Karlshorster Eingang der Trabrennbahn, gebaut 1911 bis 1913
Die Trabrennbahn Karlshorst im Berliner Ortsteil Karlshorst steht als Ensemble unter Denkmalschutz. Auf dem Gelände und an seinem Rand stehen die Tribüne von 1935 nach Plänen von Heinrich Straumer, das Rennreiterdenkmal von 1925 und der frühere Haupteingang. Gerennt wird bis heute, auf einer 1.200 Meter langen Bahn.
Von der Hindernisbahn zur Trabrennbahn
Die Rennbahn wurde am 9. Mai 1894 eröffnet, als Bahn für Hindernis- und Jagdrennen. Der Verein für Hindernisrennen hatte sie von Westend nach Karlshorst verlegt.
Die heutige Tribüne wurde 1935 eröffnet und löste eine Holztribüne ab. Ihr Architekt war Heinrich Straumer. Der Bau ist 95 Meter lang und 32 Meter tief und fasst 2.300 Zuschauer*innen. Er folgt der Neuen Sachlichkeit, kommt ohne Ornamente aus und ist im Mittelteil der Westfassade voll verglast.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage zur Trabrennbahn umgebaut. Das erste Trabrennen fand am 1. Juli 1945 statt, auf Geheiß des sowjetischen Kommandanten, wie die Chronik des Karlshorst e.V. festhält. Bis zum Mauerbau 1961 bestanden offizielle Verbindungen zur Trabrennbahn Mariendorf, danach führte ein volkseigener Betrieb die Karlshorster Bahn. 1985 wurde sie mit einer 1.200 Meter langen Bahn nach internationalem Standard wiedereröffnet.
Nach 1990
1990 fiel die Rennbahn an die Treuhand, der volkseigene Betrieb wurde abgewickelt. Ein Rennverein betrieb sie ab 1995 selbständig, bis er 1999 zahlungsunfähig wurde. Über die Insolvenz berichtete die Berliner Zeitung im März 2000. Im März 2004 verkaufte die TLG als Nachfolgerin der Treuhand die rund 37 Hektar an den Pferdesportpark Berlin-Karlshorst e.V., der die Bahn bis heute betreibt.
Ein Teil des früheren Geländes ist heute Wohngebiet: Im Carlsgarten begann 2004 der Bau von rund 500 Häusern. Auf einer zuvor brachliegenden Fläche wurde 2019 ein Reittherapiezentrum eingeweiht. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz förderte von 2023 bis 2025 die Sanierung der Tribünenfenster und die Instandsetzung des Dachs. Die Restaurierung der Blechabdeckungen steht noch aus.

Das Rennreiterdenkmal
Das Rennreiterdenkmal von Willibald Fritsch wurde am 23. September 1925 im Beisein von Reichspräsident Hindenburg enthüllt. Ein nackter junger Mann sitzt auf einem galoppierenden Vollblut, beides in Bronze, auf einem dreistufigen Sockel. Das Denkmal erinnert an 97 Herrenreiter und 20 Berufsreiter, die im Ersten Weltkrieg fielen. Ihre Namen standen auf 24 Tafeln des Sockels.

Nach 1945 wurden die Namen abgeschliffen und verfüllt. 2007 wurde die Figur wegen der Einsturzgefahr des Sockels abgenommen, restauriert und am 14. Dezember 2007 auf einem neu aufgebauten Sockel wieder aufgestellt. Die Namen ließen sich dabei nur teilweise wieder sichtbar machen. Das Denkmal steht auf dem Gelände an einem Waldweg ab dem Eingang.
Der Karlshorster Eingang
Der frühere Haupteingang an der Treskowallee entstand zwischen 1911 und 1913. Zuerst führte er zur Hindernisbahn, später zur Trabrennbahn, mit Kassen in den Seitenflügeln und einem begehbaren Turm. Heute hat er keine Funktion mehr und gehört nicht zum Pferdesportpark. Am Turm ist ein Relief mit einem Traber vor dem Sulky angebracht, auf dem Dach der Seitenflügel steht in großen Buchstaben KARLSHORST.
Neue Pläne für das Gelände
Der Bezirk Lichtenberg beschloss Ende 2021 die Aufstellung des Bebauungsplans 11-178. Am Rand des rund 37 Hektar großen Areals sind etwa 500 Wohnungen und Gewerbeflächen vorgesehen. Der Betreiber nennt außerdem eine Reithalle, eine Boulderhalle, Tennisplätze und einen Sportplatz und sieht in dem Verfahren die Grundlage für Investitionen. Der Karlshorst e.V. schlägt dagegen eine „Domäne Karlshorst“ vor: Die Anlage würde zurückgekauft und als Mix aus Pferdesport, Natur, Bildung und Kultur betrieben. Bezirk und mehrere Fraktionen sehen das Konzept wegen der Finanzierung skeptisch.
Gut zu wissen
Der Pferdesportpark nennt den Eintritt zu den Rennen frei. Renntage und Veranstaltungen stehen im Kalender auf seiner Website.
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Steckbrief
Architekt*in
Heinrich Straumer (Tribüne)
Künstler*in
Willibald Fritsch (Rennreiterdenkmal)
Ort
Treskowallee 129, Karlshorst
Gebaut
Rennbahn 1894, Eingang 1911 bis 1913, Rennreiterdenkmal 1925, Tribüne 1935
Denkmal
Ensemble Trabrennbahn Karlshorst und Hindernisrennbahn Karlshorst, Obj.-Dok.-Nr. 09085119
Zustand
erhalten, in Betrieb
Zugang
Eintritt zu den Rennen frei, Termine im Kalender des Pferdesportparks
Nächste Haltestelle
Traberweg (Tram 21, 27 und 37, ca. 120 m), S Karlshorst (S3, ca. 550 m)
Am Weg
Ich bin hier auf meiner Runde durch Karlshorst vorbeigekommen: Karlshorst. Die Strecke Von Biesdorf nach Karlshorst endet an der Westseite des Geländes.
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Weitere Orte in Karlshorst: Demut: Die Unschuld an der Odinstraße. Alle Ortsteile des Bezirks stehen auf der Seite Lichtenberg.
