Stele mit Bronzeporträt, davor der Block mit den Reliefs.
In der Obersprucke, dem großen Neubaugebiet von Guben, steht an der Klaus-Herrmann-Straße das Wilhelm-Pieck-Denkmal. Der Berliner Bildhauer Gerhard Thieme schuf es aus Stahlbeton und Bronze, etwa acht Meter hoch und sechs Meter breit. Enthüllt wurde es am 3. Januar 1976, an Piecks 100. Geburtstag. Die Straße hieß damals Leninallee.
Auf einem Podest stehen zwei Betonblöcke. Der höhere trägt ein Bronzeporträt und einen Satz von Pieck aus dem Jahr 1950: „Wir wollen doch alle in Frieden leben und das Recht auf Frieden hat jedes Volk.“ Davor hängen Bronzereliefs mit Szenen aus Piecks Leben und aus dem Alltag der DDR.
Pieck und Guben
Wilhelm Pieck, der erste und einzige Präsident der DDR, kam 1876 als Sohn eines Kutschers im östlichen Teil der Stadt zur Welt, dem heutigen Gubin. 1946 wurde er Ehrenbürger, von 1961 bis 1990 hieß Guben nach ihm Wilhelm-Pieck-Stadt. Das Haus seiner Kindheit steht in Gubin in der ulica Różana und war bis 1993 ein Museum.
Umstritten und erhalten
Im Herbst 1989 war das Denkmal ein Ort des Protests. Nach 1990 wollte der Kulturausschuss der Stadt es aus der Denkmalliste streichen lassen, das Land lehnte ab. 2013 wurde erneut über einen Abriss gestritten, 2014 wurde das Denkmal für rund 65.000 Euro konserviert.
Seit November 2023 steht eine neue Infotafel daneben, erarbeitet von der Stadt und der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur. Sie ordnet Piecks Wirken ein und erzählt auch, welche Rolle der Platz 1989 spielte. Ich bin hier auf meiner Rundtour durch Guben und Gubin vorbeigekommen.
Steckbrief
Künstler
Gerhard Thieme
Ort
Klaus-Herrmann-Straße, Guben (Obersprucke)
Entstanden
enthüllt am 3. Januar 1976
Nächster Bahnhof
Guben, rund 2 km zu Fuß
