Die Ostmole schützt den Stadthafen von Sassnitz und ist 1450 Meter lang. Am Ende steht das grün-weiße Molenfeuer. Ich bin auf meiner Runde Sassnitz zu Fuß: Stadthafen, Ostmole und Alt-Sassnitz bis dorthin gelaufen und wieder zurück.
Baubeginn
1889
Länge
1450 m
Molenfeuer
15 m
Fertig
1912

Eine Mole mit Lücke
Sassnitz bekam seinen Hafen ab 1889. Die erste Mole sollte vor allem den Fischereihafen schützen und war 380 Meter lang. Mit dem Land war sie nicht fest verbunden, weil zu befürchten war, dass sich sonst Feuersteine in der Hafeneinfahrt ablagern. Über die rund 80 Meter breite Lücke führte eine Holzbrücke.
Die Mole besteht aus Pfahlwänden, die gegeneinander verankert sind. Dazwischen wurden Steine geschüttet, zur See hin steht eine Brüstungsmauer. Später wurde die Lücke doch geschlossen und die Mole Stück für Stück verlängert, zuletzt wegen der Eisenbahnfähren, die seit 1909 vom Sassnitzer Hafen nach Trelleborg fuhren.
Fertig war die Mole 1912. Mit ihren 1450 Metern war sie lange die längste Außenmole Europas. 2013 hat ihr Swinemünde in Polen den Rang abgelaufen, die neue Mole dort ist fast drei Kilometer lang. In Sassnitz gilt die Mole als Wahrzeichen der Stadt.
Der Eiswinter 1978/79
Ende Dezember 1978 war Rügen nach Eisregen und drei Tagen Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten. Eis und Sturm haben die Mole in diesem Winter schwer beschädigt, danach war sie lange gesperrt. Auch das Molenfeuer am Kopf der Mole musste abgebaut werden.
Nach 1990 wurde die Mole grundlegend instand gesetzt. Der Turm wurde in Mukran überholt, im September 1993 kam er an seinen alten Platz zurück.
Auf der Mole
Die Mole beginnt am Ostende des Stadthafens. Oben ist sie ein breiter Weg aus Beton, zur See hin läuft die Brüstungsmauer mit. Seit 2017 stehen Bänke am Weg.

Ich bin bis vorne zum Leuchtturm gelaufen und auf demselben Weg zurück.

Das Molenfeuer
Das Molenfeuer ist ein achteckiger Stahlturm mit umlaufendem Balkon, grün mit weißem Band und rund 15 Meter hoch. Laut dem Förderverein Leuchtturm Roter Sand steht die eiserne Bake schon seit 1904 auf der Mole. Bei der Verlängerung der Mole wurde sie auf einem eigens gebauten Wagen an den neuen Molenkopf gefahren.

Gut zu wissen
- Die Mole ist frei zugänglich und heute wieder bis zum Leuchtturm begehbar.
- Einkehr gibt es im Stadthafen am Anfang der Mole.
- Anreise: mit dem RE 9 bis Sassnitz. Vom Bahnhof gehst du hinunter zum Stadthafen, dort beginnt die Mole.
Steckbrief
Ort
Ostmole, Stadthafen Sassnitz, Rügen
Gebaut
1889 bis 1912, nach 1990 instand gesetzt
Zustand
erhalten, begehbar bis zum Molenfeuer
Zugang
frei
Nächste Haltestelle
Bahnhof Sassnitz (RE 9)
Gelaufen am
22. Mai 2022
Am Weg
Liegt an der Tour Sassnitz zu Fuß: Stadthafen, Ostmole und Alt-Sassnitz.
