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Buckow
Ortsteil im Bezirk Neukölln · Ortsteil 38 von 97
Buckow liegt im Süden Neuköllns am Stadtrand und besteht aus einem alten Dorfkern mit Kirche und Teich und aus jüngeren Wohngebieten ringsum. Die Tour am 19. Dezember 2021 ist 13,1 Kilometer lang und beginnt in der Gropiusstadt. Sie führt in Buckow von einem Gedenkort an der Rudower Straße über den Dorfanger bis zu den Hochhäusern am Rand der Buckower Felder.

Kurz gesagt
- Buckow ist ein Angerdorf, das um 1230 gegründet wurde und 1920 nach Berlin kam. Kirche, Teich und mehrere denkmalgeschützte Häuser stehen noch am Anger.
- Um den Dorfkern liegen viel jüngere Siedlungen, darunter die Hans-Martin-Helbich-Siedlung von 1974 und die Buckower Felder.
- Die Tour wechselt mehrfach zwischen Buckow, Gropiusstadt und Britz. Gut 8 Kilometer davon liegen in Buckow.
Was Buckow ausmacht
Im Kern ist Buckow ein Dorf geblieben. Am Anger stehen die Kirche, der Dorfteich und mehrere Häuser, die einzeln als Baudenkmal eingetragen sind. Die ganze Dorflage Alt-Buckow steht außerdem als Ensemble unter Denkmalschutz.
Um das Dorf herum liegen Wohngebiete, die erheblich jünger sind. Westlich grenzt die Gropiusstadt an, südlich liegen die Buckower Felder, die lange Ackerland waren und heute ein Neubauquartier tragen. Der Ortsteil ist deshalb nicht geschlossen. Wer ihn zu Fuß abläuft, kommt immer wieder über die Grenze in die Nachbarortsteile.
Zur Ortsgeschichte arbeitet der Buckower Heimatverein. An der Rudower Straße erinnert eine Skulptur an einen jungen Mann, der 2012 erschossen wurde.
Geschichte
Das Angerdorf Buckow wurde um 1230 in der Nähe des heutigen Buckower Damms gegründet. Schriftlich taucht es 1373 zum ersten Mal auf. Die Landwirtschaft prägte das Dorf lange. Im frühen 19. Jahrhundert brachten moderne Anbaumethoden und der Ausbau des Buckower Damms einen Aufschwung und engere Verbindungen nach Berlin.
1887 wurde die Straße zwischen Buckow und Rudow als Chaussee ausgebaut, die damalige Bahnhofstraße, die heute Wildmeisterdamm heißt. 1920 kam Buckow mit der Bildung Groß-Berlins zum Bezirk Neukölln.
Bis 1990 verlief an der Südgrenze der Buckower Felder die Berliner Mauer. Die Grenzanlagen sind verschwunden, der Verlauf lässt sich an der Vegetation und am Mauerweg noch nachvollziehen.
Im Westen wuchs währenddessen die Gropiusstadt. Der Grundstein wurde 1962 gelegt, 1975 war die Großsiedlung fertig. Ab 1974 entstand in Buckow selbst die Hans-Martin-Helbich-Siedlung. 1997 folgte mit dem Töpchiner Dreieck aus Reihen- und Doppelhäusern die letzte Neubebauung im Umfeld der Felder, bevor dort ab den 2020er Jahren ein ganzes Quartier entstand.
Orte, die sich lohnen
Gedenkort für Burak Bektaş
Gut drei Kilometer nach dem Start steht an der Rudower Straße, Ecke Laubsängerweg, der Gedenkort für Burak Bektaş. Bektaş war 22 Jahre alt, als er in der Nacht zum 5. April 2012 an einer Straßenecke nahe dem Klinikum Neukölln erschossen wurde. Zwei Freunde überlebten verletzt.
Die Skulptur, eine rund zwei Meter hohe Bronzearbeit mit dem Titel „Algorithmus für Burak und ähnliche Fälle“, wurde 2018 unmittelbar neben dem Tatort enthüllt. Entworfen hat sie die Künstlerin Zeynep Delibalta, finanziert wurde sie aus Spenden. Als sie enthüllt wurde, war die Tat nicht aufgeklärt.
Von der Rudower Straße wechselt die Tour noch einmal in die Gropiusstadt und nach Britz. Nach knapp sechs Kilometern ist sie wieder in Buckow und läuft am Buckower Damm weiter.
Museum Buckow
Am Buckower Damm 242 sitzt der Buckower Heimatverein. Sein Zweck ist die Erhaltung und Erforschung der Buckower Ortsgeschichte. Der Verein hat dort eine Dauerausstellung im „Museum Buckow“ und eine Ausstellung im Freien eingerichtet, beide wurden über das Förderprogramm FEIN des Bezirksamts ermöglicht. Geöffnet ist nur an einzelnen Tagen im Monat, schau deshalb vorher auf der Seite des Vereins nach.
Gut fünfhundert Meter weiter beginnt der Dorfanger.
Dorfanger und Dorfteich
Alt-Buckow heißt die Straße rund um den Anger. Hier stehen die ältesten Gebäude des Ortsteils, und die Dorflage ist als Ensemble geschützt. Die Kirche bildet mit Dorfteich, Rittergut und Schulzenhof die Mitte der Dorfanlage an einem langen, schmalen Anger. Bei meiner Tour war es hier am Anger und an der Kirche sehr ruhig.
Ein Stück abseits der Tour steht an Alt-Buckow 12 ein Bauernhof, dessen Bauphasen auf 1801/1815 und 1851/1900 datiert sind. Er gehört zu den Höfen, die den landwirtschaftlichen Ursprung des Dorfes noch erkennen lassen.
Häuser am Anger
Mehrere Häuser am Anger stehen einzeln in der Denkmalliste. Alt-Buckow 21A, die Alte Schule, wurde 1985 von den Architekten Pitz und Brenne umgebaut und ist heute ein Wohnhaus. Die Alte Schmiede an Alt-Buckow 19A stammt von um 1885 und wird ebenfalls als Wohnhaus geführt.
Das Wohnhaus Alt-Buckow 21 entstand um 1820 und wurde 1913 umgebaut. An dieser Adresse erinnert ein Stolperstein an Dr. Konrad Ehrlich. Er war Wirtschaftsberater und half jüdischen Verfolgten bei der Auswanderung und Flucht. Im Januar 1942 verhaftete ihn die Gestapo, am 7. Februar 1942 starb er im Staatskrankenhaus der Polizei. Als ich im Dezember 2021 vorbeikam, gab es den Stein noch nicht, er wurde am 5. April 2022 verlegt.
Dorfkirche Alt-Buckow
Die Dorfkirche steht an Alt-Buckow 36 und ist ein Feldsteinbau, den das Landesdenkmalamt auf 1246/1255 datiert. Der Turm nimmt die ganze Breite der Westseite ein, über dem Schiff liegt ein hohes Satteldach. Im Zweiten Weltkrieg wurde vor allem das Dach beschädigt, 1950 wurde es repariert.

Um 1500 wurde die Kirche gotisch umgebaut und bekam im Innern ein Kreuzrippengewölbe. Die Gewölbefelder tragen Malereien mit Szenen aus dem Neuen Testament, ihre Freilegung begann 1912 und wurde 1950 fortgesetzt. Das Glasfenster im Chor schuf Sigmund Hahn 1964. Im Winter 2021/22 wurde das Gewölbe gereinigt und restauriert.

Hinter dem Dorfkern geht es nach Süden und dann nach Osten, auf die Buckower Felder zu.
Buckower Felder
Die Buckower Felder liegen am südlichen Stadtrand und wurden ursprünglich landwirtschaftlich genutzt. Die Tour führt in einiger Entfernung daran vorbei. Als ich im Dezember 2021 hier war, waren die Wohnungen noch nicht bezogen. Seit 2024 wurden sie nach und nach fertiggestellt und bezogen, 2026 feierte das Wohnungsunternehmen Stadt und Land die Fertigstellung des Quartiers mit rund 900 Wohnungen. Es ist ein Pilotprojekt der Schwammstadt Berlin und nutzt unter anderem Wärme aus einer Abwasserdruckleitung am Buckower Damm.
Hans-Martin-Helbich-Siedlung
Knapp hundert Meter abseits der Tour liegt die Hans-Martin-Helbich-Siedlung. Sie entstand ab 1974 unter Federführung der evangelischen Kirchengemeinden Alt-Buckow und Neu-Buckow. Gebaut wurde sie 1974 bis 1975 als sozialer Wohnungsbau mit 643 Wohnungen am Buckower Damm 288 bis 294, in der Christoph-Ruden-Straße, An den Achterhöfen und in der Kestenzeile. Die Baugenossenschaft Steglitz bewirtschaftet sie seit 2021 und saniert die Gebäude seit 2023 energetisch.
Wohnhochhäuser zwischen Feldern und Gropiusstadt
Zwischen den Buckower Feldern und der Gropiusstadt säumen Wohnhochhäuser die Strecke. Die Gropiusstadt war ursprünglich für rund 15.000 Menschen und Gebäude bis zu fünf Geschossen geplant. Am Ende lebten dort etwa 50.000 Menschen, und es standen Hochhäuser mit bis zu 30 Geschossen. In den 1970er und 1980er Jahren rückte die Großsiedlung baulich an die Felder heran. Die Tour läuft hier noch durch den Ortsteil Buckow. Auch die Wohnhochhäuser an diesem Abschnitt stehen noch in Buckow und nicht in der Gropiusstadt.


Bei Kilometer 11 endet Buckow, die Tour kehrt in die Gropiusstadt zurück.
Meine Tour
Die Tour am 19. Dezember 2021 ist 13,1 Kilometer lang, ich war knapp drei Stunden unterwegs. Sie beginnt in der Gropiusstadt und kommt nach rund siebenhundert Metern an der Jungfernmühle vorbei, die ebenfalls zur Gropiusstadt gehört. In den ersten sechs Kilometern wechselt sie mehrfach zwischen Buckow, Britz und der Gropiusstadt, unter anderem mit dem Gedenkort an der Rudower Straße. Ab Kilometer 5,8 bleibt sie gut fünf Kilometer in Buckow: vom Museum über den Dorfanger mit der Kirche, am Rand der Buckower Felder und an der Helbich-Siedlung vorbei bis zu den Hochhäusern. Bei Kilometer 11 geht es zurück in die Gropiusstadt, am U-Bahnhof Johannisthaler Chaussee vorbei, und dort endet die Tour nahe ihrem Start. Was in Britz und der Gropiusstadt liegt, steht auf den Seiten dieser Ortsteile.
Am Wegesrand
Drei Schulhäuser in einem Dorf. Alt-Buckow 21A war um 1780 das erste Schulhaus des Dorfes, 1849 wurde an Alt-Buckow 39 ein Gemeindehaus mit Schule und Pfarrhaus gebaut. Dazu kommt das Schulhaus Alt-Buckow 17 von 1893, ein neugotischer Bau. Alle drei stehen am Anger und sind als Baudenkmal geführt.
Straßenbahn bis 1964. Die Linie 27 fuhr von Britz nach Buckow. Sie wurde am 12. Juni 1913 in Betrieb genommen und 1964 eingestellt.
Ein Teich zum Waschen. Der Dorfteich ist ein eiszeitlicher Pfuhl. Die Buckower wuschen dort Wäsche und Wagen, später wurde er naturnah hergerichtet.
Eine Mühle, die umziehen musste. Die Jungfernmühle am Baumläuferweg 57 ist auf 1892 datiert und steht in der Gropiusstadt. Sie stand ursprünglich in Rixdorf und wurde versetzt, weil die neue Bebauung ihr den Wind nahm.
Gut zu wissen
Mit der Bahn: Die Haltestelle Alt-Buckow am Dorfanger bedienen die Busse M11, M44, X11 und X71. Der U-Bahnhof Johannisthaler Chaussee liegt am Ende der Tour in der Gropiusstadt.
Passt dazu: Der Britz-Buckower-Weg, der Grüne Hauptweg 10, führt am Britzer Garten vorbei und endet an der Stadtgrenze bei Buckow. Am Südrand der Buckower Felder verläuft der Berliner Mauerweg, dessen vierte Etappe durch die Gropiusstadt bis zum Buckower Damm führt.
Von Buckow aus weiter
5 Ortsteile grenzen an, mit Richtung und Entfernung von Mitte zu Mitte.