Unterwegs zu Fuß

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Mahnmal Levetzowstraße: Stahlwand und Waggon in Moabit

Hohe Cortenstahlwand des Mahnmals Levetzowstraße mit ausgestanzten Zeilen, die Datum, Zahl und Ziel von Deportationstransporten nennen

Die Stahlwand mit den Daten der Transporte.

Das Mahnmal Levetzowstraße steht an der Levetzowstraße 7 bis 8 in Berlin-Moabit, an der Ecke zur Jagowstraße. Hier stand eine der größten Synagogen Berlins. Ab Oktober 1941 musste die Jüdische Gemeinde sie als Sammellager einrichten, aus dem Berliner Jüdinnen und Juden deportiert wurden.

Die Anlage von 1988 stammt von den Architekten Jürgen Wenzel und Theseus Bappert und dem Bildhauer Peter Herbrich. Sie liegt offen am Gehweg und ist jederzeit zugänglich.

Waggon, Stahlwand, Bodenplatten

Auf Gleisen im Gehweg steht ein stilisierter Güterwaggon aus Gusseisen und Cortenstahl. Eine Rampe führt hinauf, Marmorblöcke stehen für die gefesselten Menschen. Dahinter ragt eine Wand aus Cortenstahl auf. Ausgestanzt sind Datum, Zahl der Menschen und Ziel von 63 Transporten aus Berlin.

Im Boden liegen 36 Eisenplatten in Sechsergruppen. 34 davon erinnern an Berliner Synagogen, mit Sitzplätzen, Baujahr und dem Datum von Zerstörung oder Abriss, oft mit einer Ansicht als Relief. Zwei Platten tragen Text.

Die Synagoge und das Sammellager

Die Synagoge wurde von 1912 bis 1914 nach Plänen von Johann Hoeniger gebaut und hatte gut 2.000 Plätze. Im November 1938 wurde die Einrichtung verwüstet, das Haus blieb stehen. Der erste Transport verließ Berlin am 18. Oktober 1941 mit über 1.000 Menschen. Die Gestapo hielt die Menschen meist wenige Tage in der Sammelstelle fest, dann ging es zu den Bahnhöfen. Nach Kriegsschäden wurde das Gebäude Mitte der 1950er Jahre abgerissen.

Tafel von 1960, Mahnmal von 1988

Die Bronzetafel an der Ziegelmauer wurde am 5. Juli 1960 enthüllt. Sie beginnt mit dem Satz „An dieser Stätte stand eine Synagoge“ und endet mit „Ihr Andenken ist unvergessen“.

1985 folgte ein Wettbewerb für ein neues Denkmal, im November 1988 wurde es eingeweiht. 2019 ließ das Bezirksamt Mitte die Anlage für 250.000 Euro erneuern und eine Hainbuchenhecke pflanzen. Am 9. November findet hier jedes Jahr eine Gedenkveranstaltung statt.

Entwurf

Jürgen Wenzel, Theseus Bappert, Peter Herbrich

Ort

Levetzowstraße 7 bis 8, Moabit

Eingeweiht

November 1988, Gedenktafel 1960

Zustand

2019 erneuert, frei zugänglich

Nächste Haltestelle

Zinzendorfstraße (Bus 106), ca. 100 m

Am Weg

Ich bin hier auf meiner Tour durch das jüdische Berlin vorbeigekommen: Von Charlottenburg nach Mitte.

HZinzendorfstraße
Der Standort ist nur ungefähr eingezeichnet. Das H markiert die nächste Haltestelle.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Vom Sammellager führte der Weg zum Güterbahnhof Moabit, an den das Mahnmal auf der Putlitzbrücke erinnert.