Südlich der Bernauer Altstadt, westlich der Schwanebecker Chaussee, steht das ehemalige Heeresbekleidungshauptamt: ein langer Klinkerbau der Wehrmacht, später Kaserne der Sowjetarmee, danach jahrelang leer. In den Räumen entstand eine große Sammlung aus Graffiti und Street Art. Seit 2021 wird das Gelände zu einem Wohnquartier umgebaut. Ich bin im April 2021 auf meiner Tour durch Bernau hier vorbeigekommen.
Bauzeit
1939 bis 1942
Zustand
Umbau zu Wohnungen
Gelaufen am
18.04.2021
Ort
Schwanebecker Chaussee, Bernau bei Berlin
Denkmalschutz
Klinkerbauten und Freifläche
Nächste Haltestelle
Bahnhof Bernau bei Berlin (S2, RE 3), rund 1,3 km Luftlinie
Am Weg
Der Ort liegt an der Tour Bernau bei Berlin zu Fuß: Altstadt, Bauhaus-Denkmal und Heeresbekleidungshauptamt.
Ein weiterer Ort derselben Tour ist das Bauhaus-Denkmal Bundesschule, eine Gewerkschaftsschule von 1930.
Geschichte
Ein Bekleidungslager der Wehrmacht
Die Wehrmacht errichtete das Heeresbekleidungsamt Bernau von 1939 bis 1942, mit einem Hauptamt an der Schwanebecker Chaussee und einem Nebenlager am Schönfelder Weg. Mehr als 1.000 Menschen arbeiteten dort.
Das Hauptgebäude ist ein dreigeschossiger Klinkerbau mit Stahlskelett, 35 Achsen breit, in der Mitte steht ein viergeschossiger Risalit. Dahinter liegt ein U-förmiges Magazin, am Haupteingang stehen zwei Wachhäuschen. Die Klinkerbauten und die große Freifläche in der Mitte stehen unter Denkmalschutz.
Kaserne der Sowjetarmee und Leerstand
Nach 1945 nutzte die sowjetische Armee die Militärflächen in Bernau. Die Truppen zogen Anfang der 1990er-Jahre ab, danach lagen große Teile der Flächen brach.
Der Umbau
Seit 2021 läuft die Umnutzung: Drei denkmalgeschützte Bestandsbauten werden zu 481 Wohnungen umgebaut, dazu kommen zwölf Neubauten und zwei Geschäftshäuser an der Schwanebecker Chaussee. Das gesamte Quartier soll etwa 2.000 Wohnungen umfassen.
Street Art im Leerstand
In den leeren Räumen entstand über die Jahre eine große Sammlung aus Graffiti und Street Art. Die Künstlerin Rose Schulze hat die Bilder fotografiert und in ihrem Buch „Die geheime Galerie“ gesammelt, das im November 2022 in der Galerie Bernau vorgestellt wurde.
Ein Wandbild von Alaniz an einer Backsteinwand des Geländes habe ich in einem eigenen Beitrag beschrieben: Alaniz: Figur mit Heiligenschein in Bernau bei Berlin.

Haupteingang und Fassade
Der Haupteingang liegt in der Achse des Hauptgebäudes, zwei Wachhäuschen flankieren ihn.



Sprüche und Aufkleber
Die Cartoonfigur mit den Sprüchen und auf dem Aufkleber ist Erik Rotheim, eine Figur des Künstlers Tobo. Ein bunter Schriftzug an einer anderen Wand nennt den Instagram-Namen @lushsux.





Gesichter und Figuren







Farbe im Raum
Der grüne Soldat unter der abblätternden Wand ist ein Werk von Alaniz.






Pfeilersaal und Dachraum








Gut zu wissen
Das Gelände liegt in einem Baugebiet. Vom Bahnhof Bernau bei Berlin sind es rund 1,3 Kilometer Luftlinie.
Hinweis: Wandbilder werden übermalt oder verschwinden mit dem Haus. Kann sein, dass die Wand heute anders aussieht.
