Unterwegs zu Fuß

Bösebrücke und Platz des 9. November 1989

Großformatige Fototafeln zum Mauerfall auf einem gepflasterten Platz, im Hintergrund die Stahlbögen der Bösebrücke

Bösebrücke an der Bornholmer Straße.

Die Bösebrücke führt die Bornholmer Straße über die Gleise der Stettiner Bahn und der Nordbahn, an der Grenze von Prenzlauer Berg und Gesundbrunnen. Hier öffnete sich in der Nacht des 9. November 1989 als erstem Übergang die Berliner Mauer.

Die Brücke

Die Brücke entstand 1912 bis 1916 nach Plänen von Stadtbaurat Friedrich Krause. Sie ist 138 Meter lang und 27 Meter breit, wurde als Bogenkonstruktion mit Fachwerkträgern aus Nickelstahl ausgeführt und hat neobarocke Treppen von Richard Wolffenstein. Die Denkmaldatenbank führt sie als Baudenkmal. Zuerst hieß sie Hindenburgbrücke, 1948 wurde sie nach dem Widerstandskämpfer Wilhelm Böse umbenannt, der 1944 hingerichtet wurde.

Der Grenzübergang

Von 1961 bis 1989 war die Bornholmer Straße der nördlichste der sieben Berliner Grenzübergänge. Nach der vollständigen Abriegelung erstreckte sich der Abfertigungsbereich von der Bösebrücke bis zur Malmöer Straße. Der Übergang war laut DDR-Innenministerium für Bürger*innen der Bundesrepublik bestimmt.

Der 9. November 1989

Nach Günter Schabowskis Ankündigung neuer Reiseregelungen sammelten sich am späten Abend Menschen am Übergang. Zunächst durften einzelne DDR-Bürger*innen ausreisen, ihre Pässe wurden dabei ohne ihr Wissen für ungültig gestempelt. Als immer mehr Menschen kamen, gaben die Grenzposten das auf. Zwei Stunden später öffneten sie die Schranke, und in der folgenden Stunde überquerten rund 20.000 Menschen die Brücke, ohne kontrolliert zu werden.

Der Platz des 9. November 1989

Auf dem östlichen Brückenkopf wurde am 9. November 2011 der Platz des 9. November 1989 mit einer Freiluftausstellung eröffnet. Das Büro SINAI gestaltete ihn: Metallreliefs im Boden zeigen den Ablauf des Tages von Schabowskis Pressekonferenz bis zur Grenzöffnung, drei schwenkbare Tafeln erklären den Ort. Erhalten sind das Fundament des Postenturms und ein Stück der Hinterlandmauer, rund 200 Meter lang und seit 2001 unter Denkmalschutz. Eine japanische Spende von etwa einer Million D-Mark finanzierte 1990 acht Kirschbäume, ein Gedenkstein trägt ein Zitat von Willy Brandt.

Unter der Brücke verläuft der Mauerweg, zum Ort gehören außerdem die Installation „Mind the Gap“ von (e.) Twin Gabriel und Gedenktafeln an der Brücke. Jedes Jahr am 9. November feiern Pankower Gemeinden hier einen ökumenischen Gottesdienst.

Weitere besondere Orte stehen auf Entdecken.

Ort

Bornholmer Straße, Prenzlauer Berg und Gesundbrunnen

Planung

Stadtbaurat Friedrich Krause, Treppen von Richard Wolffenstein

Gebaut

Brücke 1912 bis 1916, Platz eröffnet 2011

Zustand

Brücke und Platz erhalten, Mauerreste denkmalgeschützt

Zugang

Brücke und Platz sind öffentlich zugänglich

Nächste Haltestelle

S Bornholmer Straße (S1, S2, S25, S26, S8, S85, ca. 270 m), Tram Björnsonstraße (ca. 160 m)

Am Weg

Die Brücke liegt an der Tour Berliner Mauerweg, Etappe 2.

HS Bornholmer StraßeHBjörnsonstraße
Der Standort ist nur ungefähr eingezeichnet. Die H markieren die nächsten Haltestellen.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Weitere Besondere Orte in Prenzlauer Berg: die Gethsemanekirche und der Ernst-Thälmann-Park.

Unterwegs war Sebastian. Mehr über mich