Eine Figur im gestreiften Hemd klettert eine Brandwand hinauf und streckt den Arm nach etwas Leuchtendem aus. Unter ihren Turnschuhen türmt sich ein Haufen, der mit weißen Schnüren zusammengebunden ist. Das Wandbild von Innerfields steht an der Reuterstraße in Berlin-Neukölln und heißt „Dein Fernseher lügt“.
Was auf der Wand zu sehen ist
Der Titel steht unten auf der Wand, handgeschrieben auf einem Karton. Darüber liegt ein dunkles Bündel, verschnürt wie ein Paket. Die Figur wendet dem allem den Rücken zu und greift nach oben, wo ein kleines Rechteck Strahlen wirft wie eine Sonne.
Laut Innerfields geht es darum, wie Massenmedien die Wahrnehmung prägen. Das Bild lehnt sich an Guy Debord und seine Kritik an der „Gesellschaft des Spektakels“ an. Ob die Figur dem Spektakel entkommt oder nur zum nächsten Bildschirm greift, lässt die Wand offen.
Die Künstler
Innerfields kommen aus dem Graffiti und arbeiten nach eigener Darstellung seit 1998 zusammen. Heute sind das Jakob Tory Bardou und Holger Weißflog, ältere Berichte nennen als Dritten Veit Tempich. Medien und Geräte sind ihr Dauerthema: In Prenzlauer Berg malten sie Virtual Reality versus Street Art, am Neuköllner Parkhaus Cell Phone.
Zur Entstehung
Wann und für wen die Wand entstand, ist kaum belegt. Eine Liste der Neuköllner KulTouren nennt das Jahr 2016, eine zweite Quelle dafür habe ich nicht gefunden. Auch die Hausnummer ist strittig, die meisten Angaben führen zur Reuterstraße 75.
Steckbrief
Künstler*in
Titel
Dein Fernseher lügt
Ort
Reuterstraße 75, Neukölln
Entstanden
wohl 2016
Nächste Haltestelle
U Hermannplatz (U7, U8), ca. 300 m
Am Weg
Die Wand liegt an meiner ersten Etappe um den Berliner S-Bahn-Ring: vom Ostkreuz zum Südkreuz, kurz hinter der Karl-Marx-Straße.
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Mehr Streetart
Ebenfalls in Neukölln: Cell Phone von Innerfields und More Love von Case Maclaim an der Schinkestraße. Alle Bilder des Kollektivs stehen unter Innerfields. Alle Wandbilder stehen in der Rubrik Streetart & Murals.
Hinweis: Wandbilder werden übermalt, verwittern oder verschwinden mit dem Haus. Ob ein Werk heute noch zu sehen ist, lässt sich nicht bei jedem Bild belegen. Wenn du hinfährst, kann es sein, dass die Wand inzwischen anders aussieht.
