Besonderer Ort in Berlin-Lichtenberg · Alle besonderen Orte
Das Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge an der Herzbergstraße ist eine der großen Klinikanlagen aus dem Berlin des 19. Jahrhunderts: rote Klinkerpavillons in einem Park, entworfen von Hermann Blankenstein, eröffnet 1893 als Städtische Irrenanstalt. Dazu gehört das alte Kesselhaus, heute ein Museum für Heiztechnik.
Ich bin im Dezember 2020 auf der Tour vom Landschaftspark Herzberge nach Friedrichsfelde über das Gelände gelaufen. Das Krankenhaus ist in Betrieb, der Park zwischen den Häusern ist offen zugänglich.
Steckbrief
Ort
Herzbergstraße 79, Lichtenberg
Gebaut
1889 bis 1893 nach Entwürfen von Hermann Blankenstein
Zugang
Krankenhausgelände, Park frei zugänglich; Museum Kesselhaus nach Absprache
Zustand
In Betrieb, historische Bauten und Krankenhausgarten unter Denkmalschutz
Nächste Haltestelle
Allee der Kosmonauten/Rhinstraße (Tram M8, 18)
Gelaufen am
25. Dezember 2020
Blankensteins Anstalt im Park
Hermann Blankenstein war Ende des 19. Jahrhunderts Berlins Stadtbaumeister. Von ihm stammen die roten Klinkerbauten, die noch heute das Bild vieler Schulen, Markthallen und Krankenhäuser prägen. In Herzberge entwarf er die Städtische Irrenanstalt zu Lichtenberg, gebaut von 1889 bis 1893 und am 21. Juni 1893 eröffnet. Statt eines großen Blocks setzte er einzelne Pavillons in einen Park, wie es damals für Heil- und Pflegeanstalten üblich war. Der Krankenhausgarten steht heute eigens unter Denkmalschutz, die Klinikbauten ebenfalls.


In der NS-Zeit wurden hier ab 1934 Patient*innen zwangssterilisiert. Später wurden Kranke über die Anstalt Neuruppin in die Tötungsanstalten Brandenburg, Bernburg und Hadamar verlegt. Für mindestens 91 Patient*innen aus Herzberge ist der Weg nach Hadamar dokumentiert, wo sie ermordet wurden.
Das heutige Krankenhaus besteht seit dem 1. Januar 1992. Damals wurden das Fachkrankenhaus für Neurologie und Psychiatrie Berlin-Lichtenberg und das Evangelische Diakoniewerk Königin Elisabeth zusammengelegt, daher der lange Name. Träger sind unter anderem die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Schwerpunkte sind heute Altersmedizin, Gefäßmedizin, seelische Gesundheit, die Behandlung von Menschen mit Behinderungen und die Epileptologie.
Das Kesselhaus
Mit den ersten Krankenhäusern entstand auch das Kesselhaus, ein Klinkerbau, der die ganze Anstalt über unterirdische Kanäle mit Wärme und Strom versorgte. Von den zehn Kesseln der Anfangszeit ist einer erhalten, dazu stehen hier Kessel aus drei Generationen, an denen sich die Entwicklung der Heiztechnik ablesen lässt. Bis 1986 lief das Haus, dann kam die Fernwärme. Seit 2003 ist es das Museum Kesselhaus Herzberge. Besichtigungen gibt es nach Absprache.
Gut zu wissen
- Das Gelände ist ein Krankenhaus in Betrieb. Die Wege zwischen den Pavillons kannst du laufen, in die Häuser gehst du nicht.
- Das Museum Kesselhaus öffnet nach Absprache, also vorher anmelden.
- Von der Haltestelle Allee der Kosmonauten/Rhinstraße sind es wenige Minuten bis zum Eingang an der Herzbergstraße. Gleich nebenan beginnt der Landschaftspark Herzberge, hinter dem Park der Zentralfriedhof Friedrichsfelde mit Blankensteins Feierhalle.
Am Weg
Ich bin hier auf der Tour Von Herzberge nach Friedrichsfelde vorbeigekommen und auf meiner Runde durch den Ortsteil Lichtenberg.
Weitere Orte in Lichtenberg: der Zentralfriedhof Friedrichsfelde. Alle Ortsteile des Bezirks stehen auf der Seite Lichtenberg.
