Tour auf Rügen · Alle Touren und Wege
Diese Tour führt 17,5 Kilometer vom Bahnhof Lauterbach Mole am Rügischen Bodden zum Bahnhof Bergen auf Rügen. Unterwegs liegt Putbus, die weiße Residenzstadt mit Schlosspark und Circus. Hinter Putbus geht es über Feldwege und durch den Forst Pastitz nach Bergen.
Ich bin die Strecke am 27. Mai 2022 gelaufen.
Inhalt dieser Tour
Steckbrief
Strecke
17,5 km
kürzbar auf rund 8,5 km
Gehzeit
3:30 h
Art
Strecke
Start
Bahnhof Lauterbach Mole
Ziel
Bahnhof Bergen auf Rügen
ÖPNV
Mit der RB 26 nach Lauterbach Mole, zurück ab Bergen mit RE 9 oder RB 26.
Untergrund
Pflaster und Asphalt in den Orten, Parkwege in Putbus, zwischen Putbus und Bergen Feld- und Waldwege
Einkehr
in Lauterbach, Putbus und Bergen
- Mit der Bahn erreichbar
- Einkehr am Weg
- Abkürzbar
Gelaufen am 27. Mai 2022
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Streckenband
- Kilometer 0Bahnhof Lauterbach MoleStart
- Kilometer 0,71Badehaus Goor
- Kilometer 22Hafen LauterbachLeuchtturm
- Kilometer 5,13Schlosspark PutbusFürst-Malte-Denkmal
- Kilometer 7,94CircusPädagogium
- Kilometer 10,45Forst Pastitz
- Kilometer 13,46Nekladefrüheres Gut
- Kilometer 16,27St. Marien61-Minuten-Uhr
- Kilometer 17,5Bahnhof Bergen auf RügenZiel
Darum lohnt sich die Tour
- Am Anfang steht in der Goor das Badehaus mit seinen 18 Säulen, ein Bau aus der Zeit, als auf Rügen das Baden in der Ostsee begann.
- In Putbus liegen Schlosspark, Schlosskirche, Orangerie, Theater und der runde Circus auf wenigen hundert Metern beieinander.
- Zwischen Putbus und Bergen ist es ruhig, der Weg führt über Felder und durch den Forst Pastitz.
- Start und Ziel sind Bahnhöfe an derselben Bahnlinie, einen Rückweg brauchst du nicht.
Anreise
Hin
Mit dem RE 9 bis Bergen auf Rügen, dort umsteigen in die RB 26 nach Lauterbach Mole
Zurück
Ab Bergen auf Rügen mit dem RE 9 Richtung Stralsund
Abkürzen
Vom Circus ein paar hundert Meter zum Bahnhof Putbus, dort mit der RB 26 nach Bergen
Lauterbach Mole ist Endbahnhof. Von Mai bis Oktober fährt auch die Schmalspurbahn Rasender Roland bis hierher, zwischen Putbus und Lauterbach teilt sie sich mit der Regionalbahn ein Gleis mit drei Schienen.
Die Route
Lauterbach und das Badehaus Goor
Vom Bahnhof bin ich zuerst ein kleines Stück nach Osten in die Goor gegangen, einen Buchenwald am Bodden. Am Waldrand steht das Badehaus, ein langer weißer Bau mit einer Säulenhalle.
Bei Lauterbach fing das Baden auf Rügen an. Die Putbusser Fürstenfamilie richtete 1816 in Neuendorf bei Lauterbach die erste Seebadeanstalt der Insel ein. 1818 wurde in der Goor der Grundstein für ein Badehaus gelegt, am Geburtstag des preußischen Königs, deshalb hieß es Friedrich-Wilhelms-Bad. Seine Säulenhalle mit 18 Säulen bekam es 1824. Im Ersten Weltkrieg war hier ein Lazarett, danach gab es Notwohnungen. Heute ist das Badehaus ein Hotel mit Restaurant.

Am Hafen
Zurück am Bahnhof geht es durch den Hafen. Lauterbach gehört zu Putbus und ist der Hafen der Stadt. An den Stegen liegen Segelboote, daneben stehen Ferienhäuser auf Pfählen und auf Schwimmkörpern im Wasser. Am Ende des Hafens steht ein kleiner Leuchtturm, zu ihm gibt es unten mehr.


Vor dem Hafen liegt die Insel Vilm. Sie gehört zur Kernzone des Biosphärenreservats Südost-Rügen und darf nur bei einer Führung betreten werden. In der DDR war sie Sperrgebiet, dort machten Mitglieder des Ministerrats Urlaub.
Hinter dem Hafen bin ich noch ein Stück am Ufer entlanggelaufen. Draußen auf dem Bodden lag ein Fischerboot, am Ufer stand ein alter Holzschuppen im Schilf.


Danach geht es auf der Lauterbacher Straße gut zwei Kilometer nach Putbus. Unterwegs kommst du am Haus Kopf über vorbei.
Im Schlosspark
Putbus ist eine junge Stadt. Fürst Wilhelm Malte I. ließ den Ort ab 1810 zu seiner Residenz und zum Badeort ausbauen, mit weißen Häusern, einem großen Park und einem Theater für die Badegäste.
Mitten im Schlosspark fehlt das Schloss. Nach dem Krieg wurde es geplündert und verfiel, 1957 wurde der Abriss beschlossen und 1962 wurde das Schloss gesprengt. Auf der Wiese sind die Umrisse noch zu erkennen, erhalten ist auch die Seeterrasse.
Den Fürsten selbst gibt es noch, als Standbild aus Marmor. Seine Witwe Luise ließ es nach seinem Tod von dem Berliner Bildhauer Friedrich Drake anfertigen, aufgestellt wurde es 1859. Die Reliefs am Sockel erinnern an Stationen aus seinem Leben, darunter die Gründung des Pädagogiums und die Völkerschlacht bei Leipzig. Fast hundert Jahre später wurde das Denkmal entfernt, heute steht es wieder im Park.

Durch den Park ziehen sich Wassergräben, im Schwanenteich gibt es eine kleine Insel. Am Rand steht der Marstall, der frühere Pferdestall des Fürsten. Heute finden darin Konzerte und Veranstaltungen statt.

Kirche, Orangerie und Theater
Die Schlosskirche wurde nicht als Kirche gebaut. Friedrich August Stüler entwarf das Gebäude 1844 bis 1846 als Kursaal, in dem getanzt und gefeiert wurde. Erst 1891 und 1892 wurde der Saal zur Kirche umgebaut, geweiht wurde sie am Reformationstag 1892.

Ein Stück weiter liegt die Orangerie. Hier überwinterten früher Pflanzen, die keinen Frost vertragen. Ihr heutiges Aussehen bekam sie 1853, heute zeigt die Kulturstiftung Rügen darin Ausstellungen.

Danach kommst du zum Theater. Es wurde im Juli 1820 als Sommertheater für die Badegäste eröffnet, wer es entworfen hat, ist nicht bekannt. 1882 wollte Fürst Wilhelm zu Putbus das Theater zur Kirche umbauen lassen. Ein Kreisbaubeamter rechnete ihm aber vor, dass der Umbau des Kursaals günstiger wäre. So blieb das Theater ein Theater. Nach einer Sanierung wurde es 1998 wiedereröffnet, es ist das einzige Theater auf Rügen.

Am Circus
Ein paar Schritte weiter liegt der Circus, ein runder Platz mit weißen Häusern ringsum. Er wurde ab 1828 angelegt, Vorbild war der Circus im englischen Badeort Bath. In der Mitte steht ein Obelisk, der an die Gründung von Putbus erinnert. Nach dem Krieg hieß der Platz Thälmannplatz.
Am Circus steht auch das Pädagogium. Malte I. gründete es 1836 als höhere Schule mit Internat für Söhne aus Adel und Bürgertum. Später war es ein Gymnasium, ab 1941 eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt, nach dem Krieg wurden hier Lehrkräfte ausgebildet. In Putbus hieß das Haus nur „Pädschen“.

Über Felder und durch den Forst Pastitz
Hinter Putbus wird es ruhig. Bis Bergen sind es noch rund neun Kilometer, fast nur auf Feld- und Waldwegen. Am Ortsrand kommst du an der Engelbrecht’schen Stiftung vorbei, danach liegen Felder links und rechts. Durch den Forst Pastitz führte ein langer, gerader Fahrweg mit Gras in der Mitte.


Neklade
Kurz vor Neklade standen Pferde mit ihren Fohlen auf der Weide.

Die Strecke führt am Ort vorbei. In Neklade gab es ein Gut, das ab 1490 dem Kloster in Bergen gehörte. Später wechselten die Besitzer mehrmals, 1945 wurde das Gut in der Bodenreform enteignet. Das Gutshaus wurde um 1980 abgerissen. Wie in Putbus steht also auch hier das Herrenhaus nicht mehr.
Bergen: St. Marien
In Bergen führt der Weg an der Marienkirche vorbei, der Kirche des Klosters, dem Neklade einmal gehörte. Mit dem Bau wurde um 1180 unter dem Rügenfürsten Jaromar I. begonnen, 1193 wurde sie als Kirche eines Nonnenklosters geweiht. Sie gilt als ältestes erhaltenes Gebäude auf Rügen. Im Chor sind romanische Wandmalereien zu sehen.

An der Nordseite des Turms hat das Zifferblatt der Uhr 61 statt 60 Minutenstriche. Ein Herbststurm hatte 1983 das alte Zifferblatt heruntergerissen. Beim Anzeichnen der Bohrlöcher für das neue passierte ein Fehler, bemerkt wurde er erst nach dem Bohren. Also bekam das Zifferblatt einen 61. Strich. Seit November 1985 hängt es am Turm, bekannt wurde die Sache erst 1999.
Neben der Kirche liegt der Klosterhof mit dem Stadtmuseum.
Zum Bahnhof
Von der Kirche ist es gut ein Kilometer bis zum Bahnhof. Der erste Zug aus Stralsund kam am 1. Juli 1883 in Bergen an. Das Empfangsgebäude steht unter Denkmalschutz und wurde 2004 saniert.
Am Wegesrand
Der Leuchtturm vom Kap Arkona

Der kleine weiße Leuchtturm mit der roten Galerie stand nicht immer am Hafen. Er war früher der Leuchtturm Ranzow und stand zuletzt als Museumsstück am Kap Arkona. 2019 wurde er dort stark verrostet abgeholt und überholt, im Juni 2021 kam er in Lauterbach auf ein neues Fundament. Seitdem zeigt er den Schiffen den Weg in die schmale Hafeneinfahrt.
Ein Haus auf dem Kopf

An der Lauterbacher Straße steht das Haus Kopf über, ein rotes Wohnhaus, das auf dem Dach steht. Drinnen hängt die Einrichtung auf zwei Etagen an der Decke, die Böden sind schräg. Ich bin nur vorbeigegangen.
Die Engelbrecht’sche Stiftung

Auf dem Weg aus Putbus hinaus steht ein Backsteinhaus mit dem Schriftzug „Engelbrecht’sche Stiftung“. Hofrat Engelbrecht hatte in seinem Testament Wohnungen für Witwen fürstlicher Beamter und alleinstehende bedürftige Frauen vorgesehen. Die Stiftung wurde 1850 eröffnet, das Haus 1851 gebaut.
Gut zu wissen
- Untergrund: In Lauterbach, Putbus und Bergen läufst du auf Pflaster und Asphalt, im Schlosspark auf Parkwegen. Zwischen Putbus und Bergen sind es Feld- und Waldwege mit Fahrspuren.
- Einkehr: in Lauterbach, Putbus und Bergen. Auf den rund neun Kilometern zwischen Putbus und Bergen kommst du durch keinen größeren Ort, nimm genug zu trinken mit.
- Abkürzen: Wer nach dem Circus zum Bahnhof Putbus geht und von dort mit der RB 26 nach Bergen fährt, läuft rund 8,5 Kilometer.
- Theater, Orangerie, Stadtmuseum und Haus Kopf über haben eigene Öffnungszeiten, schau vorher auf ihren Seiten nach.
- Weiter auf Rügen: In Bergen steigst du in den RE 9 nach Binz um. Dort beginnen die Touren Von Binz nach Göhren und zurück und Von Binz über Prora nach Sassnitz.
Fazit
Die Tour verbindet den Bodden bei Lauterbach, die Residenzstadt Putbus und die Klosterkirche in Bergen. In Putbus liegt vieles dicht beieinander, danach kommt ein langer, ruhiger Abschnitt über Felder und durch Wald. Weil Start und Ziel an derselben Bahnlinie liegen, lässt sich die Strecke gut ohne Auto gehen.
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