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Burgenwanderweg, Etappe 5: Von Ziesar nach Reckahn

Gartenseite von Schloss Reckahn mit Freitreppe

Burgenwanderweg, Etappe 5 von 6 · Zum Gesamtbericht

Die fünfte Etappe ist lang und ländlich. Von Ziesar führt sie durch kleine Dörfer nach Norden und endet in Reckahn, wo das Schloss der Familie von Rochow und ein Museum zur Landschulreform der Aufklärung stehen.

Ich bin am Ostersonntag, dem 17. April 2022, in Ziesar losgegangen, nach der Nacht im Burghotel Ziesar. Übernachtet habe ich im Gästehaus Reckahn. Bis Friesdorf folgt die Strecke nach den offiziellen Etappenseiten dem Burgenwanderweg. Danach weiche ich ab: Wollin, Meßdunk und Reckahn kommen in den offiziellen Etappenbeschreibungen nicht vor. Reckahn ist also vermutlich ein Abstecher und kein offizieller Wegpunkt. Das ist mein Abgleich, kein Hinweis des Tourismusverbands. Zur Einteilung des Weges siehe den Gesamtbericht.

Inhalt dieser Etappe

Strecke

33,6 km

Gehzeit

6:41 h

Schwierigkeit

leicht

Start

Ziesar

Ziel

Schloss Reckahn

Gelaufen am

17. April 2022

Karte: Burgenwanderweg, Etappe 5Etappe 5 von Ziesar nach Reckahn, 33,6 km. Die übrigen Etappen sind blass dargestellt.Start: ZiesarZiel: Reckahn5 km
Etappe 5 von Ziesar nach Reckahn, 33,6 km. Die Pfeile zeigen die Gehrichtung, die übrigen Etappen des Burgenwanderwegs sind blass dargestellt.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Anreise

Ziesar hat keinen Bahnhof. Der Tourismusverband nennt die Fahrt mit dem RE1 bis Wusterwitz und von dort mit dem Bus nach Ziesar. Linie und Abfahrtszeit prüfst du am besten am Tag der Tour im VBB-Fahrplan.

Reckahn hat ebenfalls keinen Bahnhof. Es gibt eine Bushaltestelle Reckahn/Dorf. Wohin und wie oft die Busse fahren, bitte vorab im Fahrplan prüfen.

Die Route

Bücknitz, Glienicke und Steinberg

Nach knapp vier Kilometern erreicht die Strecke Bücknitz. Die Feldsteinkirche des Ortes stammt nach der offiziellen Etappenseite aus dem 13. Jahrhundert. Die Stadt Ziesar beschreibt dort außerdem mehrere Mühlen: die Eulenmühle, die mit Sägewerk und Gastwirtschaft verbunden wird, die 1905 eingerichtete Krügermühle mit späterer Museumsnutzung und die ehemalige Herrenmühle, eine Papiermühle, von der vor allem Reste geblieben sind. In meiner Aufzeichnung liegt die Eulenmühle bei Kilometer 6,1. Nicht jedes dieser Gebäude ist heute ein frei zugängliches Museum.

Feldsteinkirche mit weißem Turm in Bücknitz
Die Feldsteinkirche in Bücknitz.

Es folgen Glienicke (auf der Karte Glienecke) bei Kilometer 7,4 und Steinberg bei Kilometer 9,7.

Braun-weißes Pferd auf einer Weide
Ein Pferd an der Weide.

Grebs, Friesdorf und Wollin

Grebs liegt bei Kilometer 13,3, Friesdorf bei Kilometer 17,1. Zu diesen Dörfern kann ich nichts Sicheres sagen. Die Wanderfibel beendet an der Abzweigung bei Friesdorf ihre sechste Etappe. Hinter Friesdorf beginnt mein Abschnitt abseits des offiziellen Weges. Bei Kilometer 22 liegt Wollin, dort gibt es eine Bäckerei und ein Eiscafé. Öffnungszeiten kenne ich nicht.

Kirche in Wollin mit weißem Turm
Die Kirche in Wollin.

Zwischen Wollin und Meßdunk liegen gut neun Kilometer ohne Ort. Meßdunk liegt nach dem Tourismusverband am Rochow-Rundweg, einem 9,9 Kilometer langen Rundweg, der am Gutspark Reckahn beginnt und über Meßdunk und Krahne zurückführt.

Reckahn

Das Schloss wurde nach dem Tourismusverband als Sitz der Familie von Rochow bis 1729 gebaut. Friedrich Eberhard von Rochow (1734 bis 1805) und Christiane Louise von Rochow (1734 bis 1808) werden in der Dauerausstellung des Rochow-Museums gewürdigt, die seit 2001 „Vernunft fürs Volk“ heißt. Rochow richtete ab etwa 1773 Musterschulen auf seinen Gütern ein. Sein Lesebuch Der Kinderfreund (1776 bis 1779) gilt als erstes deutsches Volksschullesebuch.

Das Schulmuseum im Schulhaus von 1773 hat ein historisches Klassenzimmer. Schloss, Kirche und Schulhaus bilden ein Ensemble: Die Kirche wurde 1739 begonnen und 1741 vollendet, ein schlichter Barockbau mit Westturm. Der Park wurde ab 1760 von Rochow zu einem englischen Landschaftsgarten umgestaltet, er umfasst etwa 21 Hektar. Dort steht ein Denkmal von 1794 für den Schulmeister Heinrich Julius Bruns, nach dem Tourismusverband das einzige bekannte Denkmal für einen Elementarschullehrer in Deutschland. Eine Steinpyramide erinnert an Schäden durch das preußische Lager von 1741.

Bach im Park von Reckahn mit Blick auf das Schloss
Der Park mit Blick auf das Schloss.

Am Wegesrand

Alte Gleise bei Bücknitz

Im Wald hinter Ziesar liegen noch Gleise im Gras. Nach einem Hinweis bei Komoot gab es hier eine Zweiglinie der Ziesarer Kleinbahn zur Herrenmühle Bücknitz. Ob es genau diese Strecke ist, habe ich nicht geprüft.

Alte Gleise im Gras im Wald bei Bücknitz
Alte Gleise im Wald.

Reckahner Teiche

Zwischen Reckahn und Meßdunk liegen die Reckahner Teiche, rund 80 Hektar groß. Nach dem NABU sind sie ein bedeutender Rastplatz für Zugvögel, vor allem im Frühjahr und im Herbst. Drei große Teiche werden dafür gezielt bewirtschaftet.

Teich mit Schilf unter blauem Himmel bei Reckahn
Die Reckahner Teiche.

Gut zu wissen

  • Offiziell geht der Burgenwanderweg von Ziesar nach Groß Briesen (25 Kilometer). Meine Etappe endet dagegen in Reckahn und ist 33,6 Kilometer lang.
  • Die Etappe ist lang und führt durch kleine Orte. Einkehr gibt es unterwegs wenig, Proviant und Wasser für den ganzen Tag mitnehmen.
  • Das Rochow-Museum hat eigene Öffnungszeiten, die auf der Seite des Museums stehen. Der Park ist ein eigener Besuch wert.

Fazit

Es ist die längste Etappe, und sie ist eher still als spektakulär. Der Lohn ist Reckahn mit Schloss, Kirche, Schulhaus und Park, ein Ort, der zeigt, wie sich Schulbildung auf dem Land entwickelt hat.