Unterwegs zu Fuß

Genoveva-Brunnen: Märchenbrunnen von Hermann Hosaeus

Weißer U-förmiger Wohnhof mit dem Genoveva-Brunnen an der Harriesstraße in Siemensstadt

Der Genoveva-Brunnen, geschaffen 1928.

Mitten in der Wohnsiedlung an der Harriesstraße in Siemensstadt steht in einem Hof ein Brunnen. Der Bildhauer Hermann Hosaeus schuf ihn 1928. Er heißt Genoveva-Brunnen, wird aber auch Märchenbrunnen oder Jungfrauenbrunnen genannt.

Die Siedlung

Der Brunnen gehört zu einer Wohnanlage der Siedlung Siemensstadt, die in den 1920er Jahren für Beschäftigte des Konzerns entstand. Die Wohnungsgesellschaft Siemensstadt wurde 1919 gegründet, die Entwürfe lieferte Hans Hertlein, der Leiter der Siemens-Bauabteilung. Die Siedlung Siemensstadt entstand von 1922 bis 1932 nach dem Vorbild der Gartenstadtbewegung und lag zwischen Harriesstraße, Dihlmannstraße, Rohrdamm und Heidewinkel. Bis in die 1980er Jahre war sie für Beschäftigte des Konzerns und ihre Familien gedacht.

Das Haus Harriesstraße 8 bis 10 entwarf Hertlein, gebaut wurde es 1926 und 1927. Es gehört zum zweiten Bauabschnitt der Siedlung östlich des Rohrdamms. Das dreigeschossige Mietshaus hat ein Walmdach. Der Haupttrakt liegt zurückgesetzt, zwei vorspringende Flügel umschließen einen Platz, auf dem der Brunnen steht. In der Mittelachse mit kleinem Giebel sitzen zwei Reliefs zwischen den Geschossen.

Der Brunnen

Der Genoveva-Brunnen von 1928 hat ein rechteckiges Wasserbecken aus Muschelkalkplatten. In der Mitte steht ein runder Brunnenstock, auf dem eine Frau auf einem Felsen sitzt. An dem Felsen wächst eine Pflanze. In ihrer Hand hält die Figur eine Wasserschale, aus der ein Reh, ein Vogel und ein Eichhörnchen trinken. Auf halber Höhe des Brunnenstocks befinden sich vier Wasserauslässe.

Die Figur stellt Genoveva dar, die legendäre Herzogin von Brabant. Die Fassaden um den Hof tragen ländlichen Bauschmuck, darunter Reliefs der vier Jahreszeiten. Hosaeus war für Siemens auch an anderen Bauten tätig: Hertlein beauftragte ihn mehrfach mit Bauschmuck an Siemensbauten.

Heute

Die Werkdatenbank hielt den Zustand 2014 so fest: Die Figur ist verwittert, es gibt Materialverluste, Ausflickungen und leichten Algenbewuchs. Dem Vogel und dem Reh fehlen die Köpfe. Der Brunnen steht weiter im Hof der Wohnanlage an der Harriesstraße.

Künstler*in

Hermann Hosaeus

Architekt*in

Hans Hertlein (Wohnanlage)

Ort

Harriesstraße 8 bis 10, Siemensstadt

Gebaut

Brunnen 1928, Wohnanlage 1926 bis 1927

Zustand

Figur verwittert, Köpfe von Vogel und Reh fehlen (Stand 2014)

Nächste Haltestelle

Harriesstraße (ca. 140 m), Saatwinkler Damm/Rohrdamm (ca. 180 m)

Am Weg

Ich bin hier auf meiner Tour durch Siemensstadt vorbeigekommen: Siemensstadt.

HHarriesstraßeHSaatwinkler Damm/Rohrdamm
Der Standort ist nur ungefähr eingezeichnet. Die H markieren die nächsten Haltestellen.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Weitere Besondere Orte in Siemensstadt sind das Wernerwerk-Hochhaus mit Uhrturm und, im Nachbarortsteil, die Zitadelle Spandau. Alle Ortsteile von Spandau stehen auf der Seite Spandau.

Unterwegs war Sebastian. Mehr über mich