Gelände, und die Sowjetische Militäradministration richtete hier ihr Hauptquartier ein. In der Nacht vom 8. zum 9. Mai unterschrieben die Oberbefehlshaber der Wehrmacht im Beisein von Delegationen der Sowjetunion, der USA, Großbritanniens und Frankreichs die bedingungslose Kapitulation. Für die Wehrmacht unterzeichnete Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, für die Sowjetunion Marschall Georgi Schukow. Vorausgegangen war am 7. Mai die Erklärung in Reims. Der Saal, in dem das geschah, ist erhalten und bildet heute das Zentrum des Museums.

Bis 1949 war das Haus Sitz des Chefs der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland. 1967 gründeten die sowjetischen Truppen hier ein Museum, das „Museum der bedingungslosen Kapitulation des faschistischen Deutschlands im Großen Vaterländischen Krieg 1941 bis 1945“. Es bestand bis 1994. Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen einigten sich die Regierungen darauf, den Ort zu erhalten. Das heutige Museum wurde 1994 gegründet und am 10. Mai 1995 eröffnet. Ab 1997 gehören auch die Ukraine und Belarus zum Trägerverein. Die heutige Dauerausstellung „Deutschland und die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg“ wurde 2013 eröffnet.
Der Name auf dem Schild
Offiziell heißt das Haus seit 1994 Museum Berlin-Karlshorst, so steht es im Vereinsregister. „Deutsch-Russisches Museum“ war ein Beiname, der schon lange umstritten war, weil er die Arbeit des Hauses nur unzureichend abbildete. Mit dem Beginn der russischen Großinvasion in der Ukraine am 24. Februar 2022 wurde der Schriftzug gestrichen. Seitdem weht vor dem Haus nur noch die ukrainische Flagge. Träger ist der Verein Museum Berlin-Karlshorst e.V., an dem Deutschland, Russland, die Ukraine und Belarus beteiligt sind.
Panzer und Geschütze im Garten
Im Garten stehen Panzer und Geschütze der Roten Armee. Sie gehörten bis August 1994 dem Zentralmuseum der Streitkräfte der Russischen Föderation in Moskau und gehören seitdem dem Museum. Der T-34/85 wurde 1944 gebaut, auf seinem Turm steht „За Родину!“, übersetzt „Für die Heimat!“. Der schwere Panzer IS-2m wurde im Dezember 1944 in Tscheljabinsk gebaut, kam 1945 mit der Roten Armee nach Berlin und wurde Anfang der 1950er Jahre modernisiert. Dazu kommen unter anderem die Selbstfahrlafetten SU-100 und ISU-152 und ein Katjuscha-Raketenwerfer auf einem sowjetischen Lkw der Nachkriegszeit.

Im Garten steht außerdem ein Segment der Berliner Mauer. Kinder haben es bei den Deutsch-Russischen Festtagen 2016 bemalt, die Firma THEO Event GmbH schenkte es dem Museum im November 2016. Ebenfalls im Garten steht die Bronzeskulptur „Durchschossener Brückenpfeiler Schlüterstraße“ von Jan Henderikse aus dem Jahr 1998.



Gut zu wissen
Das Museum ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, montags geschlossen. Am 24. und 31. Dezember und am 1. Januar bleibt es zu. Alle Ebenen sind mit Aufzug und Rampen erreichbar. Ein Audioguide kostet 3 Euro, ermäßigt 1 Euro. Von der S-Bahn fährt der Bus 296 zur Haltestelle Museum Karlshorst.
Steckbrief
Ort
Zwieseler Straße 4, 10318 Berlin, Karlshorst
Gebaut
1936 bis 1938 als Pionierschule I der Wehrmacht
Zustand
Erhalten, als Museum genutzt
Zugang
Eintritt frei
Nächste Haltestelle
Museum Karlshorst (Bus 296, ab S Karlshorst oder U Tierpark)
Am Weg
Ich bin hier auf meiner Runde durch Karlshorst vorbeigekommen: Karlshorst.
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
