Şehitlik-Moschee am Columbiadamm in Neukölln, 1999 bis 2005 gebaut.
Am Columbiadamm liegen zwei Orte aus unterschiedlichen Zeiten direkt nebeneinander: der Türkische Friedhof von 1866 und die Şehitlik-Moschee, die erst 1999 bis 2005 gebaut wurde. Beide gehören zum Neuköllner Ortsteil Neukölln, am Rand des Tempelhofer Felds.
Der Türkische Friedhof
Wilhelm I. stellte das Gelände am Tempelhofer Feld der türkischen Gemeinde Berlins zur Verfügung, eingeweiht wurde der Friedhof am 29. Dezember 1866. Die Denkmaldatenbank führt ihn als Gartendenkmal von 1866 bis 1867 und nennt den Architekten Gustav Voigtel als Entwerfer. Von Voigtel stammt auch der achteckige Pfeiler in der Mitte, auf dem die Namen von fünf Bestatteten in goldener arabischer Schrift stehen. Ein Tor im maurischen Stil, das Wilhelm I. hinzufügen ließ, wurde 1938 beim Ausbau des Flughafens Tempelhof entfernt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden hier türkische Soldaten beigesetzt. Von den ursprünglich 220 Gräbern sind heute noch etwa 150 erhalten, nach 1945 war der Friedhof voll.
Die Moschee
Die Moschee ist deutlich jünger als der Friedhof. Seit 1983 diente ein umgebautes Wachhäuschen auf dem Gelände als Moschee, mit Kuppel und Minarett. Der heutige Bau entstand zwischen 1999 und 2005 und folgt der klassischen osmanischen Architektur des 16. und 17. Jahrhunderts: ein Achteck mit Pfeilern und tragenden Bögen, darüber die Kuppel, daneben zwei schlanke Minarette. Im Inneren tragen Wände und Kuppel goldene Kalligrafie auf farbigem Grund, dazu abstrakte Muster in Blau und Rot. Durch farbige Glasfenster fällt Tageslicht ein.
Steckbrief
Architekt*in
Friedhof: Gustav Voigtel
Ort
Columbiadamm 128, Neukölln
Gebaut
Friedhof 1866 bis 1867, Moschee 1999 bis 2005
Zustand
erhalten, Friedhof als Gartendenkmal
Nächste Haltestelle
Friedhöfe Columbiadamm (ca. 80 m), Sommerbad Neukölln (ca. 330 m)
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Am Weg
Ich bin hier auf meiner Tour durch Neukölln vorbeigekommen: Neukölln.
