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Burgenwanderweg, Etappe 3: Von Wiesenburg nach Görzke

Schloss Wiesenburg hinter einem Teich im Schlosspark

Burgenwanderweg, Etappe 3 von 6 · Zum Gesamtbericht

Die dritte Etappe ist meine kürzeste und hat mit Schloss Wiesenburg die dritte Anlage des Burgenwanderwegs im Programm. Vom Bahnhof geht es durch den Schlosspark zum Schloss, dann durch den Wald nach Görzke, einem Ort mit langer Töpfertradition.

Ich bin am Freitag, dem 24. September 2021, am Bahnhof Wiesenburg gestartet. Die offizielle Etappe von Jeserig nach Görzke ist 20 Kilometer lang, meine Etappe entspricht ihrem zweiten Teil ab Wiesenburg. Zur Einteilung des Weges siehe den Gesamtbericht.

Inhalt dieser Etappe

Strecke

17,6 km

Gehzeit

3:26 h

Schwierigkeit

leicht

Start

Bahnhof Wiesenburg (Mark)

Ziel

Görzke

Gelaufen am

24. September 2021

Karte: Burgenwanderweg, Etappe 3Etappe 3 von Wiesenburg nach Görzke, 17,6 km. Die übrigen Etappen sind blass dargestellt.Start: WiesenburgZiel: Görzke5 km
Etappe 3 von Wiesenburg nach Görzke, 17,6 km. Die Pfeile zeigen die Gehrichtung, die übrigen Etappen des Burgenwanderwegs sind blass dargestellt.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Anreise

Wiesenburg (Mark) liegt an der RE7. Vom Bahnhof bis zum Schloss sind es nach meiner Aufzeichnung gut drei Kilometer, ein Hauptweg durch den Schlosspark führt laut Naturpark direkt vom Bahnhof zum Schloss.

Görzke hat keinen Bahnhof. Zurück geht es mit dem Regionalbus, etwa Richtung Bad Belzig, Wiesenburg oder Brandenburg an der Havel, von dort mit der Bahn nach Berlin. Linie und Abfahrtszeit prüfst du am besten am Tag der Tour im VBB-Fahrplan.

Die Route

Schlosspark Wiesenburg

Die ersten gut drei Kilometer führen durch den Schlosspark. Er wurde nach der Parkseite von 1863 bis 1881 maßgeblich entwickelt, unter Curt von Watzdorf gemeinsam mit dem Förster Carl Gebbers. Ob Gustav Meyer beteiligt war, wird diskutiert, eine eindeutige Zuschreibung gibt es nicht. Die Größe wird je nach Quelle mit 123 bis 130 Hektar angegeben. Der Park gilt dem Tourismusverband als bedeutendstes Gartendenkmal zwischen Potsdam und dem Dessau-Wörlitzer Gartenreich. Er hat seltene Gehölze, vor allem Koniferen, und ist grundsätzlich frei zugänglich. Die Rhododendronblüte im Mai und Juni gilt als besonderer Anlass für einen Besuch.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging der Pflegezustand zurück, seit 1986 wurden zunächst schlossnahe Partien restauriert. Bei Kilometer 2,5 liegt außerdem ein Prinzessinnenbad als Ruine, über das ich nichts Näheres weiß.

Schloss Wiesenburg

Die Burgwardanlage wird nach der Gemeinde 1161 erstmals erwähnt, 1456 kam sie an die Familie Brandt von Lindau. Nach einem Brand 1547 wurde sie ab der Mitte des 16. Jahrhunderts als Renaissanceschloss wieder aufgebaut. Das heutige Bild prägen die Umbauten von 1865 bis 1880 unter Curt von Watzdorf. Vom Mittelalter blieb nach dem Tourismusverband nur der Bergfried im Eingangsbereich.

Schloss Wiesenburg hinter einem Teich im Schlosspark
Schloss Wiesenburg über den Teich gesehen.

Das Wahrzeichen ist der Turm mit Haube, seine Aussichtsgalerie liegt in etwa 48 Metern Höhe. Nach 1945 war das Schloss Schule und Internat, bis 1992. Seit 1998 ist es in Privatbesitz und wird für Wohnungen und Büros genutzt. Torhaus und Turm gehören der Gemeinde. Den Zugang zum Turm vermittelt die Touristerei, die Touristinformation gegenüber dem Schloss, in der auch regionale Produkte wie Keramik verkauft werden. Im Hof steht ein Brunnen von 1609, daneben gibt es das kleine Männekentor.

Im Ort gibt es ein Heimatmuseum und die Kirche St. Marien, ein spätromanischer Feldsteinbau, den du nach Absprache mit dem Pfarramt besichtigen kannst (Reiseland Brandenburg). Am Schloss gibt es Cafés, eine Bäckerei und einen Supermarkt.

Feldsteinkirche mit Backsteinturm in Wiesenburg
Die Kirche in Wiesenburg.

Neuehütten, Alte Hölle und der Wald

Hinter Wiesenburg liegt Neuehütten bei Kilometer 5,6. Die Gemeinde beschreibt es als Straßendorf mit zwei Sägewerken um 1900 und einer Arbeiterkolonie. Bei Kilometer 7,3 folgt der Wohnplatz Alte Hölle. In dem Waldgebiet nennt die Wanderfibel einen Blauen Stein. Blaue Steine werden vom Deutschen Wanderverband pauschal mit früherem Gerichtswesen verbunden, einen Einzelbeleg dafür kenne ich nicht, es ist also eine überlieferte Deutung. Ob der Stein direkt an meiner Strecke liegt, habe ich nicht geprüft.

Danach liegen rund neun Kilometer ohne Ort bis kurz vor Görzke.

Görzke

Görzke gilt dem Tourismusverband als historisches Töpferzentrum. Die Amtsseite beschreibt die Herstellung von Braungeschirr im Bunzlauer Stil und nennt für eine historische Blütezeit 13 Werkstätten und 19 Meister. Das ist eine historische Größe, keine Zählung heutiger Betriebe.

Der Handwerkerhof liegt in einer ehemaligen Stärkefabrik und vereint Töpferei, ein Technikmuseum mit Dampfmaschine, ein Jagd- und Forstmuseum und eine Puppenausstellung. Nach dem Tourismusverband wurde die Sandmännchen-Figur bis in die 1950er Jahre in einer ehemaligen Puppenfabrik des Ortes hergestellt. Nahe dem Handwerkerhof liegt ein Burgwall mit sichtbaren Wallresten und einer Infotafel, Scherbenfunde und Bauart sprechen laut Tourismusverband für eine slawische Burg, die um 1370 aufgegeben wurde.

Am Wegesrand

Einkaufsquelle in Görzke

In Görzke steht an einem Haus noch der geschwungene Schriftzug „Einkaufsquelle“. Das Gebäude war früher ein Konsum. Seit 2015 gehört das Haus den Betreiber*innen der Galerie Einkaufsquelle, die dort im ehemaligen Verkaufsraum Kunst ausstellt. Der Schriftzug ist geblieben.

Schriftzug Einkaufsquelle an der Fassade eines Hauses in Görzke
Der Schriftzug aus der Nähe.

Gut zu wissen

  • Offiziell ist die Etappe von Jeserig nach Görzke 20 Kilometer lang. Meine Etappe 3 beginnt am Bahnhof Wiesenburg und ist 17,6 Kilometer lang.
  • Das Schloss ist in Privatbesitz, öffentlich zugänglich sind Torbereich, Heimatstube und Turm, nicht die Schlossräume. Für den Turm vorher bei der Touristerei nach den Zeiten fragen.
  • Zwischen Wiesenburg und Görzke gibt es unterwegs keine Einkehr, Proviant und Wasser mitnehmen. Wer in Görzke Werkstätten besuchen will, plant die Ankunft so, dass noch Zeit dafür bleibt, und fragt vorher nach.

Fazit

Die kürzeste Etappe hat die größte Abwechslung: erst Park und Schloss, dann ein langes ruhiges Stück durch den Wald, am Ende Handwerk in Görzke. Für Wiesenburg selbst lohnt es sich, mehr Zeit als eine Etappenpause einzuplanen.