Unterwegs zu Fuß

Hufeisensiedlung Britz: Wohnen um den Teich

Hufeisenförmiger Wohnblock der Hufeisensiedlung in Britz hinter Wiese und Teich

Bogenförmiger Wohnblock der Hufeisensiedlung am Teich in Britz, 1925 bis 1930 gebaut.

Die Hufeisensiedlung liegt in Britz, dem südlichen Neuköllner Ortsteil. Gebaut wurde sie von 1925 bis 1930, seit 2008 gehört sie als Teil der Siedlungen der Berliner Moderne zum UNESCO-Welterbe. Ihren Namen hat sie von einem Wohnblock, der sich in Hufeisenform um einen Teich legt.

Wohnungsbau in Britz

Bauherrin war die GEHAG, die Gemeinnützige Heimstätten-Spar- und Bau-AG. Den städtebaulichen Entwurf lieferten Bruno Taut und Martin Wagner, die Freiräume planten Leberecht Migge und Ottokar Wagler. Die Anlage umfasst rund 1.960 Wohnungen, davon 679 Reihenhäuser mit Garten. Gedacht war sie für etwa 5.000 Bewohner*innen auf 37,1 Hektar. Gebaut wurde in sechs Abschnitten, zwischen dreigeschossigen Zeilen stehen zweigeschossige Reihen von Einfamilienhäusern.

Das Hufeisen

Der Block, der der Siedlung den Namen gab, ist etwa 350 Meter lang und dreieinhalb Geschosse hoch. Er umschließt einen Pfuhl, der aus der Eiszeit stammt und nicht erst für die Siedlung angelegt wurde. Die Planer nahmen die Geländeform also auf und machten sie zur Mitte der Anlage. Auffällig ist auch die Rote Front entlang der Fritz-Reuter-Allee, die die Siedlung zur benachbarten Eierteich-Siedlung hin abgrenzt. Versetzte Häuserzeilen und bewusste Asymmetrien sind ein durchgehendes Prinzip der Anlage.

Der letzte Bauabschnitt, Denkmal und Welterbe

Der sechste Abschnitt entstand 1929 und 1930 und fällt aus dem Rahmen: 14 eng gestellte Zeilen, formal deutlich nüchterner als die früheren Abschnitte. Der Grund war gekürzte Förderung aus dem Hauszinssteueraufkommen. Seit 1984 wird die Siedlung denkmalgerecht saniert, sie steht als Ensemble unter Denkmalschutz. Die Reihenhäuser sind überwiegend in Privatbesitz.

Architekt*in

Bruno Taut und Martin Wagner, Freiräume Leberecht Migge und Ottokar Wagler

Ort

Fritz-Reuter-Allee und umliegende Straßen, Britz

Gebaut

1925 bis 1930

Zustand

erhalten, Baudenkmal und UNESCO-Welterbe

Nächste Haltestelle

U Parchimer Allee (ca. 250 m), U Blaschkoallee (ca. 480 m)

HU Parchimer AlleeHOnkel-Herse-Straße
Der Standort ist nur ungefähr eingezeichnet. Die H markieren die nächsten Haltestellen.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Am Weg

Ich bin hier auf meiner Tour durch Britz vorbeigekommen: Britz.

Unterwegs war Sebastian. Mehr über mich