Das Schloss Lübben liegt am südlichen Rand der Altstadt, am Ernst-von-Houwald-Damm. Hier stand schon im 12. Jahrhundert eine Wasserburg. Der älteste erhaltene Teil ist vermutlich ein spätmittelalterlicher Turm auf quadratischem Grundriss mit Mauern von mehr als 2,50 Metern Dicke, der als Wehrturm diente.
Seine heutige Gestalt bekam die Anlage im 17. Jahrhundert unter Herzog Christian I. von Sachsen-Merseburg, sie wurde von 1666 bis 1685 umgebaut. Das Oberamtshaus südlich des Turms entstand 1679 bis 1682, hier saß die niederlausitzische Regierung. Sein Ostgiebel ist im Stil der späten Renaissance geschwungen, mit korinthischen Säulen und Stuck. Am Nordportal steht das Wappen der Niederlausitz mit der Jahreszahl 1682. Auch der Marstall von 1669 ist erhalten.
Der Turm wurde 1686 ausgebaut, mit Rundbogenfenstern, Eckquaderung und einem Fachwerkobergeschoss als herzogliche Wohnung. Die beiden oberen Geschosse bilden den Wappensaal. Er sollte vermutlich als Huldigungssaal dienen, verlor diese Rolle aber 1717 mit dem Neubau des Ständehauses. Seit 1917 hängt an der Westwand ein Historiengemälde von August Oetken.
Die Restaurierungen von 1899 und 1914 bis 1917 prägen das Bild bis heute. 1899 wurde das Oberamtshaus um drei Achsen nach Westen erweitert und bekam den Südbalkon, 1914/15 entstand ein überdeckter Gang zum Turm. Seit 2001 ist das Schloss Stadt- und Regionalmuseum. Zu sehen sind unter anderem der Wappensaal mit 114 Wappen, ein mittelalterlicher Schatzfund, Horte und Gräber aus der Bronze- und Eisenzeit und ein interaktives Stadtmodell, dazu bis zu vier Sonderausstellungen im Jahr.
Gleich beim Schloss liegt die Schlossinsel. Die Stadt erzählt von ihrem Wandel von der „Schutthalde“ zum beliebten Ausflugsziel. Auf der Insel führt ein Naturerlebnispfad mit Wissensquiz durch das Biosphärenreservat Spreewald.
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Steckbrief
Ort
Ernst-von-Houwald-Damm, Lübben (Spreewald)
Gebaut
Wehrturm spätmittelalterlich, Umbau ab 1666, Oberamtshaus 1679 bis 1682
Zustand
erhalten, seit 2001 Stadt- und Regionalmuseum
Zugang
Museum im Schloss; der Wappensaal im Turm ist nur über Treppen erreichbar, im Haus gibt es einen Aufzug
Bahnanschluss
RE 2 bis Lübben (Spreewald), von dort zu Fuß in die Altstadt
Am Weg
Liegt an der Etappe Paul-Gerhardt-Weg, Etappe 7: Von Schlepzig nach Lübben. Außerdem liegt er an der Tour Von Lübbenau nach Lübben: Altstadt, Schloss und Spreewald.
