Unterwegs zu Fuß

Von Herzberge nach Friedrichsfelde: Landschaftspark, Krankenhaus Königin Elisabeth und Zentralfriedhof

Grüne Rohrleitungen auf Stützen im Wald des Landschaftsparks Herzberge in Berlin-Lichtenberg

Tour in Berlin-Lichtenberg · Alle Touren und Wege

Gut neun Kilometer durch den Osten von Lichtenberg. Die Strecke führt durch den Landschaftspark Herzberge, am Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge vorbei und über den Zentralfriedhof Friedrichsfelde nach Friedrichsfelde. Am Weg liegen Schafweiden, ein ehemaliger Bahnhof, die Gedenkstätte der Sozialisten und am Ende Plattenbauten.

Die Strecke beginnt an der Straßenbahn an der Rhinstraße und endet an der Haltestelle Criegernweg Am Tierpark. Unterwegs kommst du am U-Bahnhof Friedrichsfelde vorbei. Den Friedhof habe ich im März 2023 noch einmal besucht; was es dort zu sehen gibt, steht ausführlicher im Beitrag zum Zentralfriedhof Friedrichsfelde.

Inhalt dieser Tour

Strecke

9,4 km

kürzbar auf rund 6,5 km

Gehzeit

2:00 h

Art

Strecke

Start

Haltestelle Allee der Kosmonauten/Rhinstraße

Ziel

Haltestelle Criegernweg (Am Tierpark)

ÖPNV

Tram M8 zum Start, Tram M17, 27 und 37 ab Ziel, unterwegs U5 am Bahnhof Friedrichsfelde

Untergrund

Parkwege, Friedhofswege und Gehwege, flach

  • Mit der Bahn erreichbar
  • Abkürzbar

Gelaufen am 25. Dezember 2020

Karte: Von Herzberge nach FriedrichsfeldeStrecke von der Haltestelle Allee der Kosmonauten/Rhinstraße durch den Landschaftspark Herzberge und über den Zentralfriedhof Friedrichsfelde zur Haltestelle Criegernweg, 9,4 km, mit sechs nummerierten Abschnitten. Die Pfeile zeigen die Gehrichtung.Tierpark BerlinLandschaftspark HerzbergeZentralfriedhofLichtenbergFriedrichsfelde123456Start: RhinstraßeZiel: Criegernweg1 km
Von der Rhinstraße zum Tierpark, 9,4 km. Die Pfeile zeigen die Gehrichtung, die Nummern entsprechen den Abschnitten im Text. Die hellbraunen Flächen sind Gebäude.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Streckenband

  1. Kilometer 0Allee der Kosmonauten/RhinstraßeStart · Tram M8
  2. Kilometer 1,41Landschaftspark Herzberge
  3. Kilometer 2,52Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge
  4. Kilometer 43Schafweiden und Grenzgraben
  5. Kilometer 5,34Zentralfriedhof Friedrichsfelde
  6. Kilometer 6,95Bahnweg und Rosenfelder Ring
  7. Kilometer 7,96Fußgängerbrücke Alt-Friedrichsfelde
  8. Kilometer 9,4CriegernwegZiel · Tram M17, 27, 37
Kilometer gerundet.

Darum lohnt sich die Tour

  • Im Landschaftspark Herzberge weiden Schafe, wo früher ein Güterbahnhof und Gärtnereien lagen.
  • Zwei Bauten desselben Architekten an einer Strecke: die Klinkerbauten des Krankenhauses Herzberge und die Feierhalle auf dem Friedhof, beide von Hermann Blankenstein.
  • Der Zentralfriedhof Friedrichsfelde mit der Gedenkstätte der Sozialisten, dem Standort des Revolutionsdenkmals von Mies van der Rohe und dem Ehrenhain für Verfolgte des Naziregimes.
  • Flach, Start und Ziel an der Straßenbahn, unterwegs die U5. Am Friedhofseingang lässt sich die Tour abkürzen.

Anreise

Hin

Tram M8 bis Allee der Kosmonauten/Rhinstraße

Zurück

Tram M17, 27 oder 37 ab Criegernweg

Abkürzen

Am Haupteingang des Friedhofs an der Gudrunstraße: Tram M8 ab Guntherstraße oder Bus 256 ab Zentralfriedhof, dann sind es rund 6,5 Kilometer

Die Haltestelle Allee der Kosmonauten/Rhinstraße liegt gleich neben dem Krankenhaus. Wer vom U-Bahnhof Friedrichsfelde aus losgehen will, kann die Strecke auch umgekehrt laufen. Aktuelle Verbindungen stehen in der VBB-Fahrinfo.

Die Route

Vom Krankenhaus im Norden geht es nach Süden bis zum Tierpark. Bis zum Friedhofsausgang nach gut sechs Kilometern bleibt es grün, die letzten drei Kilometer laufen durch Wohnstraßen.

Von der Rhinstraße in den Landschaftspark

Von der Haltestelle geht es ein Stück die Rhinstraße nach Norden und dann nach links in den Landschaftspark Herzberge. Der nördliche Teil des Parks war einmal Bahngelände. Hier lag der Industrieumschlagbahnhof. Die Gleise sind weg, die Fläche ist Weide und Wiese. Durch den Wald am Rand laufen dicke grüne Rohre auf niedrigen Stützen.

Der Park ist seit den 2000er Jahren aus Brachen, Gärtnereiflächen und dem alten Bahngelände entstanden. Das Bezirksamt nennt für die Arbeiten die Jahre 2004 bis 2013. Seit 2019 ist er als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, der Grüne Hauptweg 6, der Lindenberger Korridor, führt hindurch. Am Nordrand lag früher das Stadion Lichtenberg, auf dem am 20. Mai 1945 die ersten Fußballspiele nach dem Krieg stattfanden. Das Stadion gibt es nicht mehr.

Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge

Aus dem Park kommst du auf das Gelände des Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge. Die roten Klinkerbauten stammen von Hermann Blankenstein, dem Berliner Stadtbaumeister. Die Anlage wurde 1889 bis 1893 gebaut und am 21. Juni 1893 als Städtische Irrenanstalt zu Lichtenberg eröffnet, mit Pavillons im Grünen statt eines großen Blocks. Das heutige Krankenhaus entstand 1992 aus dem Zusammenschluss der Anstalt Herzberge mit dem evangelischen Königin-Elisabeth-Hospital. Die alten Bauten stehen unter Denkmalschutz. Mehr zum Haus steht im Beitrag zum Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge.

In der NS-Zeit wurden hier ab 1934 Patient*innen zwangssterilisiert, später wurden Kranke über Neuruppin in die Tötungsanstalten Brandenburg, Bernburg und Hadamar verlegt. Für mindestens 91 Patient*innen ist der Weg nach Hadamar dokumentiert. Auf dem Gelände steht außerdem das alte Kesselhaus von 1893, das die Anstalt mit Wärme und zeitweise mit Strom versorgte. Seit 2003 ist es ein Museum, zu besichtigen nach Absprache.

Schafweiden und Grenzgraben

Südlich des Krankenhauses wird der Park wieder offen. Auf den Weiden stehen seit 2009 Rauhwollige Pommersche Landschafe, eine alte Rasse, die hier die Flächen kurz hält. Die Wiesen und Obstbäume gehen auf frühere Gärtnereien und Gewächshäuser zurück. An der Südspitze des Parks fließt der Friedrichsfelde-Lichtenberger Grenzgraben, der an einer Stelle über eine kleine Stufe fällt. Dahinter beginnt der Friedhof.

Zentralfriedhof Friedrichsfelde

Der Friedhof wurde am 21. Mai 1881 eröffnet, als Parkfriedhof nach Plänen des Stadtgartendirektors Hermann Mächtig. Die Stadt Berlin hatte das Land ein Jahr zuvor gekauft, um dort auch Menschen bestatten zu können, deren Beerdigung niemand bezahlen konnte. Seit Wilhelm Liebknecht 1900 hier beigesetzt wurde, heißt er im Volksmund Sozialistenfriedhof. Ich bin von Norden hineingekommen und auf dem Friedhof rund zwei Kilometer gelaufen, bis zum Haupteingang an der Gudrunstraße.

Gleich im hinteren Teil liegt der Standort des Revolutionsdenkmals. Ludwig Mies van der Rohe hatte es für die Toten des Januaraufstands von 1919 entworfen, ein gestufter Block aus rotem Klinker. Es wurde 1926 eingeweiht und 1935 von den Nationalsozialisten abgerissen. Seit 1983 steht an der Stelle ein kleiner Klinkerblock mit einer Bronzeplatte, die das alte Denkmal im Relief zeigt.

Weiter vorn steht die Feierhalle, der zweite Blankenstein-Bau an dieser Strecke. Sie wurde 1890 bis 1893 gebaut, am Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört und in den 1950er Jahren ohne ihre Kuppel wieder aufgebaut. Über dem Eingang steht „Und sie leben doch“. Davor liegen die Urnengräber am Pergolenweg, mit Namen aus der DDR-Prominenz, aber auch von Widerstandskämpfer*innen wie Greta Kuckhoff. Ein Stück weiter beginnt der Ehrenhain für die Verfolgten des Naziregimes, der 1978 eingeweiht wurde. Den Eingang markiert ein Klinkerpfeiler mit dem roten Winkel, dem Zeichen der politischen Häftlinge in den Konzentrationslagern. In der Nähe liegt auch das Grab von Käthe Kollwitz.

Kurz vor der Gedenkstätte erinnert eine Anlage an das Schiffsunglück vom 5. Juli 1951. Damals explodierte im Treptower Hafen der Ausflugsdampfer „Heimatland“, an Bord waren vor allem Kinder auf dem Weg in die Ferien. 30 Menschen starben, 28 davon Kinder. Auf den Tafeln stehen ihre Namen und Geburtsdaten, die meisten waren sechs bis neun Jahre alt.

Die Gedenkstätte der Sozialisten am Haupteingang wurde 1951 eingeweiht. In der Mitte des Rondells steht der Gedenkstein „Die Toten mahnen uns“, drumherum Gedenkplatten mit den Namen von Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Ernst Thälmann und anderen. In die Ringmauer sind Urnengräber eingelassen, darunter die Grabplatten der Schriftsteller Erich Weinert, Friedrich Wolf und Willi Bredel. Nicht alle, deren Namen hier stehen, sind auch hier begraben. Am Ausgang gibt es eine Ausstellung mit zwölf Tafeln zur Geschichte des Friedhofs und der Gedenkstätte, eröffnet 2006.

Mehr zum Friedhof, zu den Gräbern und zum beschilderten Rundgang steht im Beitrag zum Zentralfriedhof Friedrichsfelde.

Am Bahnweg zum Rosenfelder Ring

Vom Haupteingang geht es die Gudrunstraße entlang und dann auf den Bahnweg, der zwischen Kleingärten und Gleisen nach Osten läuft. Am Ende des Bahnwegs stehen die Elfgeschosser am Rosenfelder Ring, gebaut etwa 1978 bis 1984. Dazwischen stehen niedrigere Zeilen mit gelben Balkonen.

Über Alt-Friedrichsfelde zum Tierpark

Über die Robert-Uhrig-Straße kommst du zur Fußgängerbrücke über Alt-Friedrichsfelde, die hier als B1 und B5 durch den Ortsteil führt. Von der Brücke geht der Blick die Straße entlang, an der Ecke steht ein Hochhaus. Auf der anderen Seite liegt der U-Bahnhof Friedrichsfelde an der U5, hier kannst du die Tour auch beenden.

Die letzten anderthalb Kilometer führen durch Friedrichsfelde Süd, über die Einbecker Straße und die Franz-Mett-Straße bis Am Tierpark. Die Häuser hier gehören zu den Wohnungsbauserien der DDR, etwa die WBS 70 an der Franz-Mett-Straße. Die Typen sind auf der Inforoute Platte & Co erklärt, die durch dasselbe Viertel führt. An der Haltestelle Criegernweg an der Straße Am Tierpark ist Schluss.

Am Wegesrand

Fußball im Mai 1945

Am Nordrand des Landschaftsparks, an der Herzbergstraße, lag das Stadion Lichtenberg. Am 20. Mai 1945, keine zwei Wochen nach Kriegsende, wurde hier wieder Fußball gespielt. Die Berliner Zeitung berichtete damals von vielen Zuschauer*innen. Später war das Gelände unter anderem FDJ-Lager, heute erinnert eine Gedenktafel an der Herzbergstraße an das Stadion.

Gut zu wissen

  • Du läufst auf Parkwegen, Friedhofswegen und Gehwegen, alles flach.
  • Der Friedhof ist täglich bis zur Dämmerung geöffnet. Im Winter heißt das: früh losgehen.
  • Für den Friedhof gibt es einen beschilderten Rundgang mit 16 Stationen, der Plan des Förderkreises hilft bei der Orientierung. Die Ausstellung am Haupteingang ist frei zugänglich.
  • Das Museum Kesselhaus auf dem Krankenhausgelände öffnet nach Absprache, also vorher anmelden.
  • Eine Einkehr am Weg gibt es nicht. Ein Supermarkt liegt am Rosenfelder Ring, kurz vor der Fußgängerbrücke.
  • Meine Strecke auf Komoot misst 9,37 km.

Fazit

Der Friedhof braucht Zeit. Der beschilderte Rundgang des Förderkreises hat 16 Stationen und dauert etwa zwei Stunden, ich habe nur einen Teil davon gesehen. Für den Friedhof allein reicht die M8 bis zur Gudrunstraße. Zusammen mit Park und Krankenhaus wird aus der Strecke ein halber Tag.

Am Weg

Die Strecke berührt die Ortsteile Lichtenberg und Friedrichsfelde.

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Unterwegs war Sebastian. Mehr über mich