Tour in Berlin-Biesdorf, Oberschöneweide und Karlshorst · Alle Touren und Wege
Diese Strecke führt von Biesdorf-Süd über das Naturschutzgebiet Biesenhorster Sand und durch die Wuhlheide bis an die Trabrennbahn Karlshorst. Sie ist 8,3 Kilometer lang und keine Runde: Start und Ziel liegen gut drei Kilometer Luftlinie auseinander. Unterwegs geht es um den früheren Rangierbahnhof Wuhlheide, eine drehbare Luftschiffhalle, die nicht mehr steht, den Pionierpark mit Parkeisenbahn und FEZ und die Rennbahn Karlshorst.
Start und Ziel haben keine eigene Haltestelle. Vom U-Bahnhof Biesdorf-Süd (U5) sind es rund 260 Meter zum Start, vom Ziel rund 840 Meter Luftlinie zum S-Bahnhof Karlshorst (S3).
Inhalt dieser Tour
Steckbrief
Strecke
8,3 km
Gehzeit
1:41 h
Art
Strecke
Start
Nahe U-Bahnhof Biesdorf-Süd
Ziel
Westseite der Trabrennbahn Karlshorst
ÖPNV
U5 bis Biesdorf-Süd, rund 260 m bis zum Start; ab Ziel rund 840 m Luftlinie bis S Karlshorst (S3)
Untergrund
Sand-, Wald- und asphaltierte Wege
- Mit der Bahn erreichbar
Gelaufen am 14. Mai 2022
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Darum lohnt sich die Tour
- Der Weg führt über den Biesenhorster Sand, einen früheren Rangierbahnhof, der heute Naturschutzgebiet mit Sandtrockenrasen ist.
- Bei Kilometer 1,5 liegt etwas abseits des Weges die Stelle, an der die drehbare Luftschiffhalle der Siemens-Schuckertwerke stand.
- Die Wuhlheide war ein Volkspark der Weimarer Republik und später der Pionierpark der DDR. Das FEZ, 1979 als Pionierpalast eröffnet, steht seit 2025 unter Denkmalschutz.
- Neben dem Weg liegen die Parkeisenbahn, die Parkbühne und ein Sportplatz im Park, am Ziel die Trabrennbahn Karlshorst.
Anreise
Hin
U5 bis Biesdorf-Süd
Zurück
S3 ab Karlshorst, vom Ziel rund 840 Meter Luftlinie bis zum S-Bahnhof
Hinweis
Start und Ziel haben keine eigene Haltestelle. Die Wege von und zu den Stationen sind nicht Teil des Tracks.
Die Route
Die Strecke beginnt in Biesdorf und führt nach Süden über das Gelände des früheren Rangierbahnhofs. Am S-Bahnhof Wuhlheide geht es in den Park, durch den Pionierpark nach Westen und dann nach Nordwesten bis an die Trabrennbahn.
Start im Bahnkorridor
Der Start liegt rund 260 Meter südwestlich vom U-Bahnhof Biesdorf-Süd. Von hier geht der Weg nach Süden, am früheren Rangierbahnhof Wuhlheide entlang. Der Rangierbahnhof am Berliner Außenring wurde am 1. Oktober 1953 eröffnet und am 10. Januar 1994 stillgelegt. Bahnbetrieb und Militär bestimmten das Gelände, bis die Gleisflächen nicht mehr gebraucht wurden.



Naturschutzgebiet auf der Bahnbrache
Seit März 2021 ist der Biesenhorster Sand Naturschutzgebiet. Die Senatsverwaltung nennt für das Schutzgebiet 42,89 Hektar, der NABU beschreibt den Landschaftsraum insgesamt mit rund 108 Hektar. Auf den Gleisflächen entstand nach der Stilllegung eine Bahnbrache mit Sandtrockenrasen. Geschützt wird hier nicht dichter Wald, sondern die offene Fläche. Ohne Pflege würde sie zuwachsen, deshalb halten Schafbeweidung, Gehölzrückschnitt und Einsätze von Ehrenamtlichen sie frei.

Wo die Luftschiffhalle stand
Bei Kilometer 1,5 liegt etwas abseits des Weges die Stelle, an der die Siemens-Schuckertwerke 1909 eine auf Schienen drehbare Luftschiffhalle errichteten. Sie war nach der Denkmalpflege-Dokumentation des Bezirksamts Lichtenberg etwa 135 Meter lang und je 25 Meter breit und hoch. Am 23. Januar 1911 stieg hier das Luftschiff Siemens-Schuckert I zu seinem ersten, rund 40-minütigen Flug auf; die Museumsstiftung Post und Telekommunikation zeigt dazu ein Foto. Von der Halle ist nichts erhalten. Eine Runde durch das Naturschutzgebiet steht auf der Seite zum Biesenhorster Sand.
Gleise und Bahnreste am Weg
Zwischen Kilometer 1,8 und 3 liegen am Weg Gleise mit Oberleitung und Reste des Bahnbetriebs: Schwellenstapel, ein Signal an einem Mast, ein Verteilerkasten mit Graffiti. Dazwischen wachsen Gräser und Gehölze auf Sand.






Vom Gleiskorridor in die Wuhlheide
Bei Kilometer 3,8 führt der Track am S-Bahnhof Wuhlheide (S3) vorbei. Die Berliner Parkeisenbahn hat seit 1993 eine Stichstrecke zum S-Bahnhof, wie die Parkeisenbahn schreibt. Danach geht der Weg in die Wuhlheide. Den Wald kaufte 1911 der Zweckverband Groß-Berlin unter der Bedingung, ihn zu erhalten und einen Park anzulegen. Ab 1919 entstand unter Gartendirektor Ernst Harrich ein Volks- und Waldpark, wesentliche Anlagen waren 1932 fertig. Im Zweiten Weltkrieg wurden Teile zerstört oder militärisch und für Zwangsarbeit genutzt, ab 1950 baute die DDR den östlichen Teil zum Pionierpark „Ernst Thälmann“ um (Bezirksamt Treptow-Köpenick).

Pionierpark: Parkeisenbahn, FEZ und Parkbühne
Die Parkeisenbahn Wuhlheide fährt seit 1956. In der DDR war sie eine Pioniereisenbahn: Kinder und Jugendliche übernahmen unter Aufsicht Aufgaben im Bahnbetrieb. Nach 1990 wurde der Bahnhof Pionierpalast zum Eichgestell und der Bahnhof Pionierpark „Ernst Thälmann“ zum Hauptbahnhof. Die beiden Bahnhöfe liegen bei Kilometer 5,0 und 5,8 rund 120 und 170 Meter vom Track entfernt (Parkeisenbahn Wuhlheide).
Bei Kilometer 5,3 liegt rund 75 Meter neben dem Track das FEZ. Der Bau wurde 1976 bis 1979 nach Entwürfen von Günter Stahn als Pionierpalast „Ernst Thälmann“ errichtet und am 3. Oktober 1979 eröffnet. Er war eine zentrale außerschulische Freizeit- und Bildungsstätte der DDR, mit Theater, Sport und naturwissenschaftlichen Angeboten. Seit 2025 steht die Anlage unter Denkmalschutz, dazu gehören nach dem Landesdenkmalamt auch der Kugelbrunnen am Gebäude (Entwurf Günter Stahn, Arbeiten von Hans-Joachim Kunsch und Ortraud Lerch), die Erdkugel von Axel und Cornelia Schulz und die Biologiestation der Jungen Naturforscher.

Rund 100 Meter vom Weg liegt bei Kilometer 5,5 die Parkbühne Wuhlheide. Sie entstand Anfang der 1950er Jahre als Freilichtbühne des Pionierparks. Nach der Denkmaldatenbank wurde für die Wälle Trümmerschutt verwendet, früher fasste die Anlage etwa 20.000 Besucher*innen. Nach 1990 blieb sie als Spielstätte erhalten und wurde baulich erneuert.
Sportplatz und westliche Wuhlheide
Bei Kilometer 5,9 liegt etwa 80 Meter vom Track entfernt die Sportanlage des SV Askania Coepenick 1913, An der Wuhlheide 161. Der Verein geht auf die SG Oberspree von 1913 und den FC Karlshorst von 1995 zurück (SV Askania Coepenick).

Danach führt der Weg nach Nordwesten durch den westlichen Teil der Wuhlheide. Im Zweiten Weltkrieg bestand in der Wuhlheide ein Reichsbahn-Arbeitslager für Kriegsgefangene, das „Gemeinschaftslager Karlshorst“. Das Bezirksamt Treptow-Köpenick bestätigt es, die Fläche ist seit 2021 Bodendenkmal. Nach der örtlichen Parkgeschichte lag ein Reichsbahngemeinschaftslager östlich der Trabrennbahn zwischen Bahnlinie und Wasserwerk (Wuhlheide erleben).
Nach 1945 belegte die sowjetische Militärverwaltung große Flächen im nördlichen und westlichen Park. Die Kaserne wurde nach dem Abzug der sowjetischen Truppen zurückgebaut (Kulturring Karlshorst). Auf dem Oval der früheren Großen Waldwiese entstand 2005/06 eine Skaterbahn (Wuhlheide erleben).
Modellpark und Trabrennbahn
Bei Kilometer 7,4 liegt rund 70 Meter abseits des Tracks das Gelände des Modellparks Berlin-Brandenburg. Er wurde 2007 auf dem Gelände des früheren Ernst-Thälmann-Stadions eröffnet und zeigte Modelle von Bauten aus Berlin und Brandenburg. Der Modellpark ist derzeit geschlossen.

Das Ziel liegt an der Westseite des Geländes der Trabrennbahn Karlshorst. Die Rennbahn wurde 1894 für Hindernis- und Jagdrennen eröffnet und 1945 für den Trabrennsport umgestaltet (Pferdesportpark Karlshorst). Die Tribüne liegt etwa 250 Meter vom Endpunkt entfernt, die Route führt nicht über das Gelände.
Besondere Orte an dieser Tour
Gut zu wissen
- Den Track findest du bei Komoot.
- Der Biesenhorster Sand ist Naturschutzgebiet. Bleib auf den Wegen und betritt weder Weiden noch Gleise oder Bahndämme.
- Die Entfernungen im Text sind Luftlinie vom Track, keine Wege. Die frühere Luftschiffhalle, die Parkbühne und die Tribüne der Rennbahn liegen abseits der Strecke.
Fazit
Die Strecke ist 8,3 Kilometer lang und endet nicht dort, wo sie beginnt. Auf den ersten vier Kilometern bestimmen Bahnbrache und Gleise das Bild, danach der Park mit Anlagen aus der Weimarer Republik, der DDR und der Zeit nach 1990. Wer zurück will, hat vom Ziel gut 800 Meter bis zum S-Bahnhof Karlshorst.
Am Weg
Die Strecke berührt die Ortsteile Biesdorf, Oberschöneweide und Karlshorst.
Weitere Touren
-

Karl-Marx-Allee zu Fuß: Vom Frankfurter Tor zum Haus des Lehrers und zurück
6,4 km · 1:19 h · Einstieg U-Bahnhof Frankfurter Tor (U5). Hin auf der Nordseite der Karl-Marx-Allee bis…
-

Biesenhorster Sand: Bahnbrache, Naturschutzgebiet und die Stelle der Luftschiffhalle
5,1 km · 1:05 h · Einstieg S-Bahnhof Wuhlheide (S3), rund 600 m bis zum Start. Eine Runde…
-

Von Herzberge nach Friedrichsfelde: Landschaftspark, Krankenhaus Königin Elisabeth und Zentralfriedhof
9,4 km · 2:00 h · Einstieg Haltestelle Allee der Kosmonauten/Rhinstraße (M8). Durch den Landschaftspark Herzberge, am Krankenhaus…
