Die Paul-Gerhardt-Kirche steht am Marktplatz in Lübben. Es ist eine dreischiffige, spätgotische Hallenkirche aus Backstein, die nach dem Stadtbrand von 1494 auf den Grundmauern der Vorgängerkirche wieder aufgebaut wurde. 1666 kam der Altarraum als Anbau hinzu. Ursprünglich war die Kirche dem heiligen Nikolaus geweiht, Anfang der 1930er-Jahre bekam sie den Namen Paul-Gerhardt-Kirche.
Paul Gerhardt kam am 16. Juni 1669 als Archidiakon nach Lübben und blieb bis zu seinem Tod am 27. Mai 1676. Er wurde am 7. Juni 1676 in der Kirche beigesetzt, die Grabstelle ist heute unbekannt. Das einzige erhaltene Originalbildnis von ihm hängt in der Kirche.
Altar, Kanzel und Taufstein wurden 1609/1610 aufgestellt. Bei der Restaurierung 1930 kamen Bleiglasfenster mit Lieddichtern und Kirchenmännern aus Gerhardts Zeit dazu, darunter Georg Neumark, Johann Franck und Paul Fleming. Die Orgel baute Alexander Schuke 1906 um.
Vor der Kirche steht Gerhardts Denkmal, eine lebensgroße Statue. Es wurde am 27. Juni 1907 zum 300. Geburtstag des Liederdichters eingeweiht. Den Entwurf schuf der Berliner Künstler Friedrich Pfannschmidt, gegossen wurde es in der Eisengießerei Lauchhammer. Der Sockel trägt vier Liedverse, vorn aus „Befiehl du deine Wege“, hinten aus dem Friedenslied „Gottlob, nun ist erschollen“. Lübben führt seit 2005 offiziell den Zusatz Paul-Gerhardt-Stadt.
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Steckbrief
Ort
Marktplatz, Lübben (Spreewald)
Gebaut
spätgotische Hallenkirche, nach dem Stadtbrand 1494 neu gebaut; Denkmal von 1907
Zustand
erhalten
Zugang
von Ostern bis 31. Oktober montags bis freitags 11 bis 17 Uhr, ehrenamtlich besetzt, Zeiten können abweichen
Bahnanschluss
RE 2 bis Lübben (Spreewald), von dort zu Fuß in die Altstadt
Am Weg
Liegt an der Etappe Paul-Gerhardt-Weg, Etappe 7: Von Schlepzig nach Lübben. Außerdem liegt er an der Tour Von Lübbenau nach Lübben: Altstadt, Schloss und Spreewald.
