Unterwegs zu Fuß

Kirche am Hohenzollernplatz: Expressionismus aus Klinker und Beton

Klinkerfassade der Kirche am Hohenzollernplatz in Wilmersdorf mit Kugelleuchte und Turm links

Die Klinkerfassade der Kirche am Hohenzollernplatz, 1930 bis 1933 gebaut.

Die Kirche am Hohenzollernplatz liegt in Wilmersdorf zwischen Hohenzollerndamm, Nassauischer Straße und Nikolsburger Straße. Gebaut wurde sie von 1930 bis 1933, die Denkmaldatenbank führt sie als Baudenkmal, zusammen mit Wohnhaus, Pfarrhaus und Laterne. Die Wände sind außen aus Klinker, im Inneren liegt der Beton frei.

Wer sie entworfen hat

Die Gemeinde kaufte das Grundstück 1927. Ein Architekturwettbewerb brachte keine Entscheidung, danach bekam das Büro von Fritz Höger den Auftrag, und Ossip Klarwein arbeitete den Entwurf aus. Die Denkmaldatenbank nennt als Entwerfer Höger. Nach Archivfunden und Entwurfszeichnungen ist die Rolle von Klarwein deutlich größer: Das Volumen, das Konstruktionssystem und die Gesamtwirkung des Innenraums gehen auf ihn zurück, den Außenbau haben beide gemeinsam gestaltet, und die Innenausstattung stammt von Höger allein.

Eingeweiht wurde die Kirche am 19. März 1933, Hitler war da schon an der Macht. Klarwein musste 1934 vor den Nationalsozialisten nach Palästina fliehen.

Klinker außen, Beton innen

Die Kirche ist ein Betonskelettbau. Im Inneren tragen dreizehn spitzbogige Stahlbetonbinder das Dach, der Hauptraum ist 40 Meter lang, 14 Meter breit und 20 Meter hoch. Die Vorhalle ist 18 Meter hoch. Die Spitzbögen greifen gotische Formen auf, der Bau gilt als Spätexpressionismus.

Die Fassaden bestehen aus hart gebrannten Klinkern, stahlblau mit bronzefarbenen Rändern. Im Sonnenlicht schillern sie. Innen ist der Beton nicht verkleidet, in der Höhe ist er bläulich gestrichen.

Zerstörung und Wiederaufbau

Bei den Novemberangriffen 1943 wurde die Kirche stark zerstört. 1955 wurde sie wieder geweiht.

Architekt

Fritz Höger, Entwurf ausgearbeitet von Ossip Klarwein

Ort

Hohenzollerndamm 202 und 203, Berlin-Wilmersdorf

Gebaut

1930 bis 1933

Zustand

erhalten, Baudenkmal

Nächste Haltestelle

U Hohenzollernplatz (U3, ca. 160 m), U Güntzelstraße (U9, ca. 280 m), U Spichernstraße (U3, U9, ca. 350 m)

HU HohenzollernplatzHU GüntzelstraßeHU Spichernstraße
Der Standort ist nur ungefähr eingezeichnet. Die H markieren die nächsten Haltestellen.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Am Weg

Ich bin hier auf meiner Tour durch Wilmersdorf vorbeigekommen: Wilmersdorf.

Unterwegs war Sebastian. Mehr über mich