Unterwegs zu Fuß

Schloss Rheinsberg: Residenz des Kronprinzen Friedrich am Grienericksee

Schloss Rheinsberg von der Gartenseite mit Rundturm und Kolonnade

Schloss Rheinsberg steht direkt am Grienericksee im Norden Brandenburgs. Hier wohnte Kronprinz Friedrich, bevor er 1740 König wurde, später hatte sein jüngerer Bruder Prinz Heinrich hier seinen Hof. Heute betreut die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten das Schloss als Museum.

Von der Wasserburg zum Schloss

Im 13. Jahrhundert stand an dieser Stelle eine Wasserburg, die die Grenze zwischen Brandenburg und Mecklenburg sicherte. Später entstand ein Renaissanceschloss. Friedrich Wilhelm I. kaufte die Anlage als Wohnsitz für seinen Sohn, den Kronprinzen Friedrich. Johann Gottfried Kemmeter baute sie zu einer Dreiflügelanlage mit runden Türmen und einer Kolonnade aus.

1736 zogen der Kronprinz und seine Frau ein, die Bauarbeiten gingen noch bis 1740 weiter. Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff vollendete von 1737 bis 1739 den Nordflügel, den Turm, die Kolonnade und die Fassaden. Den Spiegelsaal und weitere Räume entwarf er 1739 und 1740.

Prinz Heinrich und der Musenhof

1744 ging das Schloss an Prinz Heinrich, den Bruder des Königs. Nach seiner Heirat 1752 hielt er hier Hof, bis zu seinem Tod 1802. Die SPSG nennt Rheinsberg unter ihm einen Musenhof, also einen Hof, an dem die Künste gepflegt wurden. Heinrich gestaltete Schloss und Garten im frühklassizistischen Stil.

Der ältere Barockgarten wurde unter ihm zum Landschaftsgarten erweitert. Dazu zählen der Park am West- und Südufer des Grienericksees sowie Alleen und Waldstücke.

Fontane und Tucholsky

Auch Schriftsteller haben Rheinsberg bekannt gemacht. Theodor Fontane schrieb über den Ort in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. Kurt Tucholsky veröffentlichte 1912 seine Erzählung „Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte“. Das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum befindet sich am Schloss.

Nach 1945

1946 wurde das Schloss im Zuge der Bodenreform der Forstverwaltung entzogen und als Kinderheim und Lehrlingswohnheim genutzt. 1950 eröffnete hier das Diabetiker-Sanatorium „Helmut Lehmann“, das bis 1991 blieb. Danach übernahm die Stiftung die Anlage, das Schlossmuseum öffnete am 6. Mai 1991. Schloss und Park wurden bis 1996 restauriert.

Zu sehen sind heute Räume mit der Ausstattung aus Friedrichs Zeit um 1740 und frühklassizistische Räume aus der Zeit Prinz Heinrichs um 1786.

Ort

Schloss Rheinsberg 2, 16831 Rheinsberg

Bauzeit

Wasserburg im 13. Jahrhundert, Ausbau zur Dreiflügelanlage bis 1740

Zustand

restauriert, Museum der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten

Öffnung

Dienstag bis Sonntag. April bis Oktober 10 bis 17:30 Uhr, Rundgang auf eigene Faust. November bis März 10 bis 16 Uhr, nur mit Führung. Letzter Einlass 30 Minuten vor Schluss, an Feiertagen abweichend

Bahnanschluss

RB 54 bis Rheinsberg (Mark), von dort zu Fuß; Bus bis Rheinsberg, Schloss

Unterwegs war Sebastian. Mehr über mich