Burgenwanderweg, Etappe 4 von 6 · Zum Gesamtbericht
Die vierte Etappe führt zur vierten Anlage des Burgenwanderwegs. Von Görzke geht es durch den Wald zur Kirchenruine Dangelsdorf, durch die Nonnenheide, am Gutspark Dahlen vorbei und über Köpernitz nach Ziesar, wo die Burg der Brandenburger Bischöfe steht.
Ich bin am Samstag, dem 16. April 2022, in Görzke losgegangen. Das war das Osterwochenende, die beiden folgenden Etappen schlossen sich an den nächsten Tagen an. Meine Etappe entspricht der offiziellen Etappe von Görzke nach Ziesar. Zur Einteilung des Weges siehe den Gesamtbericht.
Inhalt dieser Etappe
Steckbrief
Strecke
24,0 km
Gehzeit
4:46 h
Schwierigkeit
leicht
Start
Görzke
Ziel
Ziesar
Gelaufen am
16. April 2022
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Anreise
Görzke hat keinen Bahnhof. Die Anreise führt über Bad Belzig mit der RE7 und weiter mit dem Regionalbus, oder über Brandenburg an der Havel mit dem RE1 und einem Bus Richtung Görzke. Die Fahrt dauert nach dem Tourismusverband von Berlin aus rund zwei Stunden.
Ziesar hat ebenfalls keinen Bahnhof. Der Tourismusverband nennt die Fahrt mit dem RE1 bis Wusterwitz und von dort mit dem Bus nach Ziesar, auch Brandenburg an der Havel ist als Umstieg möglich. Linie und Abfahrtszeit prüfst du am besten am Tag der Tour im VBB-Fahrplan.
Die Route
Dangelsdorf: Kirche eines verschwundenen Dorfes
Nach gut drei Kilometern steht im Wald der Nonnenheide die Kirchenruine Dangelsdorf, der Rest einer Wüstung. Erhalten sind Teile der Friedhofsmauer und teilweise gesicherte Kirchenwände. Nahebei entspringt der Riembach, ein Quellbach der Buckau. Eine baugeschichtliche Untersuchung ordnet die Kirche wahrscheinlich der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts zu. Ein großer Stein wird dort als möglicher älterer Kultplatz diskutiert, das ist eine Hypothese und kein Nachweis. Ein neues Dangelsdorf entstand später in der Nähe und gehört zu Görzke.


Nonnenheide und Dahlen
Eine Überlieferung, die Wildganz wiedergibt, erzählt, ein kinderloser Gutsbesitzer habe die Nonnenheide den Nonnen von Ziesar vermacht. Belegt ist das nicht. Bei Kilometer 6,3 liegt Dahlen. Der Gutspark ist nach dem Tourismusverband ein englischer Landschaftspark von etwa neun Hektar, seit ungefähr 1840 angelegt, mit altem Baumbestand und Frühlingsblüten. Er ist frei zugänglich, das Gutshaus im Schinkelstil ist es nicht. „Im Schinkelstil“ heißt dabei nicht, dass Karl Friedrich Schinkel es entworfen hat.




Köpernitz
Zwischen Dahlen und Köpernitz liegen gut zehn Kilometer ohne Ort. Köpernitz liegt an der Buckau, die neoromanische Dorfkirche aus Granit steht dort. Die Bahnstrecke von 1912 ist heute ein Radweg.







Burg Ziesar
Die Bischofsresidenz Ziesar war vom 14. bis zum 16. Jahrhundert eine Residenz der Bischöfe von Brandenburg. Der Bergfried ist nach berlin.de ein etwa 35 Meter hoher Granitturm, daneben steht der Storchenturm, der für 1497 datiert wird. Die Burgkapelle wurde 1470 geweiht, ihre Wandmalereien sind vollständig erhalten. Wann die jüngere Ausmalung entstand, ist in der Forschung offen, genannt werden um 1500 und 1530/40. Nach berlin.de wurden die Malereien im 17. Jahrhundert von Hugenotten übertüncht und dadurch bewahrt.

Das Museum für brandenburgische Kirchen- und Kulturgeschichte ist 2005 eröffnet worden. Die Dauerausstellung „Wege in die Himmelsstadt“ erstreckt sich über mehr als 1000 Quadratmeter und zeigt unter anderem zwei mittelalterliche Fußbodenheizungen. Auch die Räume selbst sind Exponate, zum Beispiel mit Gefängnisinschriften. Am Weg liegt zusätzlich das Heimatmuseum.


Die Stadt Ziesar
Die Stadtpfarrkirche Heilig Kreuz ist nach dem Tourismusverband ein spätromanischer Feldsteinbau des 13. Jahrhunderts, der mehrfach erweitert wurde. Die Burg war vom 14. bis ins 16. Jahrhundert Residenz der Bischöfe von Brandenburg und ist heute ein Museum (Reiseland Brandenburg).




Am Wegesrand
Gedenkstein in Köpernitz
In Köpernitz steht ein Findling mit der Inschrift „600 Jahre Köpernitz“ und den Jahreszahlen 1420 und 2020. Daneben steht eine Bank.

Gut zu wissen
- Offiziell ist die Etappe von Görzke nach Ziesar 23 Kilometer lang, der Tourismusverband gibt rund sechs Stunden an. Meine Gehzeit liegt bei 4:46 Stunden ohne Pausen.
- Zwischen Görzke, Dahlen und Köpernitz gibt es lange Waldabschnitte ohne Versorgung. Proviant und Wasser mitnehmen.
- Das Museum in der Burg verdient mehr als einen kurzen Blick. Wer es besichtigen will, beendet die Wanderung nicht erst kurz vor Schluss, die aktuellen Öffnungszeiten stehen auf der Seite des Museums.
- Übernachtet habe ich in Ziesar im Burghotel Ziesar. Am nächsten Morgen ging es von dort mit der fünften Etappe weiter.
Fazit
Die Etappe wechselt von Wald und Ruine in Dangelsdorf zu einer Burg, in der man den Hof eines Bischofs lesen kann. Ziesar ist die Station des Weges, für die ich mir mehr Zeit nehmen würde.