Unterwegs zu Fuß

Schloss und Gutshof Britz: Vom Herrenhaus zum Kulturort

Gartenseite von Schloss Britz mit Turm und grünen Fensterläden unter blauem Himmel

Gartenseite von Schloss Britz mit Turm in Neukölln, 1880 bis 1883 im Stil der Neorenaissance umgebaut.

Schloss und Gutshof Britz liegen im alten Dorfkern von Britz, dem südlichen Neuköllner Ortsteil. Das Herrenhaus eines Ritterguts hat seine Grundform von 1706, seine heutige Gestalt bekam es zwischen 1880 und 1883. Zum Anwesen gehören ein Wirtschaftshof, in dem heute das Museum Neukölln und ein Veranstaltungsort untergebracht sind, und ein Gutspark.

Vom Fachwerkhaus zum Herrenhaus

Das Gut wird 1375 erstmals erwähnt, damals stand hier ein Fachwerkhaus. Unter dem Hofmarschall Sigismund von Erlach, der 1705 den Park anlegen ließ, ersetzte 1706 ein zweigeschossiges Steinhaus das Fachwerk. Dessen Grundform ist bis heute erhalten, auch die Denkmaldatenbank nennt 1706 als Fertigstellung. Unter den späteren Besitzern wurde Ewald Friedrich Graf von Hertzberg wichtig, der das Gut ab 1758 zu einem Mustergut ausbaute und den Seidenbau einführte. Um 1770 ließ er die Räume des Herrenhauses vom Maler Christian Bernhard Rode ausmalen.

Im 19. Jahrhundert wechselten die Besitzer häufig, 1865 kaufte der Bankier und Fabrikant Wilhelm Julius Wrede das Gut. Er ließ das Herrenhaus von 1880 bis 1883 durch den Architekten Carl Busse im Stil der französischen Neorenaissance erweitern und einen Turm ergänzen. Die Denkmaldatenbank nennt für den Umbau 1883. Der Wirtschaftshof entstand um 1880 im Stil italienischer Landhäuser.

Vom Gutshof zum Kulturort

1924 verkauften die Erben Wredes das Anwesen an die Stadt Berlin. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Schloss als Kinderheim, die Brennerei auf dem Gutshof wurde 1959 und 1960 abgerissen. Seit 1971 steht die Anlage unter Denkmalschutz. Von 1985 bis 1988 wurden Gutshaus, Wirtschaftsgebäude und Park restauriert, sie sollten den Zustand von 1883 wiedergeben, 1988 wurde das Schloss wiedereröffnet.

Heute zeigt eine Dauerausstellung in fünf Räumen des linken Flügels, wie in der Gründerzeit in Berlin gewohnt wurde. Im umgebauten Pferde- und Ochsenstall des Gutshofs ist seit 2010 das Museum Neukölln untergebracht. Der Pferdestall dient außerdem für kulturelle Veranstaltungen, das Programm auf dem Gelände trägt die Kulturstiftung Schloss Britz. Im Gutspark steht seit 1998 ein Bronzeabguss des Milchmädchens aus Zarskoje Selo.

Bauherr*in

Sigismund von Erlach (Steinhaus 1706), Umbau durch Carl Busse für Wilhelm Julius Wrede

Ort

Alt-Britz 73 und 81, Britz

Gebaut

1706, Umbau 1880 bis 1883

Zustand

erhalten, Baudenkmal (Gesamtanlage), 1985 bis 1988 restauriert

Nächste Haltestelle

Fulhamer Allee (ca. 310 m), Britzer Damm/Mohriner Allee (ca. 320 m)

HFulhamer AlleeHBritzer Damm/Mohriner Allee
Der Standort ist nur ungefähr eingezeichnet. Die H markieren die nächsten Haltestellen.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Am Weg

Ich bin hier auf meiner Tour durch Britz vorbeigekommen: Britz.

Unterwegs war Sebastian. Mehr über mich