Vorderhaus der Synagoge Rykestraße 53 mit der Durchfahrt zum Hof.
Die Synagoge Rykestraße liegt im Hof des Hauses Rykestraße 53 in Prenzlauer Berg. Die neoromanische Backsteinbasilika wurde 1904 eingeweiht und ist bis heute ein Gotteshaus.
Bau und Architektur
Gebaut wurde die Synagoge 1902 bis 1904 nach Plänen von Johann Hoeniger, als neoromanische Basilika aus Backstein hinter dem Vorderhaus. Sie bot ursprünglich Platz für rund 2.000 Menschen, heute sind es etwa 1.200.
Pogromnacht und DDR-Zeit
In der Reichspogromnacht am 9. November 1938 brannte die Synagoge, wurde aber nicht zerstört: Ein Polizeirevierleiter forderte eine Feuerwehr an, um die angrenzenden Wohnhäuser zu schützen. Der Innenraum wurde dennoch zerstört. Die Nationalsozialisten beschlagnahmten das Gebäude, die Wehrmacht nutzte es als Pferdestall und Lager.
In der DDR blieb die Synagoge ein zentraler Ort jüdischen Lebens in Ost-Berlin. 1999 eröffnete dort das Jüdische Lehrhaus.
Restaurierung
Von 2004 bis 2007 wurde die Synagoge unter der Leitung von Ruth Golan und Kay Zareh restauriert, Ziel war der Zustand von 1904. Finanziert wurde die Arbeit von vielen Spender*innen. Zur Wiedereinweihung 2007 wurden die Torarollen in die Synagoge gebracht, die Zeremonie eröffnete die 21. Jüdischen Kulturtage. Heute finden hier Gottesdienste statt: Kabbalat Schabbat im Winter um 18 Uhr und im Sommer um 19 Uhr, Schabbat Schacharit ganzjährig um 9.30 Uhr.
Steckbrief
Ort
Rykestraße 53, Prenzlauer Berg
Architekt
Johann Hoeniger
Gebaut
1902 bis 1904
Zustand
Erhalten, 2004 bis 2007 restauriert, Gotteshaus
Zugang
Führungen in den Synagogen der Jüdischen Gemeinde nur für Gruppen ab etwa zehn Personen nach vorheriger Anmeldung
Nächste Haltestelle
Tram M2 Marienburger Straße (ca. 215 m) und Knaackstraße (ca. 270 m)
Am Weg
Die Synagoge liegt an den Touren Jüdisches Berlin: Von Pankow nach Mitte und Jüdisches Berlin: Vom Gesundbrunnen nach Alt-Hohenschönhausen.
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Weitere Besondere Orte in Prenzlauer Berg: der Jüdische Friedhof Schönhauser Allee und die Gethsemanekirche.
