Unterwegs zu Fuß

Schlosspark Putbus: Denkmal, Schwanenteich und ein verschwundenes Schloss

Teich im Schlosspark Putbus mit Schilf, dahinter Bäume und ein Gebäude mit rotem Dach

Der Schlosspark liegt mitten in Putbus auf Rügen, ein englischer Landschaftspark mit Wiesen, Teichen und Wassergräben. Das Schloss, für das er angelegt wurde, gibt es nicht mehr. Geblieben sind das Denkmal des Fürsten, der Marstall, die Orangerie und die Schlosskirche. Ich bin auf meiner Tour Von Lauterbach über Putbus nach Bergen durch den Park gelaufen.

Landschaftspark

um 1825

Schloss gesprengt

1962

Denkmal

1859

Marstall

um 1824

Vom Lustgarten zum Landschaftspark

Vor dem Schloss ließ Graf Moritz Ulrich zu Putbus 1725 bis 1730 einen Lustgarten im französischen Stil anlegen. Fürst Wilhelm Malte I. ließ 1804 und 1805 die Terrassen entfernen und machte daraus nach und nach einen Landschaftspark nach englischem Vorbild. Um 1825 hatte der Park ungefähr seine heutige Form. Daran beteiligt waren die Kunstgärtner Jochen Christoph und Christian Friedrich Halliger.

Das verschwundene Schloss

Das Schloss hatte eine lange Geschichte. Erwähnt wurde es zuerst 1371 als Steinhaus, 1827 bis 1832 wurde es nach Plänen von Johann Gottfried Steinmeyer klassizistisch umgebaut. 1865 brannte es ab und wurde bis 1872 wieder aufgebaut. Nach 1945 wurde es geplündert und verfiel, weil niemand eine Verwendung dafür hatte. 1957 wurde der Abriss beschlossen, aus ideologischen und finanziellen Gründen. 1962 wurde das Schloss gesprengt, bis 1964 waren die Reste abgetragen.

Auf der Wiese sind die Umrisse des Schlosses noch zu erkennen, erhalten ist auch die Seeterrasse.

Das Denkmal des Fürsten

Fürst Wilhelm Malte I. starb 1854. Seine Witwe Luise ließ danach von dem Berliner Bildhauer Friedrich Drake ein Denkmal anfertigen, aufgestellt wurde es 1859. Fast hundert Jahre später wurde es entfernt, heute steht es wieder im Park.

Am Sockel erinnern vier Reliefs an das Leben des Fürsten: an die Gründung des Pädagogiums, an seine Teilnahme an der Völkerschlacht bei Leipzig und an seine Erhebung in den Fürstenstand. Auf dem vierten stehen Karl Friedrich Schinkel mit einem Plan des Jagdschlosses Granitz, der Maler Carl Wilhelm Kolbe und der Bildhauer Bertel Thorvaldsen.

Durch den Park

Von der Pergola am früheren Schlossplatz geht der Blick über den Schwanenteich bis zum Bodden. Auf einer kleinen Insel im Teich gibt es einen Ruheplatz. In der Nähe steht das frühere Affenhaus von 1848, seit 1994 ist darin ein Puppen- und Spielzeugmuseum.

Am Rand des Parks liegt der Marstall, der frühere Pferdestall des Fürsten. Er wurde um 1821 bis 1824 gebaut, wohl nach Plänen von Steinmeyer, mit 16 Rundbogenfenstern und drei Portalen. Heute finden darin Konzerte und Veranstaltungen statt, im Haus gibt es auch ein Restaurant.

Die Schlosskirche war zuerst ein Kursaal für die Badegäste. Gebaut wurde er 1844 bis 1846 nach Entwürfen von Friedrich August Stüler und Steinmeyer. 1891 und 1892 wurde der Saal zur Kirche umgebaut und am 31. Oktober 1892 geweiht.

Am Eingang des Parks steht die Orangerie. In ihr überwinterten früher Kübelpflanzen, die keinen Frost vertragen. Stüler baute sie 1853 um, so sieht sie bis heute aus. Die Kulturstiftung Rügen zeigt dort Ausstellungen.

Gut zu wissen

  • Anreise: mit der RB 26 oder dem Rasenden Roland bis Putbus, vom Bahnhof sind es wenige Minuten zu Fuß bis zum Park.
  • Einkehr: im Restaurant im Marstall.
  • Orangerie, Schlosskirche und Puppenmuseum haben eigene Öffnungszeiten, schau vorher auf ihren Seiten nach.

Ort

Schlosspark, 18581 Putbus, Rügen

Angelegt

als Landschaftspark ab 1804, heutige Form um 1825

Zustand

Park erhalten, Schloss 1962 gesprengt

Nächste Haltestelle

Putbus (RB 26, Rasender Roland), wenige Minuten zu Fuß

Gelaufen am

27. Mai 2022

Unterwegs war Sebastian. Mehr über mich