Unterwegs zu Fuß

Rundtour ab Fürstenberg (Havel): Gedenkstätte Ravensbrück und die Stadt am Wasser

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Die Runde ab dem Bahnhof Fürstenberg (Havel) ist 12,9 Kilometer lang. Sie führt zur Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück und über das Gelände des ehemaligen Frauen-Konzentrationslagers, danach durch Fürstenberg am Wasser entlang zurück zum Bahnhof. Zum Start kommst du mit dem RE 5 von Berlin, Hin- und Rückfahrt laufen über denselben Bahnhof.

Gelaufen bin ich die Tour am 26. Februar 2022, einem Samstag.

Inhalt dieser Tour

Strecke

12,9 km

Gehzeit

2:47 h

Art

Rundweg

Start

Bahnhof Fürstenberg (Havel)

Ziel

Bahnhof Fürstenberg (Havel)

ÖPNV

RE 5 zum Start und zurück

  • Mit der Bahn erreichbar

Gelaufen am 26. Februar 2022

Karte: Rundtour ab Fürstenberg (Havel) zur Gedenkstätte RavensbrückRundtour vom Bahnhof Fürstenberg (Havel) nach Nordosten zur Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, über das Gelände bis zur SS-Siedlung und zurück durch die Stadt zum Bahnhof, 12,9 km, mit acht nummerierten Abschnitten. Die Pfeile zeigen die Gehrichtung.12345678Start und Ziel: Bahnhof Fürstenberg (Havel)1 km
Rundtour ab und bis Bahnhof Fürstenberg (Havel), 12,9 km. Die Pfeile zeigen die Gehrichtung, die Nummern führen zu den Abschnitten der Route.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Darum lohnt sich die Tour

  • Die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück liegt auf dem Gelände des früheren Frauen-Konzentrationslagers. Auf der Runde siehst du die Lagerfläche, die Schneiderei und die SS-Siedlung.
  • An der Zufahrt stehen zwei Denkmäler aus der Nachkriegszeit: Fritz Cremers „Müttergruppe“ und ein sowjetisches Geschütz vom Typ SU-100.
  • Die ehemalige Kommandantur zeigt die Dauerausstellung zur Geschichte des Lagers und zur Erinnerung daran.
  • In Fürstenberg kommen Schloss, überdachte Holzbrücke, Havelpark und das Denkmal der Eisenbahnfähre dazu. Der RE 5 hält direkt am Start.

Anreise

Hin

RE 5 ab Berlin bis Fürstenberg (Havel), der Zug fährt stündlich

Zurück

Mit dem RE 5 ab Fürstenberg (Havel) zurück nach Berlin

Verbindungen findest du in der Fahrinfo des VBB.

Die Route

Die Runde beginnt und endet am Bahnhof Fürstenberg (Havel). Zuerst geht es gut zwei Kilometer nach Nordosten zur Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, dann über das Gelände bis zur SS-Siedlung. Danach führt der Weg zurück in die Stadt, am Schloss, am Havelpark und an der Stadtkirche vorbei zum Bahnhof.

Vom Bahnhof zur Gedenkstätte

Das rote Empfangsgebäude des Bahnhofs Fürstenberg (Havel) steht unter Denkmalschutz. Von hier geht es durch die Stadt nach Nordosten, gut zwei Kilometer bis zum Besucherzentrum der Gedenkstätte.

Auf dem Weg stehen zwei Denkmäler, die erst nach dem Krieg entstanden sind. Sie liegen noch vor dem eigentlichen Gelände und gehören zum Weg dorthin.

Müttergruppe und SU-100 an der Zufahrt

An der Zufahrt steht die Bronzegruppe „Müttergruppe“ von Fritz Cremer, eine Frau mit zwei Kindern. Sie gehört nicht zum Lager, sondern wurde später für die Gedenkstätte geschaffen.

Ein Stück weiter steht ein sowjetisches Geschütz vom Typ SU-100 auf einem Sockel. Es wurde am 7. November 1977 eingeweiht und steht an der Straße der Nationen, die zur Gedenkstätte führt. Eine Steintafel an der angrenzenden Mauer nennt Soldaten der Roten Armee, die das Lager am 30. April 1945 befreiten.

Direkt dahinter beginnt das Gelände der Gedenkstätte. Zuerst kommst du zum Besucherzentrum.

Besucherzentrum und Kommandantur

Das Besucherzentrum wurde 2007 eröffnet und ist kein Gebäude aus der Lagerzeit. Hier gibt es Informationen zur Gedenkstätte, ein Modell des Lagerkomplexes und den Ausgangspunkt für Rundgänge.

Vom Besucherzentrum geht es über einen großen Kiesplatz zur ehemaligen Kommandantur. Hier saß von 1940 bis 1945 die SS-Lagerleitung mit der Verwaltung des Lagers. Danach nutzten sowjetische Truppen das Haus bis 1977, seit 1984 ist es der zentrale Ausstellungsort der Gedenkstätte.

Die Dauerausstellung heißt „Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück: Geschichte und Erinnerung“ und wurde 2013 eröffnet. Ich war in der Ausstellung.

Gedenkufer am Schwedtsee

Nur wenige Schritte weiter steht eine Gedenkwand mit einem Text von Anna Seghers. Er richtet sich an Kinder und nennt die Frauen im Lager „unser aller Mütter und Schwestern“.

Gleich dahinter liegt der Schwedtsee. Am Ufer steht auf einem hohen Sockel aus rotem Stein die Bronzeskulptur „Tragende“ von Will Lammert. Sie steht im Zentrum der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte, die am 12. September 1959 eröffnet wurde.

Über den See hinweg ist die Stadt Fürstenberg zu sehen, zu der der Weg später zurückführt. Zuerst geht es vom Ufer auf die große Fläche des früheren Häftlingslagers.

Die Tragende von Will Lammert auf ihrem Sockel am Schwedtsee, dahinter die Stadt Fürstenberg/Havel

Eigener Beitrag

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

  • Lage Straße der Nationen, am Schwedtsee
  • Lager Frauen-KZ ab 1939
  • Heute Nationale Mahn- und Gedenkstätte seit 1959
  • Zustand Gelände mit Gedenkzeichen und markierten Barackenumrissen
Ortsporträt lesen

Lagerfläche, Gleis und Schneiderei

Auf der großen Fläche stehen keine Baracken mehr. Die Umrisse der Häftlingsbaracken sind seit 2000 markiert. Die Häftlinge waren hier ab Mai 1939 beidseitig der Lagerstraße untergebracht.

Am Rand liegen Gleise, auf denen ein Güterwagen steht. Das Lager hatte einen Anschluss an das Netz der Reichsbahn. Der Wagen ist ein rekonstruierter Güterwaggon, der 2005 aufgestellt wurde.

Danach folgt der Industriehof. Hier wurden Häftlingskleidung und SS-Uniformen hergestellt, auch für das Bekleidungswerk der Waffen-SS. Die „Schneiderei“ bestand aus acht verbundenen Werkhallen und war ab 1942 ein zentraler Ort der Zwangsarbeit. Heute ist dort eine Ausstellung.

Zum Lagerkomplex gehörten außerdem ein Männerlager, das Siemens-Lager und das „Jugendschutzlager Uckermark“. Sie liegen nicht am Weg, die Gedenkstätte führt sie im Lageplan aber als eigene Stationen.

SS-Siedlung am Rand des Lagers

Am Rand des Geländes stehen die Häuser der SS-Siedlung, in denen SS-Angehörige und die Aufseherinnen wohnten. Heute gibt es dort eine Jugendherberge und Ausstellungen.

Vom Ufer des Schwedtsees aus ist die Tragende noch einmal zu sehen, diesmal von der anderen Seite des Wassers. Dann verlässt der Weg die Gedenkstätte und geht zurück in die Stadt.

Schloss, Holzbrücke und Havelpark

Das Schloss Fürstenberg ist ein Barockbau aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, der danach mehrfach umgenutzt wurde. Ein Stück weiter führt der Weg über eine lange überdachte Holzbrücke für Fußgänger*innen.

Danach geht es durch den Havelpark, eine Parkanlage mit Wegen und alten Bäumen. Fürstenberg liegt zwischen mehreren Seen und Havelarmen, am Park läuft der Weg an einem solchen Arm entlang.

Fähre, Schleuse und Stadtkirche

Im Havelpark steht das Denkmal der Eisenbahnfähre. Sie brachte Güterwagen über die Havel zu den Fabriken am anderen Ufer und wurde 1993 außer Betrieb genommen.

Danach geht es weiter am Wasser zur Schleuse. Sie liegt im Stadtgebiet und gehört zum Weg zurück in die Altstadt.

In der Altstadt steht die evangelische Stadtkirche, ein Backsteinbau im italianisierenden Rundbogenstil. Sie wurde 1845 bis 1848 nach Plänen von Friedrich Wilhelm Buttel gebaut.

Kurz vor dem Bahnhof liegt an der Bahnhofstraße der sowjetische Ehrenfriedhof. Auf dem Obelisken stehen ein roter Stern und die Jahreszahl 1945. Er gehört nicht zur Gedenkstätte am Schwedtsee.

Vom Friedhof sind es nur noch wenige Schritte zum Bahnhof. Hier endet die Runde.

Der RE 5 bringt dich von hier zurück nach Berlin.

Gut zu wissen

  • Den Track findest du bei Komoot.
  • Das Gelände der Gedenkstätte ist von April bis September von 9 bis 20 Uhr geöffnet, von Oktober bis März von 9 bis 18 Uhr. Die Ausstellungen sind täglich von 10 bis 18 Uhr zu sehen, der letzte Einlass ist um 17:30 Uhr.
  • Die Gehzeit zählt nur das Laufen. Für das Gelände und die Ausstellung kommt Zeit dazu.

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