Unterwegs zu Fuß

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Jagdschloss Granitz: Schinkelturm, Wendeltreppe und Buchenwald auf Rügen

Jagdschloss Granitz mit runden Ecktürmen auf dem Tempelberg bei Binz auf Rügen

Das Jagdschloss Granitz steht auf dem Tempelberg mitten im Buchenwald bei Binz. Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus ließ es von 1837 bis 1846 bauen, den Turm in der Mitte entwarf Karl Friedrich Schinkel (Tourismusverband). Heute ist es ein Museumsschloss. Ich bin auf meiner Tour Von Binz nach Göhren und zurück von Binz aus durch den Wald hierher gelaufen.

Gebaut

1837 bis 1846

Turmhöhe

38 m

Treppenstufen

154

Granitz

rund 1.000 ha

Vom Jagdhaus zum Schloss

Schon 1726 stand hier ein kleines Jagdhaus der Fürsten zu Putbus. Wilhelm Malte I. ließ zwischen 1837 und 1846 ein großes Jagdschloss errichten. Schinkel setzte beim Mittelturm eine Idee des preußischen Kronprinzen Wilhelm um. Im 19. Jahrhundert zog das Schloss mit dem Bäder- und Ausflugstourismus viele Besucher*innen an (Auf nach MV).

Der Turm und die Wendeltreppe

Im Turm führt eine gusseiserne Wendeltreppe mit 154 Stufen nach oben. Ihre Montage begann im Oktober 1845, gefertigt hat sie die Berliner Maschinenfabrik und Eisengießerei von Franz Anton Egells. Zwei Podeste an der inneren Turmwand tragen die freitragenden Läufe, auf der Rückseite der untersten Stufe stehen die Jahresangabe und die Signaturen der Handwerker (Landesmuseum MV).

Oben liegt die Aussichtsplattform in 38 Metern Höhe. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis nach Usedom (Tourismusverband).

Nach 1944

Die Fürstenfamilie besaß das Schloss bis 1944, danach wurde es enteignet. Heute gehört es dem Land Mecklenburg-Vorpommern. Zu sehen sind alte Jagdgewehre, Möbel des 19. Jahrhunderts und Hirsche aus aller Welt (Tourismusverband). Eine Ausstellung erzählt die Geschichte des Hauses und der Fürstenfamilie Putbus (Auf nach MV).

Der Wald drumherum

Die Granitz ist rund 1.000 Hektar groß, seit 1990 Naturschutzgebiet und Teil des Biosphärenreservats Südost-Rügen. Sie gilt als einer der größten Buchenmischwälder in Mecklenburg-Vorpommern (Landschaftspflegeverband Rügen). Hinter Binz bin ich überwiegend durch Buchen gelaufen, nach gut dreieinhalb Kilometern stand das Schloss auf dem Tempelberg. Zurück ging es wieder lange durch Buchenwald.

Gut zu wissen

  • Öffnungszeiten laut mv-schloesser.de, Stand Oktober 2026: Mai bis September täglich 10 bis 18 Uhr, April und Oktober täglich 10 bis 17 Uhr, November bis März Dienstag bis Sonntag 10 bis 16 Uhr. Letzter Einlass 30 Minuten vor Schluss.
  • Eintritt laut derselben Seite 9 Euro, ermäßigt 7 Euro, unter 18 Jahren frei. Einen eigenen Preis für den Turm nennt sie nicht.
  • Außen wird gebaut, voraussichtlich bis etwa Mitte Dezember 2026. Das kann Zufahrt, Außenanlagen und die Außengastronomie einschränken.
  • Einkehr: Laut baabe.de gibt es ein Restaurant im Schlosskeller und einen Waldbiergarten, beide saisonal geöffnet.
  • Anreise: mit dem RE 9 bis Binz. Von dort fährt die SchlossBus Linie 28 (VVR) oder der Jagdschloss-Express, beide halten auf einem Plateau unterhalb des Schlosses. Zu Fuß sind es vom Kleinbahnhof Binz 20 bis 30 Minuten durch die Granitz. Der Rasende Roland hat laut baabe.de einen Bedarfshalt Jagdschloß Granitz, von dort geht es etwa 15 Minuten bergan.

Ort

Jagdschloss Granitz, 18609 Binz, Rügen

Gebaut

1837 bis 1846, Turm nach Entwurf von Karl Friedrich Schinkel

Zustand

erhalten, Museumsschloss, Fassadenarbeiten bis voraussichtlich Mitte Dezember 2026

Nächste Haltestelle

Ostseebad Binz (RE 9), weiter mit SchlossBus Linie 28; Rasender Roland: Bedarfshalt Jagdschloß Granitz, etwa 15 Minuten bergan

Gelaufen am

23. Mai 2022