Kopfbau der Wohnstadt Carl Legien in Prenzlauer Berg.
Die Wohnstadt Carl Legien liegt rund um die Erich-Weinert-Straße in Prenzlauer Berg. Bruno Taut plante sie 1928 bis 1930 für die GEHAG, seit 2008 gehört sie zum UNESCO-Welterbe „Siedlungen der Berliner Moderne“.
Siedlung und Städtebau
Auf 8,4 Hektar entstanden 1.149 Wohnungen mit 1,5 bis 4,5 Zimmern, 80 Prozent davon haben höchstens zwei Zimmer. Bruno Taut und Franz Hillinger bauten für die GEHAG vier- bis fünfgeschossige Zeilen und Querbauten auf dem vorhandenen Straßenraster des Hobrechtplans. Die Wohnungen wenden sich von der Straße ab und öffnen sich zu Gartenhöfen. Benannt ist die Siedlung nach Carl Legien, dem ersten Vorsitzenden des 1919 gegründeten Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes.
Farbe und Höfe
Die Straßenfronten sind in sonnigem Gelb gehalten, damit die engen Straßen optisch breiter wirken, jeder Hof hat eine eigene Farbigkeit, etwa der „Blaue Hof“. Die U-förmigen Anlagen sind mit Loggien und runden Balkonen gegliedert, die Höfe sind begrünt.
Welterbe und Restaurierung
Die Wohnstadt gehört zu den sechs Siedlungen, die das Welterbekomitee am 7. Juli 2008 in Québec als Siedlungen der Berliner Moderne aufnahm. Die Denkmaldatenbank führt sie als Gesamtanlage, zu der auch Wäscherei und Heizwerk gehören. Von Mitte der 1990er-Jahre bis 2004 wurde die Anlage auf Grundlage denkmalpflegerischer Untersuchungen restauriert. Eigentümerin ist heute die Vonovia SE.
Weitere besondere Orte stehen auf Entdecken.
Steckbrief
Ort
Erich-Weinert-Straße und Umgebung, Prenzlauer Berg
Architekten
Bruno Taut, Franz Hillinger
Bauherr
GEHAG
Gebaut
Zustand
Erhalten, bis 2004 restauriert, UNESCO-Welterbe seit 2008
Zugang
Bewohnte Siedlung, die Straßen sind öffentlich
Nächste Haltestelle
S Prenzlauer Allee (S41, S42, ca. 310 m), Erich-Weinert-Straße (Tram M2, ca. 300 m)
Am Weg
Die Siedlung liegt an der Tour Berliner S-Bahn-Ring, Teil 4.
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Weitere Besondere Orte in Prenzlauer Berg: das Zeiss-Großplanetarium und der Ernst-Thälmann-Park.
