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Halensee

Ortsteil im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf · Ortsteil 65 von 97

Halensee heißt nach einem See, der im Nachbarortsteil Grunewald liegt. Der Ortsteil selbst ist ein kleines Mietshausviertel am westlichen Ende des Kurfürstendamms. Am 12. Januar 2025 bin ich hier 4,4 Kilometer gelaufen, vom S-Bahnhof Hohenzollerndamm über den Bahnhof Halensee und zwei Kirchen wieder zurück.

Länge der Tour4,4 km
Gehzeit0:59 h
Gelaufen am12. Januar 2025
Einwohner*innen15.933
Fläche1,27 km²

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Kurz gesagt

  • Halensee ist dicht mit Mietshäusern bebaut, die Westfälische Straße ist neben dem Kurfürstendamm die wichtigste Einkaufsstraße.
  • Der See Halensee gehört zum Ortsteil Grunewald, der Friedhof Grunewald dagegen zu Halensee.
  • Am Weg liegen zwei Kirchen aus sehr verschiedenen Jahrzehnten, ein Platz mit Skulpturen und eine denkmalgeschützte Tankstelle.

Was Halensee ausmacht

Halensee ist der kleinste Ortsteil des Bezirks. Das Viertel entstand Ende des 19. Jahrhunderts als Mietshaussiedlung und war um 1914 weitgehend bebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Neubauten dazu, vor allem Sozialwohnungen.

Am Rand liegen Verkehrsflächen und Nachbarn: Stadtbahn und Ringbahn bilden die Grenze, im Osten sind es Hochmeisterplatz und Lehniner Platz. Die Schaubühne am Lehniner Platz gehört schon nicht mehr zu Halensee, sondern zu Wilmersdorf.

Geschichte

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es rund um den See nur Sandboden und Spargelfelder. 1872 kaufte Johann Anton Wilhelm von Carstenn das Gelände zwischen Leibnizstraße und Grunewald für fünf Mark pro Quadratmeter. Er wollte dort eine Villenkolonie anlegen. Einige Villen entstanden, an ihrer Stelle stehen heute Mietshäuser.

Den Ausschlag gaben der Ringbahnhof Grunewald von 1877 und der Ausbau des Kurfürstendamms, der seit 1882 betrieben wurde. In den 1880er-Jahren entstanden ein Ausflugslokal am See und die ersten Landhäuser in der Johann-Sigismund-Straße. Es zogen Pensionäre, Beamte, Literaten und Rentiers her. Um 1900 lösten vierstöckige Bürgerhäuser die Villenkolonie ab.

Der Zweite Weltkrieg beschädigte Halensee stark. Der Wiederaufbau brachte viele Neubauten und veränderte den Charakter des Viertels.

Verwaltungsmäßig war Halensee ein Stadtteil von Wilmersdorf. Zu einem eigenen Ortsteil des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf wurde es erst durch den Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung vom 30. September 2004.

Orte, die sich lohnen

Bahnhof Halensee

Von Hohenzollerndamm geht es nach Nordwesten zum Bahnhof Halensee. Bei der Eröffnung 1877 hieß er noch Grunewald, nach dem nahen Waldgebiet. 1884 wurde er in Halensee umbenannt. 1894 rückte er ein Stück nach Osten an die heutige Stelle, weil die erste Kurfürstendammbrücke gebaut wurde. Direkt daneben liegt der Henriettenplatz.

Henriettenplatz

Der Platz am Ende des Kurfürstendamms heißt seit 1892 nach Luise Henriette von Oranien-Nassau, der Frau des Großen Kurfürsten. Zur 750-Jahr-Feier Berlins wurde er 1987 nach einem städtebaulichen Wettbewerb neu gestaltet. Heinz Mack baute Säulenkolonnaden mit einer BVG-Wartehalle und einen Obelisken, das Brunnenwerk „Medusenhaupt“ stammt von Anne und Patrick Poirier. Dazu kommt eine kleine Stele mit Reliefs von Luise Henriette und dem Großen Kurfürsten, gestiftet von niederländischen Unternehmen.

Vom Platz geht die Tour nach Nordwesten, weg vom Kurfürstendamm, und dann im Norden des Ortsteils entlang.

Holtzendorff-Garage

An der Ecke Heilbronner Straße und Holtzendorffstraße steht die frühere Tankstelle der Holtzendorff-Garage. Tankstelle und Werkstatt wurden 1928 bis 1929 von Walter und Johannes Krüger gebaut und stehen unter Denkmalschutz. Die Garage selbst wurde 2012 größtenteils abgerissen, die Tankstelle ist der letzte erhaltene Teil.

Von dort biegt die Tour nach Osten ab und läuft dann durch die Mietshausstraßen nach Süden.

Albertus-Magnus-Kirche

An der Nestorstraße steht die katholische Albertus-Magnus-Kirche. Alfons Leitl baute sie von 1959 bis 1962 für die Pfarrgemeinde. Kirche, Pfarrhaus und Gemeindehaus stehen zusammen als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. Die evangelische Hochmeisterkirche, die zweite Kirche am Weg, ist knapp ein halbes Jahrhundert älter.

Hochmeisterplatz

Ein kurzes Stück weiter liegt der Hochmeisterplatz, am östlichen Rand des Ortsteils. Teile der Gestaltung gehen auf den Gartenarchitekten Erwin Barth zurück, der dort vor 1930 Spiel- und Liegeflächen anlegte. Die Rasenfläche in der Mitte wurde in den 1970er-Jahren wellenförmig modelliert. Inzwischen wird der Platz umgestaltet, mit neuen Bäumen, Sitzplätzen und teilweise entsiegelten Flächen.

Hochmeisterkirche

Bis 1910 hatte Halensee keine eigene Kirche. 1901 gründete sich ein Kirchbauverein, die Gottesdienste fanden in der Turnhalle der Gemeindeschule in der Joachim-Friedrich-Straße statt. Die Kirchengemeinde wollte zuerst eine Kirche an der Brandenburgstraße bauen, auf dem Gebiet des heutigen Preußenparks. Nach Protesten der Halenseer Vereine im Oktober 1905 kam der Hochmeisterplatz als Bauplatz ins Spiel. Er war damals noch ein verwildertes, unbebautes Gelände.

Gebaut wurde die Kirche 1908 bis 1910 nach Plänen von Otto Schnock, einem Maurermeister und Stadtrat, der auch im Kirchbauverein saß. Eingeweiht wurde sie im September 1910. Der Stil ist romanisch, angelehnt an märkische Kirchen des 12. Jahrhunderts, mit roten Backsteinmauern, Rundbogenöffnungen und einem hohen Granitsockel. Das Hauptschiff ist sechseckig, weil es sich dem dreieckigen Grundstück anpasst.

Am 1. März 1943 setzte Funkenflug von brennenden Nachbarhäusern den Dachstuhl in Brand. Für Gottesdienste war die Kirche danach nicht mehr zu benutzen. Wenige Tage vor Kriegsende zerstörten Granaten das Turmdach. Fast zehn Jahre prägte die Ruine die Westfälische Straße. Der Wiederaufbau begann am 1. Advent 1953, am 31. Oktober 1958 wurde die Kirche wieder eingeweiht.

Friedhof Grunewald

Ein Stück abseits der Tour liegt an der Bornstedter Straße der Friedhof Grunewald. Obwohl Grunewald im Namen steht, liegt er im Ortsteil Halensee. Er wurde 1892 für die Villenkolonie Grunewald angelegt, ist rund 1,2 Hektar groß und hat eine neugotische Kapelle von 1897. Seit 1995 steht er als Gartendenkmal unter Schutz. Ehrengräber haben unter anderem der Historiker Hans Delbrück, der Bildhauer Otto Lessing und der Schriftsteller Hermann Sudermann.

Meine Tour

Die Tour ist 4,4 Kilometer lang, ich bin knapp eine Stunde gelaufen. Sie beginnt und endet am S-Bahnhof Hohenzollerndamm. Von dort geht es nach Nordwesten zum Bahnhof Halensee und zum Henriettenplatz, dann im Norden des Ortsteils bis zur Holtzendorff-Garage. Danach läuft die Tour nach Osten und durch die Mietshausstraßen nach Süden, vorbei an der Albertus-Magnus-Kirche, am Hochmeisterplatz und an der Hochmeisterkirche. Von dort sind es knapp ein Kilometer zurück zum Bahnhof Hohenzollerndamm.

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Am Wegesrand

Ein Bahnhof ohne Gebäude. Der Bahnhof Halensee bekam 1960 einen Neubau im Pavillonstil. 1993 wurde er abgerissen, weil die Bahn den Bahnhof ohne Empfangshalle betreiben wollte.

Tankstelle mit Flugdach. Der erhaltene Pavillon der Holtzendorff-Garage hat ein Flugdach und eine stromlinienförmige Gestalt.

Der Turm ohne Türmchen. Beim Wiederaufbau der Hochmeisterkirche wurde an der Turmfront gespart. Die beiden dreieckigen Anbauten auf Höhe der Turmuhr und vier kleine Türmchen darüber kamen nicht wieder. Auch die Außenmauern wurden nicht überall ausgebessert, die Farbe der Steine verrät noch heute, wo etwas fehlt.

Toteninsel. Der Friedhof Grunewald war schon bei seiner Eröffnung von Bahngleisen umgeben. Wegen seiner isolierten Lage zwischen den Gleisen heißt er auch Toteninsel.

Erst Buchwaldplatz. Der heutige Hochmeisterplatz wurde 1876 als Buchwaldplatz angelegt.

Weitere Eindrücke vom Weg

Hausreklame mit Bierglas, Krone und dem Schriftzug zur Tulpe an einer MosaikfassadeFarbiges Wandrelief mit zwei Rehen zwischen Kiefern an einer AltbaufassadeGrün gestrichener Altbau mit Erker, Balkonen und OrnamentenAltbaufassade mit steinernem Portal und DachgaubenBacksteinfassade mit Rundbogenfenstern und einer Bronzefigur über dem EingangRoter Backsteinturm mit spitzem Helm zwischen AltbautenHoher Industrieschornstein neben einem Betriebsgebäude mit weiteren Schloten

Gut zu wissen

Mit der Bahn: Die Tour beginnt und endet am S-Bahnhof Hohenzollerndamm (S41, S42) und führt am S-Bahnhof Halensee vorbei, an dem dieselben Linien halten.

Mehr auf dieser Seite: In der Markgraf-Albrecht-Straße erinnert eine Gedenktafel an die Synagoge Friedenstempel, sie gehört zum Beitrag Jüdisches Berlin: Von Charlottenburg nach Mitte. Der Hohenzollerndamm und der Bahnhof Halensee liegen auch auf Teil 2 des S-Bahn-Rings, der von Südkreuz zum Westkreuz führt.

Von Halensee aus weiter

4 Ortsteile grenzen an, mit Richtung und Entfernung von Mitte zu Mitte.

Charlottenburg2,1 km im Nordosten · Beitrag folgt
Wilmersdorf2,1 km im SüdostenSchmargendorf2,0 km im Süden
Grunewald4,1 km im Westen · Beitrag folgt

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