Tour auf Usedom · Alle Touren und Wege
Bansin, Heringsdorf, Ahlbeck: Die drei Kaiserbäder liegen an der Ostseeküste von Usedom dicht hintereinander, verbunden durch eine durchgehende Promenade. Diese Tour bleibt aber nicht am Strand. Sie nimmt den Schloonsee und die Villen der Bergstraße mit, den Sackkanal und das Dorf Neuhof, die Delbrückstraße in Heringsdorf und den alten Ortskern von Ahlbeck. Gut zwölf Kilometer, weitgehend flach, für alle, die wissen wollen, was hinter den weißen Fassaden steckt.
Ich bin die Strecke am 6. September 2023 gegangen. Start ist der Bahnhof Bansin Seebad, das Ziel liegt am östlichen Ende von Ahlbeck. Unterwegs kommst du in die Nähe von zwei weiteren Bahnhöfen, die Tour lässt sich also gut kürzen.
Inhalt dieser Tour
- Steckbrief
- Darum lohnt sich die Tour
- Anreise
- Die Route
- Vom Bahnhof Bansin zum Schloonsee
- Waldstraße und Bergstraße: Die Villen von Bansin
- Strandpromenade und Seebrücke Bansin
- Am Sackkanal nach Neuhof
- Maxim-Gorki-Straße: San Remo und Villa Irmgard
- Heringsdorf: Promenade, Kunstpavillon und Seebrücke
- Delbrückstraße: Villen und ein Kaiser zum Tee
- Hinter den Fassaden: Verfolgung und Enteignung
- Unter Kiefern nach Ahlbeck
- Ahlbeck: Kirche, Rathaus und Dünenstraße
- Am Wegesrand
- Gut zu wissen
- Fazit
Steckbrief
Strecke
12,4 km
Gehzeit
2:46 h
Schwierigkeit
leicht
Art
Streckentour, einfach
Start
Bahnhof Bansin Seebad
Ziel
Ahlbeck, Dünenstraße
ÖPNV
RB 23 (Usedomer Bäderbahn) bis Bansin Seebad, zurück ab Seebad Ahlbeck
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), vereinfacht dargestellt.
Streckenband
- Kilometer 0Bahnhof Bansin SeebadStart · RB 23
- Kilometer 1,41Schloonsee
- Kilometer 2,42BergstraßeVillen der Bäderarchitektur
- Kilometer 3,53Seebrücke Bansin
- Kilometer 4,74Sackkanal
- Kilometer 5,75Neuhof
- Kilometer 6,16Villa IrmgardMuseum in der Maxim-Gorki-Straße
- Kilometer 7,77Seebrücke HeringsdorfKunstpavillon und Konzertmuschel am Weg
- Kilometer 8,58DelbrückstraßeBahnhof Seebad Heringsdorf in der Nähe
- Kilometer 10,69Ahlbecker HofSeebrücke Ahlbeck rund 200 m abseits
- Kilometer 11,310Kirche und Rathaus AhlbeckBahnhof Seebad Ahlbeck rund 500 m entfernt
- Kilometer 12,4Ahlbeck, DünenstraßeZiel · zum Bahnhof Seebad Ahlbeck gut 1 km
Darum lohnt sich die Tour
- Drei Seebäder auf zwölf Kilometern, alle mit Bahnanschluss: Du kannst die Tour fast überall abkürzen.
- Bäderarchitektur aus der Nähe: die Bergstraße in Bansin, die Delbrückstraße in Heringsdorf und die Dünenstraße in Ahlbeck.
- Der Weg verlässt immer wieder die Promenade: zum Schloonsee, an den Sackkanal und ins Dorf Neuhof.
- Mehr als Kaiserzeit: Maxim Gorki als Sommergast, ein Kaiser zum Tee, DDR-Moderne von Ulrich Müther und die Brüche hinter den weißen Fassaden.
Anreise
Alle drei Kaiserbäder liegen an der Usedomer Bäderbahn (RB 23). Aus Berlin fährst du mit dem RE 3 Richtung Stralsund bis Züssow und steigst dort in die Bäderbahn um. Für diese Tour steigst du am Halt Bansin Seebad aus, mein Track beginnt direkt am Bahnhof.
Das Ziel liegt in der Dünenstraße am Ostrand von Ahlbeck. Zum Bahnhof Seebad Ahlbeck ist es von dort gut ein Kilometer zurück. Zwischen den drei Orten fahren außerdem die Busse der Kaiserbäder-Linie (290 und 291).
Die Route
Die Tour läuft von Nordwest nach Südost, immer in der Nähe der Küste, aber selten lange auf der Promenade. In Bansin geht es erst durch den Ort und am Schloonsee entlang, dann über die Bergstraße zur Seebrücke. Zwischen Bansin und Heringsdorf macht der Weg einen Bogen ins Hinterland. In Heringsdorf und Ahlbeck wechselt er zwischen der Promenade und den Villenstraßen dahinter.
Vom Bahnhof Bansin zum Schloonsee
Der Start am Bahnhof passt: Ohne Eisenbahn wären die Seebäder nicht groß geworden. 1894 erreichte die Bahn von Swinemünde aus Heringsdorf, 1911 wurde die Strecke bis zur Wolgaster Fähre verlängert und kam damit auch nach Bansin. Schon die Trasse hat eine Geschichte: Die Aktiengesellschaft Seebad Heringsdorf lehnte eine gerade Streckenführung ab, die Gleise mussten im Bogen um den Präsidentenberg herumgeführt werden.
Bansin ist das jüngste der drei Bäder. Das Dorf Bansin wird schon 1256 erwähnt, das Seebad an der Küste entstand aber erst 1897. In der ersten Saison kamen 308 Gäste.
Vom Bahnhof bin ich über die Ahlbecker Chaussee in die Seestraße gegangen, die lange Achse des Ortes. An ihr liegt das Museum für den Maler Rolf Werner, der 1916 in Leipzig geboren wurde und ab 1953 in Bansin lebte. In der Seestraße ist auch der Schriftsteller Hans Werner Richter aufgewachsen, der Initiator der Gruppe 47.
Hinter der Seestraße beginnt die Badstraße, und die führt am Schloonsee entlang. Der See ist rund 14 Hektar groß und liegt mitten im Ort. Stege führen durchs Schilf ans Wasser, am Ufer blühten Seerosen.



Waldstraße und Bergstraße: Die Villen von Bansin
Am Ende der Badstraße steht in der Waldstraße das alte Feuerwehrhaus. Seit 2000 ist es das Hans-Werner-Richter-Haus. Gezeigt werden Richters Arbeitszimmer aus München, die Bibliothek der Publizistin Carola Stern und Originale von Günter Grass.
Ein paar Schritte weiter beginnt das, wofür die Kaiserbäder bekannt sind: Bäderarchitektur. Das ist kein einheitlicher Baustil, sondern ein Sammelbegriff. Die Villen erinnern mal an italienische Renaissancepaläste, mal an klassizistische Kaufmannsvillen oder Schwarzwaldhäuser. Typisch sind Säulenportale, Dreiecksgiebel, Loggien, Erker, Türmchen und reich verzierte Veranden und Balkone aus Holz. Manche Häuser kamen sogar aus dem Katalog: Die 1865 gegründete Wolgaster Actien-Gesellschaft für Holzbearbeitung fertigte Holzhäuser in Serie.
Die Villa Waldschloss in der Waldstraße zeigt gleich das ganze Programm, samt Turm. Dahinter beginnt die Bergstraße. Sie wurde 1901 angelegt und mit Kastanien bepflanzt, links und rechts steht eine Villa neben der anderen: Gerda, Frohsinn, Diana, Kurfürst, Belvedere, Sommerfreude.
Bansin wurde von Anfang an als Seebad geplant. Hotels und Pensionen wurden auf Lücke gebaut, damit auch die Gäste in der zweiten Reihe noch aufs Meer sehen konnten.


Strandpromenade und Seebrücke Bansin
Am Ende der Bergstraße bin ich zur Strandpromenade abgebogen und auf ihr zurück nach Südosten gegangen. Die Seebrücke von Bansin reicht 285 Meter in die Ostsee und kommt ohne Gebäude aus. Mein Track führt an ihr vorbei, nicht hinaus.

So selbstverständlich wie heute war der Weg ins Wasser nicht immer. Bis 1924 war das Baden außerhalb der Badeanstalten verboten. Danach war es erlaubt, aber nur zu festen Zeiten und in Badeanzügen aus undurchsichtigem Stoff. Auch die Promenade ist nicht für die Ewigkeit gebaut: Die Sturmflut vom 29. Dezember 1913 traf in Bansin Badeanstalten, Dünen, Fischerhütten und die Promenade.
Direkt an der Promenade steht die Villa Dora, daneben reihen sich weitere Häuser aus der Kaiserzeit.

Am Sackkanal nach Neuhof
Hinter Bansin habe ich die Promenade verlassen und bin über die Maxim-Gorki-Straße landeinwärts gegangen. Dort liegt der Sackkanal, ein grün überzogener Wassergraben mit einem Weg daneben. Mehr dazu unter Am Wegesrand.
Über die Gartenstraße und den Weg Im Mühlenkamp kommst du nach Neuhof. Der Ortsteil geht nach der Ortschronik auf einen Ackerhof des Ritterguts Mellenthin zurück und wurde später als Kolonie ausgebaut. An der Triftstraße stehen rohrgedeckte Häuser.

Maxim-Gorki-Straße: San Remo und Villa Irmgard
Von der Triftstraße geht es zurück auf die Maxim-Gorki-Straße. Der Name erinnert an einen Sommergast: Der russische Schriftsteller Maxim Gorki wohnte 1922 mehrere Monate in der Villa Irmgard, Hausnummer 13. Er erholte sich hier von einer schweren Krankheit, empfing Alexej Tolstoi und schrieb an seiner Autobiografie „Meine Universitäten“. Heute ist das Haus ein kleines Museum.
In derselben Straße steht das Haus San Remo, ein früheres Pensionshaus, kräftig rot gestrichen, mit weißen Balkonen.

Heringsdorf: Promenade, Kunstpavillon und Seebrücke
Über die Lindemannstraße kommst du wieder an die Strandpromenade, jetzt in Heringsdorf. Der Ort ist das älteste der drei Bäder. Ab 1818 vergab Georg Bernhard von Bülow hier Parzellen an Fischer. 1820 bekam die Kolonie ihren Namen: Als die preußischen Prinzen Wilhelm und Carl zu Besuch kamen, stand ein Schild mit der Aufschrift „Heringsdorff“ bereit. König Friedrich Wilhelm III. stimmte zu, Ende Juli war der Name amtlich.
Zum großen Seebad wurde Heringsdorf ab 1872. Die Brüder Hugo und Adelbert Delbrück gründeten mit Berliner Geldgebern wie den Bankiers Oppenheim und Bleichröder die Aktiengesellschaft Seebad Heringsdorf. Der Ort wurde zum Treffpunkt der Berliner Gesellschaft.
An der Promenade stehen die Zeitschichten nebeneinander. Direkt am Weg liegt der Kunstpavillon, ein Stück DDR-Moderne zwischen den Kaiserzeit-Villen. Der Rügener Bauingenieur Ulrich Müther hatte ihn in den 1960er Jahren als Prototyp entworfen und wollte ihn als Exportprodukt anbieten. Daraus wurde nichts, aber am 21. August 1970 wurde der Pavillon an der Promenade eröffnet. Heute steht er unter Denkmalschutz.
Ein Stück weiter folgen die Konzertmuschel von 1929 und die beiden Zehngeschosser des Kurhotels. An ihrer Stelle stand ein Hotel, das ab 1950 FDGB-Ferienheim war und 1979 abgerissen wurde. Der Neubau war 1984 fertig. In der Saison dreht sich daneben ein Riesenrad.

Die Seebrücke von Heringsdorf ist 508 Meter lang und wurde 1995 eröffnet. Ihre Vorgängerin, die Kaiser-Wilhelm-Brücke aus den 1890er Jahren, verfiel nach dem Krieg. 1958 zerstörte Brandstiftung, was von ihr übrig war. Auch hier bleibt mein Track an Land.
Delbrückstraße: Villen und ein Kaiser zum Tee
Hinter der Seebrücke bin ich über die Seestraße und die Friedenstraße in die Delbrückstraße gegangen, die Villenstraße von Heringsdorf. Gleich am Anfang stehen zwei bekannte Häuser.
Die Villa Oechsler wurde 1883 für den Berliner Kommerzienrat Hermann Berthold gebaut. Im Giebel sitzt ein Mosaik aus der Werkstatt von Antonio Salviati in Murano, die „Badenden Grazien“. Ihren heutigen Namen bekam die Villa erst später: Elise Oechsler kaufte sie 1922.
Die Villa Staudt stammt von 1873. Kurz vor 1900 kaufte sie der Konsul und Großkaufmann Wilhelm Staudt. Nach seinem Tod 1906 führte seine Frau Elisabeth das Unternehmen weiter, und bei ihr kam Kaiser Wilhelm II. zwischen 1909 und 1912 zum Tee, wenn er auf seinen Nordlandreisen in Heringsdorf Station machte. Im Garten steht eine Büste von Wilhelm I.
Das ist die Geschichte, auf die sich der Name Kaiserbäder am direktesten beziehen lässt. Als gemeinsamer Name der drei Orte ist er aber viel jünger als die Villen: Nach einer Darstellung des Vereins Pommerscher Greif entstand er erst 1990, als ein Name für den gemeinsamen Zweckverband gesucht wurde.
Ein Stück weiter steht die Villa Oppenheim, das Sommerhaus des Berliner Bankiers Benoit Oppenheim, gebaut nach dem Vorbild Palladios. Lyonel Feininger hat sie zwischen 1908 und 1912 mehrfach skizziert und später in Holzschnitten verarbeitet.
Weiter östlich habe ich einen kurzen Schlenker über die Strandpromenade gemacht. Von dort siehst du die Villa Augusta über eine Wiese hinweg, einen weißen Bau mit zwei Loggienflügeln.

Über die Liehrstraße ging es zurück in die Delbrückstraße. Hier werden die Häuser bunter: eine rosa Villa mit Türmchen, ein paar Schritte weiter wieder strahlendes Weiß.


Hinter den Fassaden: Verfolgung und Enteignung
Die Villen erzählen nicht nur von Sommerfrische. Zu den Hausbesitzer*innen, Geschäftsleuten und Gästen von Heringsdorf gehörten viele Jüdinnen und Juden. Ab 1935 durften sie nicht mehr an den Strand. Die Familie Saulmann wurde boykottiert, enteignet und in das Ghetto Piaski bei Lublin deportiert. In der Friedenstraße, durch die mein Weg führte, erinnern Stolpersteine an sie und an weitere Vertriebene, Deportierte und Ermordete.
Der nächste Bruch kam 1953. Bei der „Aktion Rose“ ließ die DDR-Führung ab dem 10. Februar an der Ostseeküste rund 700 Hotels, Pensionen, Gaststätten und kleine Betriebe überprüfen. Bis Mai wurden 440 beschlagnahmt, die Eigentümer*innen vertrieben oder als „Schieber und Spekulanten“ kriminalisiert. Auch in den Kaiserbädern gingen Hotels und Pensionen an den Gewerkschaftsbund FDGB. Nach 1990 wurden viele zurückgegeben.
Unter Kiefern nach Ahlbeck
Am Eichenweg wechselt der Weg wieder an die Küste. Zwischen Heringsdorf und Ahlbeck läuft die Promenade unter Kiefern, links gehen immer wieder Zugänge zum Strand ab. Die Promenade ist durchgehend: Von Bansin bis ins polnische Świnoujście sind es rund zwölf Kilometer, der letzte Abschnitt über die Grenze wurde 2011 eröffnet. Meine Tour endet lange vorher, in Ahlbeck.

Ahlbeck: Kirche, Rathaus und Dünenstraße
Ahlbeck war ein Fischerdorf. Der Badebetrieb begann 1852, als der Lehrer und Kantor Johann Koch die ersten Gäste aufnahm. 1882 wurden die beiden Ortsteile zu einer Gemeinde vereinigt. Ahlbeck galt als etwas weniger luxuriös als Heringsdorf, eher ein Bad für die Mittelschicht.
Ich bin über die Dünenstraße in den Ort gekommen, die Straße hinter der Promenade. An ihr steht der Ahlbecker Hof von 1896, damals das erste Haus am Platz.
Zur Seebrücke, dem Wahrzeichen von Ahlbeck, sind es von hier rund 200 Meter. Mein Track macht den Abstecher nicht, er lohnt sich aber. Sie gilt als älteste erhaltene Seebrücke Deutschlands: Die Plattform stammt von 1882, der Seesteg von 1898. Loriot drehte hier 1991 Szenen für „Pappa ante portas“. Auf dem Vorplatz steht eine Jugendstiluhr von 1911, gestiftet von Maria Grunack, einem Badegast aus Berlin.
Ich bin vorher landeinwärts abgebogen: Goethestraße, Seestraße, Kaiserstraße. Am Weg steht die evangelische Kirche. Johann Koch hat drei Jahrzehnte lang Spenden für sie gesammelt. 1894 wurde der Grundstein gelegt, 1895 wurde sie eingeweiht. An Koch erinnert ein Denkmal in der Nähe.
Gleich dahinter, in der Kurparkstraße, steht das Rathaus im alten Warmbad.
Der letzte Kilometer gehört wieder der Dünenstraße. Hier stehen Pensionen und Villen dicht an dicht: Villa Anna, Villa Louise, Haus Pommern, Villa Germania. Zwischen den Häusern führen Stege durch die Düne zum Strand.

Mein Track endet am Hotel Kastell kurz vor dem Ortsende. Wenige hundert Meter weiter östlich liegt das frühere Kaiser-Wilhelm-Kinderheim, ein Erholungsheim für Berliner Kinder aus Holzfertigteilen. Es wurde 1913 in Anwesenheit des Kaiserpaares eröffnet und ist seit den frühen 1990er Jahren der Jugendferienpark der Sportjugend Berlin. Zur aufgezeichneten Tour gehört es nicht mehr.
Am Wegesrand
Zwei Dinge am Weg, die einen zweiten Blick lohnen.
Der Sackkanal
Der grüne Graben an der Maxim-Gorki-Straße sieht unscheinbar aus, hat aber die Landschaft hinter den Kaiserbädern verändert. Angeordnet hat ihn Johann August Sack, von 1816 bis 1831 Oberpräsident von Pommern. Gebaut wurde 1817 und 1818. Der Kanal leitet das Wasser aus dem Gothensee und dem Thurbruch in die Ostsee. Am Strand siehst du von ihm nichts: Seit 1928 läuft er unter der Promenade hindurch.
Wer die Runde von Świnoujście über Kamminke und Korswandt kennt, hat die andere Hälfte der Geschichte schon gesehen. Früher floss das Wasser aus dem Thurbruch über den Wolgastsee ins Stettiner Haff.

Das Rathaus im alten Warmbad
In der Kurparkstraße von Ahlbeck steht ein Backsteinbau mit einer grün gestrichenen, verglasten Veranda. In der Denkmalliste ist das Haus als ehemaliges Warmbad geführt. Heute ist es das Rathaus der Gemeinde Ostseebad Heringsdorf, zu der alle drei Kaiserbäder gehören. Im Haus sitzt außerdem die Heimatstube mit einer Ausstellung zur Ortsgeschichte, samt einem Modell der Seebrücke.

Gut zu wissen
- Die Strecke ist weitgehend flach und verläuft fast durchgehend auf Promenade, Gehwegen und Ortsstraßen.
- Du kannst unterwegs abkürzen: Der Bahnhof Seebad Heringsdorf liegt rund 200 Meter von der Delbrückstraße entfernt, der Bahnhof Seebad Ahlbeck rund 500 Meter von der Kaiserstraße.
- Auf keine der drei Seebrücken führt mein Track hinaus. In Bansin und Heringsdorf liegen sie direkt am Weg, in Ahlbeck rund 200 Meter abseits.
- In den Kaiserbädern zahlen auch Tagesgäste Kurabgabe. Die Tageskarte gibt es an Automaten und in den Tourist-Informationen.
- Einkehr gibt es an der Promenade in allen drei Orten.
- Der Strand ist nie weit. Badesachen lohnen sich.
- Museen am Weg: das Rolf-Werner-Museum und das Hans-Werner-Richter-Haus in Bansin, die Villa Irmgard und der Kunstpavillon in Heringsdorf. Öffnungszeiten vorher prüfen.
- Wer weiterlaufen will: Die Promenade führt vom Ziel weiter zur Grenze und nach Świnoujście.
Fazit
Die Kaiserbäder kennt man als Strandkulisse. Zu Fuß merkst du, wie unterschiedlich die drei Orte sind und wie viel Geschichte hinter den weißen Fassaden steckt: Kaiserzeit und DDR-Moderne, Sommerfrische und Verfolgung liegen oft nur ein paar Meter auseinander. Am meisten zu sehen gibt es abseits der Promenade, am Schloonsee, in der Bergstraße und in der Delbrückstraße. Wer das stille Usedom sucht, nimmt besser die Runde von Świnoujście über Kamminke oder den Weg um den Schmollensee.
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