Unterwegs zu Fuß

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Mahnmal auf der Putlitzbrücke: Haases Treppe in Moabit

Edelstahl-Mahnmal von Volkmar Haase auf der Putlitzbrücke, eine abbrechende Treppe über den Bahngleisen

Die Skulptur auf dem östlichen Gehweg, links unten die Gleise.

Das Mahnmal auf der Putlitzbrücke in Berlin-Moabit steht auf dem östlichen Gehweg, etwa in der Mitte der Brücke. Der Bildhauer Volkmar Haase schuf die Skulptur aus Edelstahl, eingeweiht wurde sie im Oktober 1987. Unter der Brücke lag der Güterbahnhof Moabit. Von dort wurden ab 1942 mehr als 30.000 Berliner Jüdinnen und Juden in Ghettos und Vernichtungslager deportiert.

Zwei Stelen, eine abgebrochene Treppe

Zwei flache Stelen aus mattem Edelstahl stehen hintereinander auf einer Granitplatte. Die vordere ist 2,60 Meter hoch, erinnert an einen jüdischen Grabstein und trägt oben einen Davidstern. Die hintere knickt im oberen Drittel ab, ragt über das Geländer und löst sich in Rechtecke auf. Mit Sockel misst die Skulptur 5,50 Meter.

In die vordere Stele ist ein Text eingeschlagen: „Stufen die keine Stufen mehr sind. Eine Treppe die keine Treppe mehr ist. Abgebrochen.“ Er spricht vom Bahnhof Putlitzstraße und von den Jahren 1941 bis 1944.

Der Güterbahnhof unter der Brücke

Die ersten Transporte fuhren im Herbst 1941 vom Bahnhof Grunewald ab. Spätestens ab August 1942 ging der größte Teil der Züge vom Güterbahnhof Moabit ab, von den Gleisen 69, 81 und 82. Die Menschen kamen zu Fuß vom Sammellager in der Levetzowstraße, rund zwei Kilometer entfernt. Seit 2017 gibt es an der Ellen-Epstein-Straße, nahe der Brücke, einen eigenen Gedenkort.

Der Anschlag von 1992

Den Auftrag vergab der Bezirk Tiergarten nach einem Wettbewerb unter drei Bildhauern. Am 29. August 1992 wurde das Mahnmal bei einem Sprengstoffanschlag schwer beschädigt. Im März 1993 stand es restauriert wieder an seinem Platz. Seitdem hängt links am Geländer eine Tafel, die beides festhält und mit den Worten „NIE WIEDER“ endet.

Auch danach wurde das Mahnmal mehrfach beschmiert, etwa im Sommer 2025.

Bildhauer*in

Volkmar Haase

Ort

Putlitzbrücke, Ostseite, Moabit

Eingeweiht

Oktober 1987, wieder aufgestellt März 1993

Zustand

erhalten, frei zugänglich

Nächste Haltestelle

S+U Westhafen (S41, S42, U9), ca. 50 m

Am Weg

Ich bin hier auf meiner Tour durch das jüdische Berlin vorbeigekommen: Vom Gesundbrunnen nach Alt-Hohenschönhausen.

HS+U Westhafen
Der Standort ist nur ungefähr eingezeichnet. Das H markiert die nächste Haltestelle.

Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.

Das Sammellager, aus dem die Menschen hierher gebracht wurden, lag an der Stelle des Mahnmals Levetzowstraße.