Schloss Friedrichsfelde im Tierpark Berlin.
Der Tierpark Berlin liegt in Friedrichsfelde im Bezirk Lichtenberg und wurde 1955 im Park von Schloss Friedrichsfelde eröffnet. Im Park stehen das Schloss und die Bronzelöwen vom früheren Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal.
Geschichte
Gründung im geteilten Berlin
Nach der Teilung Berlins lag der Zoologische Garten im Westen, im Osten der Stadt gab es keinen Zoo. Am 27. August 1954 beschloss der Magistrat von Groß-Berlin, einen Tierpark im Schlosspark Friedrichsfelde einzurichten. Die Eigentümer*innen des Schlossparks waren 1945 enteignet worden.
Am 30. November 1954 wurde symbolisch der Grundstein gelegt, am 2. Juli 1955 öffnete der Tierpark mit rund 400 Tieren aus 120 Arten auf 60 Hektar. Geleitet hat ihn Heinrich Dathe, zuvor stellvertretender Direktor des Leipziger Zoos. Er blieb bis zu seinem Ruhestand 1990 im Amt.
Das Gelände wuchs danach stark. 1963 öffnete das Alfred-Brehm-Haus. Heute umfasst der Tierpark rund 160 Hektar; Ende 2023 lebten dort knapp 7.800 Tiere aus 632 Arten.
Schloss und Schlosspark
Das Schloss ließ der Generalmarinedirektor Benjamin Raule 1695 im Stil eines niederländischen Landhauses als Schloss Rosenfelde bauen. Nach seiner Verhaftung 1698 fiel der Besitz an den preußischen König, der es in Friedrichsfelde umbenannte. Peter Joseph Lenné legte 1821 den Garten an, dessen Anlage bis heute erkennbar ist.
Raules Kompanie handelte auch mit versklavten Menschen. Das hält auch eine Besprechung der Studie „Rote Adler an Afrikas Küste“ fest.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verfiel das Schloss zunächst. Zwischen 1970 und 1981 wurde es saniert, wobei Heinrich Dathe die treibende Kraft war, als der Abriss drohte. Heute gehört es wieder zum Tierpark. Nach Angaben der Tierpark GmbH gegenüber dem Abgeordnetenhaus zählen der Schlosspark mit Nord- und Südparterre sowie der übrige Landschaftsgarten mit Achsen- und Kanalsystem zu den als Gartendenkmal ausgewiesenen Bereichen (Stand 2015).
Rundgang
Der Tierpark nennt sich selbst den größten Tierpark Europas, auch visitBerlin führt ihn so. Neben den Gehegen stehen im Park Skulpturen und Bauten, die ihre eigene Geschichte haben.

Die Löwen vom Kaiser-Wilhelm-Denkmal
Vor dem Alfred-Brehm-Haus stehen Bronzelöwen, die ursprünglich zum Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal vor dem Berliner Stadtschloss gehörten. Das Denkmal war 1897 fertig und wurde 1950 auf Betreiben der SED-Führung zerstört. Die Löwen wurden zerlegt eingelagert und stehen seit 1963 im Tierpark. Der ruhende Löwe stammt von August Gaul, der brüllende von August Kraus.

Bauten und Bronzefiguren
Über das Gelände verteilt stehen weitere Tierfiguren aus Bronze, dazu Bauten wie ein Taubenhaus und eine Kuppelvoliere.




Rund um den Park
Außerhalb des Parks steht an der Straße Alt-Friedrichsfelde, auf Höhe der Gensinger Straße, ein Wandbild mit dem Schriftzug TIERPARK. Mehr zum Ortsteil steht auf der Seite Friedrichsfelde.


Gut zu wissen
Der Tierpark hat zwei Eingänge: das Bärenschaufenster nahe dem U-Bahnhof Tierpark (U5) und den Eingang Schloss an der Tramhaltestelle Criegernweg (M17, 27, 37). Geöffnet ist täglich ab 9 Uhr. Geschlossen wird je nach Jahreszeit früher oder später, der letzte Einlass liegt noch davor. Tierhäuser und Gastronomie schließen früher als der Park.
Steckbrief
Ort
Am Tierpark 125, 10319 Berlin, Friedrichsfelde (Lichtenberg)
Eröffnet
2. Juli 1955, im Schlosspark Friedrichsfelde
Fläche
Rund 160 Hektar
Zustand
In Betrieb
Zugang
Besuch mit Ticket, aktuelle Zeiten beim Tierpark
Nächste Haltestelle
U Tierpark (U5) am Eingang Bärenschaufenster; Tram Criegernweg (M17, 27, 37) am Eingang Schloss
Am Weg
Der Tierpark liegt am Ende der Touren Von Herzberge nach Friedrichsfelde und Inforoute Platte & Co.
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Weitere Besondere Orte in Friedrichsfelde: ZEBU am Tierpark, 1010: Tropfen und Ringe und der Fontanebrunnen am Heinrich-Dathe-Platz.
