Tour auf Rügen · Alle Touren und Wege
Diese Runde führt 20,6 Kilometer von Sassnitz durch den Nationalpark Jasmund zum Königsstuhl und zurück. Auf dem Hinweg geht es erst unten am Strand unter der Kreideküste entlang, dann oben auf dem Hochuferweg. Zurück führt der Weg am Herthasee vorbei durch den Buchenwald der Stubnitz.
Ich bin die Runde am 25. Mai 2022 gelaufen.
Inhalt dieser Tour
Steckbrief
Strecke
20,6 km
Gehzeit
4:24 h
Art
Rundtour
Start
Sassnitz, Ortsmitte
Ziel
Sassnitz, Ortsmitte
ÖPNV
Mit dem RE 9 nach Sassnitz, vom Bahnhof knapp ein Kilometer bis zum Start.
Untergrund
Pflaster in Sassnitz, Kies und Steine am Strand, Waldpfade mit Wurzeln und Holztreppen am Hochufer, zurück breite Waldwege
Einkehr
in Sassnitz
- Mit der Bahn erreichbar
Gelaufen am 25. Mai 2022
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Streckenband
- Kilometer 0SassnitzStart
- Kilometer 1,31Strand unter der Kreide
- Kilometer 2,42Piratenschlucht
- Kilometer 4,23Wissower Klinken
- Kilometer 6,34Kieler BachAuguste-Viktoria-Sicht
- Kilometer 9,15Victoria-Sicht
- Kilometer 9,96Königsstuhl
- Kilometer 11,07HerthaseeHerthaburg
- Kilometer 16,48StubnitzWald und Moore
- Kilometer 20,6SassnitzZiel
Darum lohnt sich die Tour
- Ein Stück gehst du unten am Strand direkt unter den Kreidefelsen entlang, danach oben auf dem Hochuferweg mit mehreren Aussichtspunkten.
- Am Königsstuhl stehen die Kreidefelsen 118 Meter über der Ostsee.
- Der Buchenwald auf Jasmund gehört zum UNESCO-Welterbe der Alten Buchenwälder.
- Start und Ziel liegen in Sassnitz, das du mit dem RE 9 erreichst.
Anreise
Hin
Mit dem RE 9 aus Stralsund bis Sassnitz
Zurück
Ab Sassnitz mit dem RE 9 Richtung Stralsund
Ich bin in der Ortsmitte von Sassnitz losgelaufen. Vom Bahnhof sind es bis dorthin knapp ein Kilometer.
Die Route
Sassnitz: Hafen und Uferweg
Von der Ortsmitte bin ich zuerst hinunter zum Hafen gegangen, dort lagen die Fischerboote. Mehr zum Hafen und zur Stadt steht in meiner Tour Sassnitz zu Fuß und im Porträt der Ostmole.
Danach geht es auf dem Uferweg nach Norden aus der Stadt hinaus. Zwischen Weg und Wasser liegen große Steine.


Am Strand unter der Kreide
Hinter Sassnitz bin ich nicht gleich hinauf in den Wald gegangen, sondern ein Stück unten am Strand weitergelaufen. Der Strand besteht hier aus Kies und Steinen, dazwischen liegt Treibholz. Darüber stehen die ersten Kreidefelsen.

Die Kreide ist rund 70 Millionen Jahre alt. Sie entstand am Grund eines flachen Meeres, vor allem aus den Kalkplättchen winziger Algen, die nur etwa ein hundertstel Millimeter groß waren.


Durch die Piratenschlucht nach oben
Durch die Piratenschlucht geht es hinauf in den Wald. Oben stehen alte Buchen, und ab hier bleibt der Weg bis zum Königsstuhl meist oben an der Kante.

Das ist der Hochuferweg, ein 12 Kilometer langer Weg zwischen Sassnitz und Lohme. Er ist weiß-blau-weiß markiert und darf im Nationalpark nicht verlassen werden. Am Wissower Ufer siehst du zwischen den Bäumen immer wieder die Kreidefelsen.

Wissower Klinken
Nach gut vier Kilometern kommst du zum Aussichtspunkt an den Wissower Klinken. Die Felsen sahen früher anders aus: Im Februar 2005 stürzten ihre beiden Hauptzinnen ins Meer.


Oft heißt es, Caspar David Friedrich habe die Wissower Klinken gemalt. Das stimmt nicht. Für sein Bild „Kreidefelsen auf Rügen“ hat er Zeichnungen der Kleinen und der Großen Stubbenkammer kombiniert, also von Felsen in der Nähe des Königsstuhls.
Ein Stück weiter liegt die Ernst-Moritz-Arndt-Sicht. Zwischendurch führen Holztreppen in die Einschnitte der Bäche hinunter und auf der anderen Seite wieder hinauf.

Durch den Buchenwald zum Kieler Bach
Danach geht es lange durch hohen Buchenwald. Er gehört seit 2011 zum UNESCO-Welterbe „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“, das Gebiet auf Jasmund umfasst 492,5 Hektar. Die steilen Hänge über der Küste wurden nie forstlich genutzt.

Am Kieler Bach führt der Weg durch eine Schlucht. Unten am Strand fällt der Bach über einen etwa vier Meter hohen Wasserfall, der Weg bleibt aber oben.

Gleich danach kommt die Auguste-Viktoria-Sicht. Am Kieler Ufer fällt die Küste steil ab, unten liegt nur ein schmaler Streifen Strand. Nach Norden geht der Blick die Kreideküste entlang.


Kollicker Ort
Hinter dem Kollicker Bach liegt etwas abseits des Wegs der Kollicker Ort. Dort stand im Mai 2022 noch ein kleines Leuchtfeuer, ein weißer Eisenturm von 1904. Weil die Küste dort abbricht, wurde es im Sommer 2025 abgeschaltet und im September 2025 von einem Hubschrauber ausgeflogen.
Victoria-Sicht und Königsstuhl
Kurz vor dem Königsstuhl kommt die Victoria-Sicht, eine eiserne Plattform an der Kante. Benannt wurde sie 1865, als König Wilhelm I. von Preußen mit Kronprinzessin Victoria hier war. Von dort geht der Blick hinüber zum Königsstuhl.
Der Königsstuhl ist 118 Meter hoch. Im Mai 2022 gab es den Skywalk noch nicht. Seit April 2023 gibt es dort einen Skywalk, einen Rundweg, der über dem Felsen schwebt. Er soll den Felsen entlasten, weil der alte Zugang dem Andrang nicht mehr gewachsen war und Teile der Kreide abbrachen.


Herthasee und Herthaburg
Vom Königsstuhl geht es ins Landesinnere. Nach gut einem Kilometer kommst du am Herthasee vorbei. Am Ufer liegt die Herthaburg, ein slawischer Burgwall aus dem 10. oder 11. Jahrhundert. Der Wall ist C-förmig und außen etwa 17 Meter hoch.
Den Namen Hertha hat wohl ein Professor namens Clüver Anfang des 17. Jahrhunderts durch einen Übersetzungsfehler aufgebracht. Gemeint war Nerthus, eine Göttin, von der der römische Schriftsteller Tacitus berichtet. Der Sage nach badete die Göttin einmal im Jahr im See, und ihre Diener wurden danach ertränkt, damit niemand davon erzählen konnte.
Durch die Stubnitz zurück nach Sassnitz
Danach geht es lange durch die Stubnitz, den großen Wald auf Jasmund, nach Süden zurück. Die Wege sind hier breiter, manche sind Fahrwege mit Gras in der Mitte. An einer Stelle standen abgestorbene Nadelbäume am Weg.

Im Wald liegen immer wieder nasse Senken. Zum Buchenwald auf Jasmund gehören auch Quellsümpfe und Moore.

Bei Werder öffnet sich der Wald zu Wiesen. Kurz vor Sassnitz steht am Waldrand das Schild des Nationalparks, dann geht es durch die Stadt zurück zum Start.


Gut zu wissen
- Untergrund: In Sassnitz läufst du auf Pflaster, am Strand auf Kies und Steinen. Auf dem Hochuferweg sind es Waldpfade mit Wurzeln und Holztreppen, zurück durch die Stubnitz breite Waldwege.
- Am Strand: Die Kreideküste bricht immer wieder ab. Halte Abstand zum Kliff und nutze nur die ausgewiesenen Strandzugänge.
- Der Skywalk am Königsstuhl gehört zum Nationalpark-Zentrum, dort zahlst du Eintritt.
- Einkehr: in Sassnitz.
- Kürzer: Wer nur den Hochuferweg gehen will, läuft von Sassnitz 12 Kilometer bis Lohme und fährt mit dem Bus zurück.
- Weiter auf Rügen: Durch die Stadt selbst führt Sassnitz zu Fuß. Von Binz kommst du auf der Tour Von Binz über Prora nach Sassnitz zu Fuß nach Sassnitz.
Fazit
Die Runde verbindet die Kreideküste mit dem Buchenwald der Stubnitz. Auf dem Hinweg bist du immer an der Küste, erst unten am Strand und dann oben am Hochufer. Der Rückweg führt durch den Wald, das Meer siehst du dann nicht mehr.
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