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Dahlem

Ortsteil im Bezirk Steglitz-Zehlendorf · Ortsteil 54 von 97

Dahlem liegt im Südwesten Berlins zwischen Villen, Universität und Grunewald. Ich bin am 8. Mai 2022 durch den Ortsteil gelaufen, 19,9 Kilometer vom alten Dorfkern über die Villenkolonie in den Wald und zurück an den Orten der Alliierten und der Freien Universität vorbei.

Länge der Tour19,9 km
Gehzeit4:22 h
Gelaufen am8. Mai 2022
Einwohner*innen16.738
Fläche8,40 km²

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Kurz gesagt

  • Dahlem war ein Gutsdorf. Der Dorfanger mit Dorfkirche, Domäne und U-Bahnhof ist als Ensemble denkmalgeschützt.
  • Ab 1901 wurde die Domäne aufgeteilt, es entstanden eine Villenkolonie und ein Wissenschaftsstandort, der „Deutsches Oxford“ genannt wurde.
  • Nach dem Krieg gehörte Dahlem zum amerikanischen Sektor. Im früheren Kino Outpost sitzt heute das AlliiertenMuseum.
  • Im Grunewald liegen der Waldfriedhof und das Naturschutzgebiet Langes Luch.

Was Dahlem ausmacht

Dahlem ist ein Villen- und Wissenschaftsort am Waldrand. Das Bezirksamt nennt als Markenzeichen die Freie Universität, die Domäne Dahlem und die Max-Planck-Gesellschaft. Ein großer Teil der Fläche ist Grunewald-Forst.

Dazu kommt der Dorfkern. Die Denkmaldatenbank beschreibt den Dorfanger mit Kirche, Kirchhof, Pfarrhaus, Domäne und U-Bahnhof als gut ablesbares Zeugnis der Entwicklung. Die meisten eingemeindeten Dörfer haben ihre Struktur durch die Verstädterung verloren, hier ist sie erhalten. Insgesamt stehen in Dahlem 250 Einträge in der Denkmaldatenbank.

Geschichte

Dahlem steht 1375 im Landbuch Karls IV., dort allerdings nur im Register. 1841 verkaufte Charlotte Gerlach das Dorf an den preußischen Domänenfiskus. 1901 wurde die Königliche Domäne aufgeteilt, mit dem Ziel eines Villenortes mit wissenschaftlichen Einrichtungen, dem „Deutschen Oxford“. Der Gutsbezirk hatte 1895 135 Einwohner*innen, 1910 waren es 3.099.

1910 begann die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft mit dem Bau von Instituten in Dahlem. 1913 eröffnete die Schnellbahn, die heutige U3. 1920 wurde der Gutsbezirk Dahlem Teil des Bezirks Zehlendorf von Groß-Berlin.

Nach dem Krieg lag Dahlem im amerikanischen Sektor, an der Clayallee saß das Hauptquartier der US-Streitkräfte in Berlin. Im Dezember 1948 wurde die Freie Universität gegründet. Seit 2001 gehört Dahlem zum Bezirk Steglitz-Zehlendorf.

Orte, die sich lohnen

Dorfanger und U-Bahnhof Dahlem-Dorf

Die Tour kommt am U-Bahnhof Dahlem-Dorf vorbei. Er wurde 1913 eröffnet und entstand nach einem Entwurf der Brüder Friedrich und Wilhelm Hennings. Das Empfangsgebäude gleicht einem reetgedeckten Bauernhaus, die Entwurfszuschreibung bestätigt die Denkmaldatenbank.

Zum Ensemble Dahlem Dorf gehören außer der Station die Dorfkirche St. Annen und die Domäne Dahlem. Die Ursprünge der Kirche liegen in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, der spätgotische Chor entstand um 1490. Das Herrenhaus der Domäne wurde um 1560 gebaut und hat seine heutige Form weitgehend in den 1670er Jahren bekommen. 1976 retteten Berliner*innen das Landgut vor dem Aus, seitdem gibt es dort ein Museum.

Haus Stauss

An der Pacelliallee 14 steht Haus Stauss. Die Architekten Cremer & Wolffenstein bauten es 1913/14 für den Bankdirektor Emil Georg von Stauss. Der eckige Bau mit Mittelturm zitiert Renaissance und Barock, den Garten legte Willy Lange an. Ab 1949 wohnten hier die amerikanischen Stadtkommandanten, danach war es die Residenz des Bundesaußenministers. Heute ist das Haus in Privatbesitz.

Kunsthaus Dahlem

Am Käuzchensteig steht das Kunsthaus Dahlem. Das Gebäude entstand von 1939 bis 1942 als Atelier für Arno Breker, entworfen hat es Hans Freese. Bauherr war der Oberbürgermeister der Reichshauptstadt. Das Hauptatelier ist rund 22 mal 13 Meter groß und etwa 9 Meter hoch, vom geplanten Wohnhaus wurde nur der Keller gebaut. Nach dem Krieg arbeitete hier von 1949 bis 1995 der Bildhauer Bernhard Heiliger. Seit 2015 ist das Haus ein Ausstellungshaus für Nachkriegsmoderne, im Garten stehen rund 20 Skulpturen von Heiliger.

Langes Luch

Vom Kunsthaus führt die Tour in den Grunewald zum Naturschutzgebiet Langes Luch. Das Moor wurde 1953 einstweilig gesichert und 1960 dauerhaft unter Schutz gestellt. Später kam die Dachsheide dazu. Außerhalb der Wege darf das Gebiet nicht betreten werden.

Waldfriedhof Dahlem

Der Waldfriedhof am Hüttenweg 47 entstand von 1931 bis 1933 und wurde im März 1932 eingeweiht. Den Entwurf machte der Architekt Heinrich Schweitzer, die Gartenarchitektur Albert Brodersen. Bauherr war die Staatliche Kommission zur Aufteilung der Domäne Dahlem. Es gibt eine gerade Hauptachse mit Koniferen und einen Rundplatz mit Brunnen, umgeben von Rhododendren. Der Friedhof steht als Gartendenkmal unter Schutz. Zu den Ehrengräbern gehört das von Gottfried Benn.

AlliiertenMuseum

An der Clayallee 135 liegt das AlliiertenMuseum im früheren Kino Outpost. Die US-Armee ließ es 1953 bauen, es war ausschließlich für das US-Militärpersonal da und hatte über 900 Sitzplätze. Das Museum wurde im Juni 1998 eröffnet. Auf dem Freigelände stehen eine britische Hastings TG 503 und das letzte Wachhäuschen von Checkpoint Charlie. Als ich dort war, stand auf der Leuchttafel am Eingang „We stand with the people of Ukraine“.

Wegen einer Gebäudesanierung wurde das ehemalige Kino ab Mai 2024 geschlossen, die Ersatzausstellung zog in die Nicholson-Bibliothek.

Freie Universität

An der Fabeckstraße 23/25 steht die Holzlaube der Freien Universität. Sie wurde 2015 eröffnet, Architekt war Florian Nagler. Die Fassade besteht aus grau gebeizter kanadischer Zeder.

Meine Tour

Die Tour ist 19,9 Kilometer lang, ich war 4:22 Stunden in Bewegung. Ich bin am 8. Mai 2022 an der Straße Unter den Eichen losgelaufen. Der Weg führt zuerst zum Dorfkern mit dem U-Bahnhof Dahlem-Dorf, dann nach Norden zu Haus Stauss und zum Kunsthaus. Durch den Grunewald geht es zum Langen Luch und über den Waldfriedhof zum AlliiertenMuseum an der Clayallee. Am U-Bahnhof Oskar-Helene-Heim und an der Freien Universität vorbei kehrt die Tour zum Start zurück.

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Am Wegesrand

Ein Bahnhof trägt den Namen des Gegenübers. Der U-Bahnhof Oskar-Helene-Heim heißt nach dem Heim gegenüber, das 1914 eingeweiht wurde. Es wurde von Konrad Biesalski und Helene Pintsch gegründet.

Derselbe Bildhauer, zwei Orte. Bernhard Heiliger arbeitete von 1949 bis 1995 im früheren Breker-Atelier. Von ihm stammt auch die eiserne Kreuzigungsplastik von 1963 in der Dorfkirche St. Annen.

Der Stifter liegt im Wald. Karl Schmidt-Rottluff stieß den Bau des Brücke-Museums 1964 an und schenkte ihm Werke. Er ist auf dem Waldfriedhof Dahlem begraben.

Pferde durch die Mauer. Die Skulptur „The Day the Wall Came Down“ von Veryl Goodnight gibt es zweimal: an der Bush Library in Texas und seit 1998 beim AlliiertenMuseum in Berlin.

Gut zu wissen

Mit der Bahn: Die Tour beginnt an der Straße Unter den Eichen. An der Strecke liegen der U-Bahnhof Dahlem-Dorf (U3) und der U-Bahnhof Oskar-Helene-Heim (U3). Zum AlliiertenMuseum fahren die Buslinien 115 und X83.

Von Dahlem aus weiter

6 Ortsteile grenzen an, mit Richtung und Entfernung von Mitte zu Mitte.

Schmargendorf2,5 km im NordenWilmersdorf4,1 km im Nordosten
Steglitz3,7 km im Osten · Beitrag folgt
Lichterfelde4,0 km im SüdostenZehlendorf3,0 km im Südwesten
Grunewald4,2 km im Nordwesten · Beitrag folgt

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