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Lankwitz

Ortsteil im Bezirk Steglitz-Zehlendorf · Ortsteil 68 von 97

Lankwitz hat einen erhaltenen Dorfkern und ein Wohnumfeld, das zu großen Teilen nach den Zerstörungen von 1943 entstand. Ich bin am 16. Februar 2025 vom S-Bahnhof Lichterfelde Ost aus 10,7 Kilometer gelaufen, vom Komponistenviertel über Rathaus, Dreifaltigkeitskirche und Dorfkirche zum Gemeindepark.

Länge der Tour10,7 km
Gehzeit2:29 h
Gelaufen am16. Februar 2025
Einwohner*innen44.735
Fläche6,99 km²

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Kurz gesagt

  • Das Dorf Lankwitz wird 1239 erstmals erwähnt, als die Markgrafen es einem neuen Kloster in Spandau übertragen.
  • Im Dorfkern steht eine Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert, das neue Zentrum entstand ab 1906 um die Dreifaltigkeitskirche und das Rathaus.
  • Der Teltowkanal verläuft durch den Ortsteil.
  • Am 23. und 24. August 1943 wurde Lankwitz bei einem Luftangriff schwer zerstört, ab 1950 begann der Wiederaufbau.

Was Lankwitz ausmacht

Lankwitz ist ein Ortsteil mit erhaltenem Dorfkern und einem großen Wohnumfeld, das überwiegend im 20. Jahrhundert und nach 1945 entstand. Das Bezirksamt nennt für die Bezirksregion viele Gebäude aus den 1950er und 1960er Jahren, fast alle Flächen sind reine Wohngebiete, die größte Grünfläche ist der Gemeindepark.

Die Villen im Nordwesten gehören zum Komponistenviertel. Es wurde Ende des 19. Jahrhunderts bebaut und hieß damals Rosenthalsches Viertel, nach dem Kaufmann Felix Rosenthal, der Bauernland kaufte, parzellierte und mit Landhäusern bebauen ließ. Am Ende dieser Entwicklung gab es vier getrennte Siedlungsteile: das Rosenthalsche und das Zietemannsche Viertel, Lankwitz Süd und Alt-Lankwitz.

Geschichte

1239 übertrugen die askanischen Markgrafen das Dorf an das neu gegründete Benediktinerinnenkloster St. Marien in Spandau. Lankwitz hatte lange keinen eigenen Pfarrer: Ab 1265 ging der Zehnt an das Kloster, ein Priester kam aus Schöneberg, 1313 gab es den ersten eigenen Pfarrer. 1800 lebten hier nur 189 Menschen.

Ab Ende der 1860er Jahre entstanden Villen, mit dem Bahnhaltepunkt wuchs der Ort rasch, um 1920 zählte er rund 12.000 Einwohner*innen. 1906 löste der Teltowkanal das Entwässerungsproblem des feuchten Geländes, im selben Jahr weihte die Gemeinde die Dreifaltigkeitskirche ein. 1908 wurde Rudolf Beyendorff erster besoldeter Bürgermeister, 1911 folgten Rathaus und Gemeindepark.

Neun Jahre später war es mit der Selbstständigkeit vorbei: Am 1. Oktober 1920 wurden Lankwitz, Lichterfelde, Steglitz und Südende zum Bezirk Steglitz von Groß-Berlin, das Rathaus verlor seine Funktion als Verwaltungssitz. Seit dem 1. Januar 2001 gehört Lankwitz zum Bezirk Steglitz-Zehlendorf.

In der Nacht vom 23. auf den 24. August 1943 traf ein Luftangriff Lankwitz so schwer, dass große Teile des Ortes zerstört wurden. Von der Dorfkirche blieben nur die Grundmauern stehen. Der Wiederaufbau begann ab 1950 in großem Umfang.

Orte, die sich lohnen

Siemensvilla im Komponistenviertel

Im Komponistenviertel steht an der Ecke Calandrellistraße und Gärtnerstraße das Herrenhaus Correns, im Ortsteil als Siemensvilla bekannt. Fritz Freymueller entwarf es, gebaut wurde es 1914 bis 1919 für den Fabrikdirektor Friedrich Correns. Werner F. von Siemens kaufte die Anlage später und ließ sie 1928 und 1929 umbauen, daher der Name Siemensvilla. Zur Anlage gehören neben dem Wohnhaus ein Konzertsaal, ein Pförtnerhaus, ein Gärtnerhaus, eine Garage und ein Teepavillon. Auf der Gartenseite führt eine Säulenhalle über die ganze Breite des Erdgeschosses in die seitlichen Pavillons, in der Mitte springt ein halbrunder Bauteil vor. Heute sitzen hier private Hochschulen. Von hier geht es weiter zum S-Bahnhof und zum Rathaus.

Rathaus mit Vier-Winde-Brunnen

Das Rathaus am Hanna-Renate-Laurien-Platz 1 bauten die Brüder E. und W. Ratz 1910 und 1911, der Stil ist Deutsche Renaissance. Eingeweiht wurde es am 2. September 1911. Nach 1920 saßen hier zeitweise Abteilungen des Finanzamts, heute das Amt für Soziales.

Auf dem Vorplatz steht der Vier-Winde-Brunnen, den Hinrichsen und Isenbeck 1910 bis 1912 entwarfen. Auf der Säule steht eine weibliche Figur, am Sockel sitzen vier Fabelwesen. Neben dem Rathaus liegt der Bernkastler Platz, im Volksmund Rosengarten, ein Gartendenkmal aus den Jahren 1910 bis 1914. Von hier sind es nur wenige hundert Meter zur Dreifaltigkeitskirche.

Dreifaltigkeitskirche und Lutherhaus

Die Dreifaltigkeitskirche an der Gallwitzallee entstand 1904 bis 1906 nach Plänen von Ludwig von Tiedemann und Robert Leibnitz. Der Backsteinbau hat einen 55 Meter hohen Turm und wurde am 11. Juni 1906 eingeweiht. Sie wurde gebaut, weil die kleine Dorfkirche für die wachsende Gemeinde nicht mehr reichte, ursprünglich hatte sie 900 Sitzplätze.

Im August 1943 wurde die Kirche schwer beschädigt, am 20. Mai 1951 wurde sie wiedereingeweiht. Dem Turm fehlte danach die Spitze, das Richtfest für die neue, alte Turmspitze war am 21. August 1964.

In der Nähe steht das Lutherhaus, ein evangelisches Gemeindehaus aus Backstein mit einem Lutherkopf über dem Portal. Von hier führt die Tour in den alten Dorfkern.

Dorfkirche und Dorfkern

Die Dorfkirche ist eine Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert, die Denkmaldatenbank datiert sie auf 1230 bis 1300. 1757 bis 1759 wurde sie mit einem Turm und großen Rundbogenfenstern umgebaut. Nach 1943 standen nur noch die Grundmauern, die Glocken waren zuvor abgeholt und eingeschmolzen worden. 1955 und 1956 entstand die Kirche nach Plänen von Wolfram Konwiarz neu, mit einem etwas schlankeren Turm.

Im Dorfkern steht außerdem das Lehnschulzengutshaus, Alt-Lankwitz 37 und 39, von 1776. 1927 wurde es für eine Säuglingsfürsorge umgebaut, später war es ein Krankenheim, heute nutzt die Gemeinschaft Chemin Neuf Räume im ehemaligen Dominikuskloster gegenüber der Kirche.

Gemeindepark

Der Gemeindepark entstand 1910 bis 1912 für die Gemeinde Lankwitz, der Gartenarchitekt war Carl Riemann. Eröffnet wurde er im September 1911 als Beyendorffpark, nach dem Bürgermeister. Heute ist er ein Gartendenkmal. Auf dem 13 Meter hohen Hügel steht ein Ehrenmal, im Winter wird dort gerodelt.

Im Park gibt es ein Tiergehege mit Damwild, Ziegen und Schafen, auch mit Mufflons. Im Gehege lag ein Damhirsch im Laub.

Großsiedlung Kamenzer Damm

Am Ostrand des Gemeindeparks beginnt hinter der Malteserstraße die Großsiedlung Kamenzer Damm. Sie entstand im Zusammenhang mit dem Aufbauprogramm 1960 und besteht aus Hochhäusern und niedrigeren Zeilen, durchgrünt und mit eigenem Fußwegenetz. An den Fassaden gab es gelbe Klinkerakzente, bei sanierten Häusern fehlen sie inzwischen.

Meine Tour

Die Tour ist 10,7 Kilometer lang, ich war 2:29 Stunden in Bewegung. Ich bin am 16. Februar 2025 am S-Bahnhof Lichterfelde Ost losgelaufen. Der Weg führt zuerst durch das Komponistenviertel zum S-Bahnhof Lankwitz und zum Rathaus, dann zur Dreifaltigkeitskirche und durch den Dorfkern. Weiter geht es durch den Gemeindepark und an der Großsiedlung Kamenzer Damm vorbei zum Luther-Friedhof an der Malteserstraße und von dort zurück zum Ausgangspunkt.

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Am Wegesrand

Ein Postflugzeug auf dem Kirchturm. Am 6. Februar 1919 musste ein Postflugzeug am Turm der Dreifaltigkeitskirche notlanden, die Turmspitze wurde dabei beschädigt. Das Bezirksamt erwähnt den Vorfall ebenfalls.

Rosen, die es 1914 noch nicht gab. Für den Rosengarten wollte die Bezirksverordnetenversammlung 2009 die Sorte Gloria Dei pflanzen lassen. Die kam aber erst 1942 in den Handel und passte nicht zu einer Anlage von 1910 bis 1914. Gepflanzt wurden 2018 und 2019 stattdessen vier historische Sorten.

Der erste Bahnhof lag woanders. Der Bahnhof Lankwitz wurde am 1. Dezember 1895 nördlich der Victoriastraße eröffnet, die heute Leonorenstraße heißt. Der heutige Bahnhof liegt südlich davon und entstand 1901 nach dem Ausbau der Strecke.

Ein Wiesendorf mit nassen Füßen. Der Ortsname stammt aus dem Slawischen und verweist auf feuchtes Gelände, die Dorfkirchengemeinde deutet ihn als Wiesendorf. Trocken wurde das Gebiet erst mit dem Teltowkanal, der 1906 die Entwässerung löste.

Gut zu wissen

Mit der Bahn: Die Tour beginnt und endet am S-Bahnhof Lichterfelde Ost. Am S-Bahnhof Lankwitz, direkt an der Strecke, fahren die S25 und die S26.

Passt dazu: Weiter am Teltowkanal liegt der Hafen Tempelhof, eine längere Wanderung am Kanal ist die von Wannsee nach Stahnsdorf.

Von Lankwitz aus weiter

4 Ortsteile grenzen an, mit Richtung und Entfernung von Mitte zu Mitte.

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