Eine Frau in Rot schiebt einen gemusterten Vorhang zur Seite und schaut heraus. Shepard Fairey hat „Israel/Palestine“ im Juni 2015 an ein Wohnhochhaus an der Bülowstraße in Berlin-Schöneberg gemalt. Gleich daneben, am selben Haus, schreit ein Soldat mit Helm: Das Bild stammt von D*Face.
Was auf der Wand zu sehen ist
Faireys Feld ist schmal und so hoch wie das Haus, gehalten in Rot, Schwarz und Creme. Die Frau trägt ein Tuch über dem Haar, am Rand läuft ein Ornament entlang. Das Wandbild ist die Großfassung eines Siebdrucks, den Fairey einige Jahre zuvor unter demselben Titel herausgebracht hatte.
Seine eigene Seite nennt das Bild eine leise Botschaft zum Konflikt zwischen Israel und Palästina. Mehr erklärt er dort nicht. Wer in der Frau wen sieht, bleibt den Betrachter*innen überlassen.
Der Künstler
Shepard Fairey lebt in Los Angeles und ist unter dem Namen Obey bekannt geworden, später durch das Hope-Plakat für Barack Obama. In Berlin gibt es zwei weitere Wände von ihm: Make Art Not War am Mehringplatz und No Future an der Schwerinstraße.
Zur Entstehung
Die Wand entstand für „Freedom“, die achte Ausgabe der Reihe Project M von Urban Nation, zusammengestellt mit der Londoner StolenSpace Gallery. Fairey und sein Team brauchten zwei Tage, am 18. Juni 2015 war das Bild fertig. Mein Foto ist vom Juni 2021.
Steckbrief
Künstler*in
Titel
Israel/Palestine
Ort
Bülowstraße 31/32, Schöneberg
Entstanden
Juni 2015, Project M/8 „Freedom“ von Urban Nation
Nächste Haltestelle
U Bülowstraße (U2), ca. 110 m
Am Weg
Das Haus steht an meiner zweiten Tour durch das jüdische Berlin: von Charlottenburg nach Neukölln.
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Mehr Streetart
Rund um die Bülowstraße stehen viele weitere Wände, zum Beispiel The UNforgotten von Nils Westergard und Native American von Word to Mother. Alle Bilder von Fairey stehen unter Shepard Fairey, weitere Wandbilder im Ortsteil unter Schöneberg. Alle Wandbilder stehen in der Rubrik Streetart & Murals.
Hinweis: Wandbilder werden übermalt, verwittern oder verschwinden mit dem Haus. Ob ein Werk heute noch zu sehen ist, lässt sich nicht bei jedem Bild belegen. Wenn du hinfährst, kann es sein, dass die Wand inzwischen anders aussieht.
