Burgenwanderweg, Etappe 2 von 6 · Zum Gesamtbericht
Die zweite Etappe führt zur zweiten Burg des Weges. Von Rädigke geht es durch das Tal der Plane nach Raben, wo oberhalb des Dorfes Burg Rabenstein liegt. Danach folgen Mützdorf, Glashütte und Jeserig, bis die Etappe am Bahnhof Wiesenburg endet.
Ich bin am Sonntag, dem 6. Juni 2021, in Rädigke gestartet, dort, wo Etappe 1 endete. Die offizielle Etappe von Rädigke nach Jeserig ist 20 Kilometer lang, mein Ziel liegt mit dem Bahnhof Wiesenburg etwas weiter. Zur Einteilung des Weges siehe den Gesamtbericht.
Inhalt dieser Etappe
Steckbrief
Strecke
22,6 km
Gehzeit
4:13 h
Schwierigkeit
leicht
Start
Rädigke
Ziel
Bahnhof Wiesenburg (Mark)
Gelaufen am
6. Juni 2021
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Anreise
Rädigke hat keinen Bahnhof. Wer die Etappe einzeln geht, fährt mit der RE7 bis Bad Belzig und von dort mit dem Regionalbus weiter. Nach dem VBB verbindet eine Burgenlinie Bad Belzig, Niemegk, Raben und Wiesenburg. Ob und wie Rädigke angefahren wird, bitte im aktuellen Fahrplan prüfen.
Der Bahnhof Wiesenburg (Mark) liegt an der RE7, die Richtung Berlin und Richtung Dessau fährt. Für die Rückfahrt reicht also die Regionalbahn.
Die Route
Rädigke und das Planetal
Nach drei Kilometern kommt der Grenzhaufen, eine archäologische Stätte. Zu Alter und Funktion kann ich nichts Sicheres sagen. Danach folgt der Weg dem Tal der Plane Richtung Raben. Die offizielle Etappenseite beschreibt es als ruhig fließenden Bach.
Von Rädigke sind es gut vier Kilometer bis Raben. Die Wanderfibel des Naturparks führt diesen Abschnitt dagegen über die Neuendorfer Rummel und nennt 16 Kilometer. Die Rummel ist ein Trockental mit bis zu etwa 20 Metern hohen Seitenhängen, das nach dem Naturpark unter eiszeitlichen Bedingungen entstand und nach mittelalterlichen Rodungen weiter erodierte. Diese Schleife gehört nicht zu meiner Aufzeichnung.


Raben
In Raben steht eine Feldsteinkirche aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts mit einem schlanken Fachwerkturm. Die Ausmalung stammt von 1907 und wurde 2013 umfassend restauriert, die Kanzel ist um 1700 entstanden. Das Naturparkzentrum Hoher Fläming sitzt in der Alten Brennerei des Ortes.

Burg Rabenstein
Die Burg liegt auf dem Steilen Hagen über Raben, nach der Burgchronik auf rund 153 Metern. Die erste urkundliche Erwähnung nennt die Chronik für 1251, der Bergfried ist etwa 30 Meter hoch. Zur Geschichte gehören spätere Besitzer und Besuche: 1625 erwarb Erasmus Unruh die Burg, 1631 hielt sich Gustav II. Adolf dort auf, 1712 Peter I. Von 1956 bis 1998 war die Burg Jugendherberge, ab 1999 wurde sie restauriert.
Neben der Burg zeigt die Fläming-Falknerei Flugvorführungen. Am Weg stehen außerdem Infotafeln zu Greifvögeln, Eulen und den Kobolden von Rabenstein. Das Burggelände hat teils unebenes Kopfsteinpflaster.



Mützdorf, Glashütte und Jeserig
Hinter der Burg liegen gut sieben Kilometer ohne Ort, bis bei Kilometer 12,8 Mützdorf auftaucht. Es folgen Glashütte bei Kilometer 17,9 und Jeserig bei Kilometer 19,6. Glashütte gehört zu Jeserigerhütten, einem ehemaligen Hüttenort, der nach der Gemeindeseite 1592 erstmals erwähnt wird. Die jüngere Siedlung entstand nach dem Zweiten Weltkrieg. Aus dem Namen folgt kein heute aktiver Glasbetrieb.



In Jeserig weist eine Infotafel auf die Feldsteinkirchen im Fläming hin, außerdem steht dort ein Weltkriegsdenkmal.



Bahnhof Wiesenburg
Die Etappe endet am Bahnhof Wiesenburg. Dort steht das Südportal des Internationalen Kunstwanderwegs, der in Bad Belzig beginnt. Die Südroute des Kunstwanderwegs führt von hier in 17 Kilometern zum Bahnhof Bad Belzig (Reiseland Brandenburg). Das Schloss ist Thema von Etappe 3.

Am Wegesrand
Lesesteinweg in Rädigke
Gleich am Anfang liegt im Wasser der Plane eine Kachel auf einem Stein. Auf ihr steht ein Text über einen Waldbach. Sie gehört zum Lesesteinweg der Fläming-Bibliothek, einem rund zwei Kilometer langen Rundweg um Rädigke. Auf Findlingen im und um das Dorf sind handgemachte Keramikkacheln mit literarischen Zitaten angebracht, nach Reiseland Brandenburg unter anderem von Gottfried Benn, Heinrich Heine und Christian Morgenstern. Der Weg entstand zum fünfjährigen Bestehen der Bibliothek durch Menschen aus dem Dorf, später kam eine Kinderversion mit 26 Kacheln dazu. Die Fläming-Bibliothek gilt als erste Gasthofbibliothek Deutschlands und sitzt im Saal des Gasthofs Moritz.

Die Rosmariensage von Burg Rabenstein
Zur Burg gehört die Rosmariensage. Der Sage nach verpasst die Tochter des Burgherrn nach einem Dorffest die nächtliche Schließung des Tores und wird zur Strafe im Turm eingeschlossen. Ihre Erlösung hängt von einer nahezu endlosen Näharbeit ab. Die Sage verbindet Johannisnacht, väterliche Strenge und einen unerlösten Geist. Die Burg Rabenstein erzählt sie selbst auf ihrer Website. Sie ist eine Sage und kein belegtes Ereignis.

Teich der alten Badeanstalt
Hinter der Burg liegt im Naturschutzgebiet ein rechteckiges Betonbecken, das einmal eine Badeanstalt war. Es wurde zu einem Laichgewässer für Molche, Frösche und Kröten umgebaut. Nach Beschreibungen auf Komoot und bei ich-geh-wandern.de ist es als Fundort für den Bergmolch bekannt. Am Wasser stehen ein Holzpavillon und eine Schutzhütte mit Infotafeln.

Gut zu wissen
- Offiziell gehört die Strecke zu den Etappen von Rädigke nach Jeserig (20 Kilometer) und von Jeserig nach Görzke (20 Kilometer). Meine Etappe ist 22,6 Kilometer lang und endet am Bahnhof, nicht im Ort.
- Ich fand den Weg gut ausgeschildert, die Markierung ist eine rote Burg auf weißem Quadrat.
- Zwischen Raben und Wiesenburg gibt es auf dem Weg wenig Einkehr. Proviant und Wasser mitnehmen. An der Burg Rabenstein gibt es einen Ausschank, ob er geöffnet hat, vorher prüfen.
- Burg, Falknerei und Naturparkzentrum haben eigene Öffnungszeiten und Veranstaltungstermine. Wer beides besichtigen will, sollte dafür Zeit einplanen.
Fazit
Die zweite Etappe lebt von Burg Rabenstein auf dem Hügel über Raben, das Planetal davor ist ein ruhiger Auftakt. Danach zeigt das lange Stück ohne Ort, wie dünn der Fläming besiedelt ist.