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Diese Runde beginnt und endet am Bahnhof von Frankfurt (Oder). Sie führt durch den Süden und Westen der Stadt, an die Oder und durch die Innenstadt. Am Weg liegen Kirchen, Kunst und Plattenbauten aus DDR-Zeiten, Wohnhäuser aus den 1920er Jahren und ein leerstehendes Kino aus den 1950er Jahren.
Gelaufen bin ich die Tour am 29. Mai 2021, einem Samstag.
Inhalt dieser Tour
Steckbrief
Strecke
21,0 km
Gehzeit
4:13 h
Art
Rundweg
Start
Bahnhof Frankfurt (Oder)
Ziel
Bahnhof Frankfurt (Oder)
ÖPNV
RE 1 ab Berlin, Start und Ziel am Bahnhof
- Mit der Bahn erreichbar
Gelaufen am 29. Mai 2021
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Darum lohnt sich die Tour
- Drei Kirchen liegen direkt am Weg: die Marienkirche, die Friedenskirche und die St.-Gertraud-Kirche.
- Die Runde führt an Kunst aus DDR-Zeiten vorbei, darunter das Keramikmosaik Volkstanz, ein Bronzeportal und die Betonfiguren am ehemaligen Lichtspieltheater der Jugend.
- An der Oder liegen die Friedensglocke, die Insel Ziegenwerder und der Anger mit dem Sowjetischen Ehrenmal.
- Der RE 1 bringt dich von Berlin direkt zum Start.
Anreise
Start und Ziel ist derselbe Bahnhof, unterwegs brauchst du keine weiteren Verkehrsmittel.
Alle Touren mit Bahnanreise, nach Linien sortiert: Mit der Bahn raus aus Berlin.
Die Route
Die Runde schwingt zuerst weit durch den Süden und Westen der Stadt aus. An die Oder kommst du erst spät, dafür liegen die Stationen danach dicht beieinander.
Obelisk im Süden
Vom Bahnhof geht es zuerst nach Süden, aus der Innenstadt hinaus. Nach knapp vier Kilometern steht im Grünen ein Obelisk aus Sandstein. Das Denkmal heißt Die Toten mahnen, Friedemann Klos hat es 1976 geschaffen. Es ist acht Meter hoch.

Von hier läuft die Runde lange nach Westen und Norden, bis zu den Wohnblöcken von Hansa Nord.
Hansa Nord und Gaswerk
Hansa Nord ist ein Wohngebiet im Norden von Frankfurt (Oder). In den 1970er Jahren entstanden dort 3.344 Wohnungen, gebaut wurde in Plattenbauweise.
Östlich davon, kurz vor der Oder, steht das alte Gaswerk. Zur Anlage gehören Betriebsgebäude, ein Gasometer und der Schornstein aus Backstein. Das Gaswerk steht unter Denkmalschutz.


Ein paar hundert Meter weiter beginnt die Innenstadt mit der Konzerthalle.
Konzerthalle und Friedenskirche
Die Konzerthalle war früher die Franziskanerklosterkirche. 1967 wurde sie zur Konzerthalle umgebaut. An den südlichen Eingangstüren hängt das Tor Ernstes und Heiteres von Axel Schulz aus dem Jahr 1975. Die Bronzereliefs zeigen schwere und leichte Momente des menschlichen Lebens.
Gleich daneben steht die Friedenskirche. Sie hieß früher Nikolaikirche und wurde um 1226 zum ersten Mal erwähnt. Ihre heutige neugotische Form bekam sie bei Umbauten zwischen 1880 und 1894, 1929 wurde sie in Friedenskirche umbenannt. Heute nutzt sie das Ökumenische Europa-Centrum.


Von hier geht es hinunter an die Oder. Dort beginnt die Promenade.
Oderpromenade und Kleist-Museum
An der Oderpromenade steht die Bronzefigur Junge mit Fisch von Walter Kreisel. Sie stammt von 1970 und ist 70 Zentimeter hoch. Ein Stück weiter hängt die Friedensglocke in einem hohen Rahmen aus Stahl. Sie wurde 1952 in Berlin geweiht und 1953 am Holzmarkt übergeben, seit 2011 hängt sie an der Oder.


Das Haus in der Faberstraße 7 ist das Kleist-Museum. Es war eine Garnisonschule und wurde 1777 gebaut, seit 1969 ist das Museum in dem Haus. Es erinnert an den Dichter Heinrich von Kleist, der 1777 in Frankfurt (Oder) geboren wurde.

Vom Ufer führt der Weg auf den Ziegenwerder, eine Insel in der Oder.
Ziegenwerder und Anger
Der Ziegenwerder ist heute ein Park. Früher gab es dort eine Badeanstalt, die Hermann Weingärtner leitete. Er wurde 1864 in Frankfurt (Oder) geboren und holte 1896 bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit in Athen drei Gold-, zwei Silber- und eine Bronzemedaille im Turnen. 1919 starb er in der Oder bei einer Rettung. Eine Holzbrücke führt zur Insel.
Danach geht es zum Anger, einem Park, der seit 1923 besteht. Dort steht das Sowjetische Ehrenmal von 1947.

Vom Anger geht es zurück in die Innenstadt, zur Universität und zur Marienkirche.
Viadrina und Marienkirche
Das Hauptgebäude der Europa-Universität Viadrina war früher das Regierungsgebäude. Es wurde von 1899 bis 1903 im neobarocken Stil gebaut und 1992 und 1993 zur Universität umgebaut. Die Viadrina selbst wurde 1506 gegründet, 1811 geschlossen und 1991 neu gegründet.
Mit dem Bau der Marienkirche begann 1253. Im April 1945 brannte sie aus, 1979 begann der Wiederaufbau, und seit 2006 ist sie ein soziokulturelles Zentrum. Ein Teil der alten Glasfenster kam aus Russland zurück: 111 Felder 2002 aus St. Petersburg, sechs weitere 2008 aus Moskau.

Nur ein kurzes Stück weiter hängt an einem Wohnblock ein Mosaik.
Mosaik und Sinnender
Das Keramikmosaik Volkstanz hat Fritz Eisel 1960 gemacht, es ist drei mal vier Meter groß. Eisel schuf in Frankfurt (Oder) vier Werke an Gebäuden, nur dieses ist noch im öffentlichen Raum zu sehen.
In der Großen Scharrnstraße sitzt auf einer Säule der Sinnende auf Kapitell, eine Kupferfigur von Eckhard Herrmann aus dem Jahr 1991. Zusammen mit dem Agierenden auf Kapitell bildet er ein Paar.


Von dort führt der Weg in den Lennépark.
Lennépark und Hochhäuser
Der Lennépark liegt auf den ehemaligen Wallanlagen der Stadt und geht auf Entwürfe von Peter Joseph Lenné zurück. Im Park steht eine Figurengruppe aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Am Rand der Innenstadt stehen Plattenbau-Hochhäuser. In dem Viertel entstanden 1976 bis 1978 Punkthochhäuser mit 12 und 16 Geschossen. Der Oderturm hat 24 Geschosse und wurde von 1968 bis 1976 gebaut.


Weiter nach Westen stehen Wohnhäuser aus den 1920er Jahren.
Wappenhaus und Gertraud-Kirche
In der Karl-Sobkowski-Straße steht ein Wohnhaus mit Stadtwappen am Giebel, darunter das von Frankfurt (Oder). Es gehört zur Siedlung Stadtteil am Grünen Weg, die Martin Kießling von 1922 bis 1924 für die Siedlungsgesellschaft Ostmark gebaut hat. Die Jahreszahlen 1922 und 1923 stehen im Erkergiebel.
Die St.-Gertraud-Kirche wurde 1878 geweiht. Sie beherbergt Kunstwerke aus der früheren Marienkirche.


Von dort ist es nicht weit bis zum ehemaligen Lichtspieltheater.
Lichtspieltheater der Jugend
Das Lichtspieltheater der Jugend in der Heilbronner Straße wurde 1955 eröffnet und 1998 geschlossen. Vor dem Haus stehen zwei Betonfiguren, an der Fassade zeigen zwei Wandbilder von Rudolf Grunemann Industrie und Landwirtschaft. Es soll Teil des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst werden.

Eigener Beitrag
Lichtspieltheater der Jugend
- Lage Heilbronner Straße 18, Frankfurt (Oder)
- Gebaut Kino ab 1919, Wiederaufbau 1954 bis 1955
- Zustand leerstehend, nur von außen zu sehen, denkmalgeschützt
Von hier geht es zurück zum Bahnhof.
Weitere Eindrücke



Gut zu wissen
- Den Track findest du bei Komoot.
- Das ehemalige Lichtspieltheater steht leer und ist nur von außen zu sehen.
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